Fussballverband Region Zürich

Ideenreich, vielbeschäftigt und fussballgefangen

So genannte «Mädchen für alles» gibt es viele. Eine «Frau für alles» weiss der FVRZ in seinen Reihen: Vizepräsidentin Rita Zbinden steht dem Fussballverband Region Zürich seit nunmehr 22 Jahren mit Tat und Rat zur Seite.

Eine Frau im Männer- bis Macho-Sport Fussball – wie geht dies zusammen? Wer sich über 20 Jahre im Führungsgremium des Regionalverbands bestätigt und behauptet, kann aus Erfahrung schöpfen. Rita Zbinden könnte zumindest ein kleines Taschenbuch schreiben darüber, welche Kleinigkeiten ihr – vor allem zu Beginn ihrer Tätigkeiten – in die Ohren träufelten. Da ein Kommentärchen, dort eine ab und zu bissige Bemerkung. Umgekehrt aber auch: Männer, die akzeptierten und ein weibliches Element als natürliche Ergänzung willkommen hiessen.

Unterdessen hat sich alles mehr oder minder eingependelt. Rita Zbinden steht in der FVRZ-Hierarchie seit dem Jahr 2007 als Vizepräsidentin auf dem nominellen zweiten Platz und hat als eben «Frau für alles» auch besondere Aufgaben zu erarbeiten. «Die Organisation der fünf Jubiläumsanlässe 100 Jahre FVRZ bedeutete einen tollen Höhepunkt meiner bisherigen Arbeiten», erinnert sich die hier Porträtierte. Auch das Symposium für die Präsidenten an der ETH Hönggerberg gehörte zu jenen Anlässen, die in bester Erinnerung bleiben.

Von Kleinauf Fussball
Den Virus Fussball wurde Klein-Rita vom Vater übergeben. Fussballplätze wurden zur viel zitierten «zweiten Heimat». Zwischen dem 21. und 35. Lebensjahr spielte Zbinden selbst aktiv, stand bei Teams von Münchenstein, Spreitenbach und des Nati-A-Teams der Blue Stars im Einsatz. Eine Ad-Hoc-Verpflichtung – sie sprang für einen kurzfristig unabkömmlichen Haupttrainer ein – machte zudem die Türe als Trainerin auf. Zbinden war während 27 Jahren beim FCZ und GC im Nachwuchsbereich tätig.
Als Hansruedi Kasper im Jahr 1994 die unverbindliche Anfrage nach Mithilfe im FVRZ-Ressort Frauen (Juniorinnen) anfragte, entschloss sich Rita Zbinden zur Zusage. Seither ist die Vielbeschäftigte ununterbrochen im FVRZ und seit 13 Jahren im Regionalvorstand tätig. Geschäftsführer Patrick Meier: «Es tut gut, dass Rita als Frau in diesem Gremium tätig ist. Vielfach kommen Ideen und Einwände, die einem eher ratio-maskulin geprägten Gedankengut wieder ein Spürchen kreativen Sauerstoff einhauchen.»

27 Jahre bei der UBS
Beruflich hat die in Winterthur aufgewachsene FVRZ-Vizepräsidentin einige Stationen als Erfahrungswerte erlebt. Der einstige Berufswunsch Kinderkrankenschwester liess sich zwar nicht realisieren; dafür taten sich andere Türen auf. Nach und nach tendierte der berufliche Weg – sprachlich durch Welschland- und Englandaufenthalte forciert – in Richtung EDV. Rita Zbinden ist seit 27 Jahren bei der UBS (ehemals Bankverein) tätig, aktuell als Kundenmanagerin in der Geschäftsstelle Küsnacht.
Nebenberuflich liess sich Zbinden zur Kinesiologin ausbilden und arbeitete zwischenzeitlich in ihrer Praxis zu Hause: «Vor allem die Arbeit mit Kindern erfüllte mich total und gab mir eine höchst befriedigende Abwechslung zum Alltag.» Vielleicht ergibt sich im Lauf der nächsten Jahre, ab und zu wieder in diesem Bereich tätig sein zu können.

Die Gene wirken weiter
Rita Zbindens Fussball-Gene sind notabene erfolgreich weiter gegeben: Sohn Rafael steht als Torhüter bei den Young Boys im U21-Team und kommt daselbst zu regelmässigen Einsätzen. So schliesst sich der Kreis und lässt gleichzeitig alles offen, was sich da – sowohl bei Mutter Rita wie bei Sohn Rafael – in Sachen Fussball inskünftig noch bewegen kann und wird. Beide hegen nicht die Absicht, in ihren doch so unterschiedlichen Aufgaben einen Rücktritt ins Auge zu fassen. Zu viel hat der Fussball beiden gegeben, als dass sie von ihm lassen könnten.

