Fussballverband Region Zürich

Rekord-Zuschauerzahl (3500) an den FVRZ-Cupfinals!

Mit den letzten sechs Partien endete gestern Samstag das Cupfinal-Wochenende der Saison 2016/17.

Total wohnten den 13 Spielen 3500 Zuschauer bei – in der Geschichte der regionalen Endspiele die höchste je registrierte Zahl. Eine glatte Null war für einen weiteren Höhepunkt besorgt: Die Schiedsrichter mussten nicht einen einzigen Platzverweis aussprechen.

Den Herrentitel errang das Team des FC Bassersdorf. Es lag nach 54 Minuten mit 0:3 zurück, holte zwei Treffer auf und kam in der Schlussminute gar zum Ausgleich. Im Penaltyschiessen war offenbar der Aufwind noch immer spürbar: Wallisellen musste sich nach einem hoch spannenden und attraktiven Spiel, das gegen Ende von vielen Emotionen lebte, geschlagen geben.

Die Blue Stars dominierten das Geschehen der Frauenabteilung: Mit drei Teams angetreten, holten diese alle Titel. Notabene mit dem stets gleichen Szenario – die Equipen lagen immer erst in Rückstand, ehe sie zulegen und die Partien mit je einem Treffer Differenz für sich entschieden konnten.
Da auch das Wetter mitspielte, wurden am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr die Cupfinalspiele 2016/17 mit einem überzeugenden Gesamteindruck zu den Akten gelegt.

 

Die Samstagsspiele

 

Herren Aktive (René-Faigle-Cup): Trefferreich und hoch spannend
Ein papierener Klassenunterschied zwischen Wallisellen (3. Liga) und Bassersdorf (2.) war die Ausgangslage des Herren-Endspiels. Die Oberklassigen dominierten das Geschehen im ersten Abschnitt, ohne jedoch zwingende Möglichkeiten zu kreieren. Wallisellen kam durch die erste nennenswerte Chance zur Führung. Knapp vor der Pause konnte diese durch einen Foulpenalty erhöht und so für die zweite Hälfte eine fast maximale Ausgangslage geschaffen werden.
Wie zu erwarten, intensivierte sich Bassersdorfs Anrennen von Minute zu Minute. Als Antwort stellte Fernandes Dinis mit einem Konter-Abschluss aus 18 Metern via Lattenunterkante gar auf 3:0, ehe fünf Minuten später dank eines Handspenaltys das erste Bassersdorf-Tor gelang. Die Aufholjagd setzte einen nächsten Treffer ab; noch blieben 15 Minuten zu spielen. Einsatz und Hektik nahmen gleichermassen zu. In der Schlussminute der offiziellen Spielzeit kam Bassersdorf zu einem 18-Meter-Freistoss, der in Caputos weiteren Ecke landete und so das Penaltyschiessen provozierte.

Wallisellen – Bassersdorf 6:7 nach Penaltyschiessen (3:3, 2:0)
780 Zuschauer. Schiedsrichter: Dario Marcantonio. Assistenten: Drazen Blazenovic, Metin Uzunoglu.
Tore: 32. Figueiredo Dias 1:0. 44. Eggmann (Foulpenalty) 2:0. 54. Fernandes Dinis 3:0. 59. Zambelli (Handspenalty) 3:1. 72. Tinner 3:2. 90. Zambelli 3:3. – Penaltyschiessen: Manca 4:3, Zumberi 4:4, Sokalac verschiesst, Tinner verschiesst, Mataj 5:4, Russheim 5:5, Eggmann 6:5, Kumbuesa 6:6, Memeti verschiesst, Zambelli 6:7.
Wallisellen: Caputo; Koide, Megna, Solakac, Figueiredo Dias (82. Blank), Eggmann, Fernandes Costa, Crusi, Fernandes Dinis (76. Memeti), Rueda (68. Vaia), Mataj. – Weiter auf dem Matchblatt: Hanselmann, Senn, Corbo.
Bassersdorf: Copat, Ramani (46. Kumbuesa), Meier, Zambelli, Tinner, Baumgartner (86. Muff), Russheim, Zumberi, Keller (82. Schmid), Stähli, Barbey. – Weiter auf dem Matchblatt: Schnidrig, Russo, Sciullo, Stäbler.
Bemerkungen: Wallisellen ohne Bermeo (gesperrt) sowie Keserovic, Schlegel, Moor und Caroli. Bassersdorf ohne Gino Zambelli (gesperrt), Hismani (verletzt) sowie Braunschweiler und Caruso (abwesend). 47. Lattenschuss Fernandes Dinis. Verwarnungen: 43. Keller (Foul). 53. Crusi (Foul). 57. Koide (Handspiel). 61. Fernandes Dinis (Spielverzögerung). 67. Barbey (Foul). 81. Fernandes Costa (Spielverzögerung). 92. Megna (Reklamieren). Sieger Bassersdorf wird für die Teilnahme am Schweizer Cup (erste Hauptrunde) gemeldet.

