Fussballverband Region Zürich

Fussball, Integration und Fairplay mit Gilbert Gress

Das Projekt «Teamspirit» mit den Junioren des FC Dielsdorf – eine Zusammenarbeit zwischen Caritas Schweiz und dem Fussballverband Region Zürich (FVRZ).

An einem Training der Junioren des FC Dielsdorf demonstrierte «Teamspirit» gestern Abend, wie Fussballmannschaften für sportliches Verhalten sensibilisiert und in Konfliktprävention geschult werden.

Eigentlich schien alles wie immer. Das Fussballfeld auf der Sportanlage Erlen war hell ausgeleuchtet. Die Junioren des FC Dielsdorf hatten die Tore längsseitig zu einem Trainingsspiel aufgestellt, und der Ball rollte über das Grün. Doch die anfänglich lockere Stimmung kippte, nachdem der Schiedsrichter eine Reihe von Fehlentscheidungen getroffen hatte. Die Junioren machten ihrem Frust lautstark Luft. Erst nach dem Abpfiff erfuhren sie, dass die Provokationen des Schiris Bestandteil der Fairnessschulung von «Teamspirit» waren – einem Projekt von Caritas Schweiz in Zusammenarbeit mit dem FVRZ, an dem sie teilgenommen hatten.

Gilbert Gress, ehemaliger Spieler, Trainer und Kult-Moderator, stand an diesem Abend an der Seitenlinie. Er beobachtete das Geschehen und machte im Anschluss an das Spiel mit den Dielsdorfer Junioren eine Spielanalyse, diskutierte mit ihnen, wie sie das Geschehen erlebt und auf die Provokationen des Schiris reagiert hatten und wie man mit Druck sowie den Aggressionen auf dem Platz besser umgehen kann.

Gilbert Gress ist Botschafter von «Teamspirit» - aus gutem Grund: „Fussball ist die beste Lebensschule: Die Coaches von Teamspirit bewirken beim Nachwuchs weniger Aggressionen und mehr Integration. Ich unterstütze dieses Caritas-Angebot persönlich, weil dadurch weniger junge Menschen im Offside stehen!“

Seit 2007 unterstützt Caritas Schweiz die Integrationsarbeit in Fussballverbänden und -vereinen. Das Zusammenspiel auf dem Fussballplatz ist ein wichtiges und effektives Übungsfeld für die Integration und den friedlichen Umgang von jungen Erwachsenen. «Teamspirit» schafft das Bewusstsein und vermittelt praktische Methoden für ein faires Mit- und Gegeneinander sowohl im Training als auch im Wettkampf. Die heterogene Zusammensetzung von Mannschaften soll als Bereicherung wahrgenommen werden, damit die Vielfalt in den Teams und den Verbänden als sportliches Potenzial genutzt und Diskriminierung vermieden werden kann.

«Teamspirit» wird von Caritas Schweiz in Kooperation mit dem Fussballverband Region Zürich durchgeführt. Die 3-tägigen Fairnesstrainings werden von speziell geschulten Fairplaytrainern geleitet. Das Angebot richtet sich an Fussballmannschaften sowie an Trainerinnen und Trainer des Breitenfussballs: weitere Informationen

zurück

Die Relativitätspraxis

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Zur Überraschung aller ist Albert Einstein wieder auf der Erde erscheinen. Die unerklärlichen Mechanismen der Wiedergeburt haben ihn auf einen Fussballplatz spediert. Da sitzt er nun und guckt und guckt. Umgeben von schreibenden, sprechenden und filmenden Medien gibt er während der Partie keinen Laut von sich. Fordernde Anfragen verweist er auf die folgende Pressekonferenz.

An dieser wird er geradezu bestürmt. Was er auf einem Fussballplatz mache, wollen die Aussagen-Jäger von ihm wissen. Albert lehnt sich im Stuhl zurück und lässt sich viel Zeit. Er habe höchst interessante Beobachtungen gemacht, notieren die Pressefritzen auf ihre Zettel. Im Bestreben, gut zu sein, gäben sich die Menschen doch erhebliche Mühe. Das Spiel mit dem Ball entspräche etwa dem, was das Leben mit dem Menschen anstelle – insofern sähe er immer ein Doppelspiel, das man in der Fachsprache durchaus auch Doppelpass bezeichnen könne.

Unverständlich sie ihm indes – so spontan –, wie blöd da einige tun könnten. Wie angeblich wichtig das alles sei, obwohls doch nur sie allein interessiere. Es sei ihm unerklärlich, dass das Wesen Mensch offenbar nicht fertig brächte, sowohl voll konzentriert wie gleichzeitig mit grosser innerer Distanz zu handeln. Das meditative Erlebnis eines Spiels – in dessen tiefstem Sinn des Wortes – sei allemal wichtiger als dem andern einen Ball ins Netz zu kugeln.

«Menschen müssen die Praxis des Relativen lernen», lässt Albert als Schlusssatz verlauten. Dann zieht er sich zurück – und ward nie mehr gesehen. Einige Journis waren enttäuscht, dass er nicht auch noch seine berühmte Zunge rausstreckte.