Steckbrief Rita Zbinden
Geboren: am 19. März 1958 in Winterthur
Beruf: Bankangestellte/Kinesiologin
Zivilstand: verheiratet, ein Sohn
Wohnort: Otelfingen
Hobbies: Familie, Fussball, Tennis
Stärken: empathisch, teamorientiert, tolerant, stabilisierend vermittelnd, organisationsstark
Schwächen: zu kreativ, zu ideenreich – zu wenig Zeit, um alles zu realisieren
Lebensmotto: «Gestalte das Positivste aus dem Hier und Jetzt»

Rita Zbinden ist beim FVRZ seit Jahren weit mehr als nur ein «belebendes Element».
(Foto: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

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Jahresrückblick der persönlichen Art

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
 

Am kommenden Freitagabend des 8. Dezember ist wieder Zeit, uns selbst zu feiern. In der Samsung Hall in Dübendorf-Stettbach begehen Verband und Vereine die traditionelle Jahresschluss-Gala, diesmal in ihrer 16. Auflage. Nebst der örtlichen Verschiebung infolge der Kongresshaus-Renovation warten diese und jene Neuerungen auf die Besucher.

Zusammen das auslaufende (Fussball-)Jahr verabschieden ist das eine. Das andere: Jede und jeder Vereinsengagierte wird – dann allerdings eher im Stillen – seine persönliche Bilanz ziehen. Details wie Gesamtes rückblenden, Gutes wie nicht so Gelungenes ausmachen, Bestätigungen weiter verfolgen und wo nötig Korrekturen anbringen. Die eigene Arbeit möglichst objektiv reflektieren verlangt da und dort ein inneres Aussteigen aus jenem Rad, das auch ehrenamtliche Arbeit in Beschlag nimmt. Was besser wäre dazu geeignet als die Winterpause, in der so vieles brach liegt und «ausruhen» fordert?

Auch der Kommentarschreiber zieht Bilanz. Und freut sich über etwas, was nicht zwingend grosse Schlagzeilen macht. Tröpfchenweise, aber doch stetig entschliessen sich Vereine, die Politik, deren erste Mannschaft mit viel, viel und nochmals viel Geld möglichst weit nach oben zu kaufen, zu ändern. Zu den ehrlichen Wurzeln des eigenen Clubs zurück zu kehren. Die eigenen Nachwuchsspieler so auszubilden, dass sie in der vereins-höchstmöglichen Liga bestehen können. Wie heisst es doch in der Wirtschaft, dem Berufsleben: Bilden und ausbilden ist das A und O einer gesunden Zukunft.

Wer all das Geld, das da während Jahren für die Legionäre per Saläre und Punkteprämien «verbratet» wurde und wird, zusammenzählt, muss sich doch auch diese Frage stellen: Wen denn interessierts, ob Verein X oder Y mit seiner ersten Mannschaft so künstlich weit oben spielt und die andern Mannschaften des Clubs im Breitenfussball dümpeln? Es interessiert primär diejenigen, die diese eigene Politik verfolgen und mit einem künstlichen Aushängeschild sich selbst gefallen und Sponsoren beeindrucken wollen.

Zukunftsgerichtet ist das nicht – man arbeitet für Momentaufnahmen. Mit dem Grundgedanken von «Amateurfussball» haben diese Auswüchse nicht, aber rein gar nichts zu tun. Verantwortung für den eigenen Club und dessen Mitglieder zu übernehmen läuft auf einem anderen Kanal, als permanent auswärtige Spieler einzukaufen. Notabene: Auch diese begannen mal bei einem Breitensportverein. Dieser arbeitete im Nachwuchsbereich wohl um einiges fokussierter. Es ist zu billig (umgekehrt mordsmässig teuer …), weiterhin auf diesem seltsamen Pfad zu wandeln.

Klar: Jeder Verein hat das Recht, sich so zu gestalten, wie ihm vorschwebt. Fragt sich zuweilen nur, ob wirklich alle Vereinsmitglieder – sie sind nach den Statuten das oberste Gremium – dazu «Ja» sagen oder ob die «Entscheidungsträger» jene sind, die eventuell völlig an der Basis vorbei vereinspolitisieren und deren Fokus der für sie offenbar einzig richtige ist.

Anmeldeschluss: Montag, 15. Januar 2018!
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