 

Frauen Aktive (Axpo-Cup): knapper Sieg der Blausterne
Nach zwei grossen vergebenen Möglichkeiten kam Richterswil/Wädenswil nach einer Viertelstunde dennoch zum Führungstreffer. Die Spielanteile egalisierten sich danach, so dass Blue Stars‘ Ausgleichstreffer kurz vor der Pause eine spannende zweite Hälfte versprach. Auch diese blieb in Sachen Spielanteilen ausgeglichen. Ein umstrittener Schiedsrichterentscheid ermöglichte den Blausternen, via Elfmeter in Führung zu gehen und diese bis zum Spielschluss zu bewahren.

Blue Stars – Richterswil/Wädenswil 2:1 (1:1)
240 Zuschauer. Schiedsrichterin: Linda Schmid. Assistentinnen: Anna Böhner, Julie Graf.
Tore: 16. Oertle 0:1. 44. Locati 1:1. 76. Martic (Foulpenalty) 2:1.
Blue Stars: Sommer; Bernardino, Looser, Locati, Weber, Martic, Eilinger, Meyer, Bork, Correira, Maager. – Einwechselspielerinnen: Zellweger, Schaaf, Meier, Baloco, Prestigiacomo, El Nasr, Masiello.
Richterswil-Wädenswil: Zuberbühler, Grisoni, Hodel, Reinle, Krüsi, Bachl, Kälin, Zgraggen, Koller, Oertle, Haefeli. – Einwechselspielerinnen: Brändli, Gärtner, Ade Serrano, Hefti.
Bemerkungen: Blue Stars ohne Egli, Dugonjic und Bonfardin (alle verletzt) sowie Rutz, Obrist, Stojlkovic und Böhni (alle abwesend). Richterswil/Wädenswil keine Angaben zu Abwesenheiten. 24. Maager scheidet verletzt aus (gueti Besserig!). Sieger Blue Stars wird für die Teilnahme am Schweizer Cup gemeldet.

 

Juniorinnen B (Axpo-Cup): Rückstand zum Sieg gedreht
Das unterklassige Glattal Dübendorf (2. Stärkeklasse) kam in den Startminuten zu Feld- und Chancenüberlegenheit, ohne jedoch zu reüssieren. Das Führungstor war indes nur aufgeschoben; es fiel fünf Minuten vor dem Wechsel. Neun Minuten danach begann das Duell um den Sieg von Neuem. Ein fein herausgespieltes Blue-Stars-2:1 leitete fünf Minuten später die Wende ein. Das Blausterne-Chancenplus in den Schlussminuten bestätigte den knappen Sieg.

Blue Stars – Glattal Dübendorf 2:1 (0:1)
300 Zuschauer. Schiedsrichterin: Maya Lübke.
Tore: 35. Hesselmann 0:1. 49. Hoffmann 1:1. 54. Rochat 2:1.
Blue Stars: Rot, Salzmann, Besmer, Rohrer, Bürgler, Kainhofer, Eberle, Bangerter, Stronski. – Einwechselspielerinnen: Göncüoglu, Waldmann, Rochat, Hoffmann, Schmid, Fejzuli.
Glattal Dübendorf: Brito Viera; Stahel, Worni, Hesselmann, Christen, Poltronieri, Ferrara, Müller, Rössli. – Einwechselspielerinnen: Piff, Bogatu, Anez, Kamber, Huggenberger.
Bemerkungen: Blue Stars ohne Egger und Srdic (beide verletzt) sowie Dalla Valle (abwesend). Glattal Dübendorf ohne Vogas und Rombaldi (beide verletzt) sowie Bogatu, Cericola, Vogel und Ellerkamp (alle abwesend). 67. Lattenschuss Bürgler. Glattal Dübendorf stand bei der Siegerehrung den Gewinnerinnen geordnet und applaudierend Spalier – welch tolle Geste!

 

Juniorinnen C (Axpo-Cup): wechselnde Führungen
Der erste Treffer geschah nach erst einer knappen halben Stunde, im Anschluss an einen Eckball. Blue Stars glich nur kurz vor der Pause wieder aus. Ein neuerlicher Führungstreffer fiel diesmal kurz nach Seitenwechsel in Wädenswils Netz und der folgende Ausgleich wieder auf der andern Seite. Um eventuell erneut egalisieren zu können, verblieb Wädenswil letztlich zu wenig Spielzeit.

Wädenswil – Blue Stars 2:3 (1:1)
130 Zuschauer. Schiedsrichterin: Yanitsa Nikolova.
Tore: 27. Mure 1:0. 40. Haddaji 1:1. 43. Rohrer 1:2. 61. Mure 2:2. 74. Erbacher 2:3.
Wädenswil: Grichting, Schertenleib, Babic, Wang, Sepe, Winkler, Camor, Furrer, Rüegg. – Einwechselspielerinnen: Rupff, Dougan, Mure, Cane, Maiola.
Blue Stars: Lütschg, Antunes Godinho, Haddaji, Blum, Kuku, Erbacher, Born, Mascioli, Holzer. – Einwechselspielerinnen: Gurzeler,Rohrer, Affolter, Kilias, Bassand.
Bemerkungen: Wädenswil ohne Zgraggen und Schmidli (beide verletzt). Blue Stars ohne Senthilnathan (verletzt) .

 

Juniorinnen D (Axpo-Cup): Wiesendangens makellose Bilanz
Eine Differenz zwischen erster (Küsnacht/Zollikon) und zweiter (Wiesendangen) Stärkeklasse war während der ganzen Partie nicht auszumachen. Dies wiederspiegelte sich auch im torlosen Schlussergebnis – eine äusserst seltene Konstellation im Nachwuchsfussball. Sieger Wiesendangen beendete die Cupsaison, ohne in fünf Partien nach regulärer Spielzeit auch nur einen Gegentreffer erhalten zu haben.

Team Küsnacht/Zollikon – Wiesendangen 3:4 nach Penaltys
80 Zuschauer. Schiedsrichterin: Livia Fritschi.
Küsnacht/Zollikon: Zuber, Henricsson, Battenfeld, Weber, Burkhalter, Fus, Sasselli. – Einwechselspielerinnen: Holenweger, Schierbaum, Stergiou.
Wiesendangen: Bachmann, Rüttimann, Huber, Schläpfer, Schefer, Santamaria, Beer. – Einwechselspielerinnen: Üzmez, Brugger.
Bemerkungen: Küsnacht/Zollikon ohne Preiss und Rodriguez (verletzt) sowie Riley und Makayla Shoemake (abwesend).

 

Junioren D (Axpo-Cup): eine klare Angelegenheit
Nicht allein die im Durchschnitt grösser gewachsenen Spieler machten den Unterschied aus. Sowohl Feldvorteile wie vor allem Abschlusseffizienz liessen bereits in der Pause zum dritten Drittel an Dietikons Cupsieg keinen Zweifel.

Dietikon – Embrach 6:0 (1:0, 2:0, 3:0)
170 Zuschauer. Schiedsrichter: Petros Gakidis.
Tore: 21. Komani 1:0. 32. Afulike 2:0. 40. Demolli 3:0. 63. Lufi 4:0. 75. Wyss 5:0. 77. Lufi 6:0.
Dietikon: Diaz; Giezendanner, Hasani, Kaliki, Komani, Afulike, Lufi, Fondeur, Maliqi. – Einwechselspieler: Zuta, Stojanov, Demolli, Wyss.
Embrach: Wolperth; Züttel, Crawford, Schulzke, Racine, Gutierrez, Kapan, Wagner, Tscherry. – Einwechselspieler: Ferrari, Spiess.
Bemerkungen: Embrach ohne Kastrati und Ugolini (beide abwesend). 16. Stojanov scheidet verletzt aus (gueti Besserig!).

 

Ergebnisübersicht Samstag (Axpo-Cup-Spiele)
Aktive Herren (René-Faigle-Cup): Wallisellen - Bassersdorf 6:7 nach Penaltys
Aktive Frauen: Blue Stars - Richterswil/Wädenswil 2:1
Juniorinnen B: Blue Stars - Glattal Dübendorf 2:1
Juniorinnen C: Wädenswil - Blue Stars 2:3
Juniorinnen D: Team Küsnacht/Zollikon - Wiesendangen 3:4 nach Penaltys
Junioren D: Dietikon - Embrach 6:0

 

Fotos Franz Feldmann/www.sportfotos.ch

Cupsieger Aktive Herren: FC Bassersdorf

Cupsieger Aktive Frauen: FC Blue Stars ZH

Cupsieger Juniorinnen B: FC Blue Stars ZH

Cupsieger Juniorinnen C: FC Blue Stars ZH

Cupsieger Juniorinnen D: FC Wiesendangen

Cupsieger Junioren D: FC Dietikon

 

Die Ergebnisübersicht der Cupfinals 2016/17

Am Donnerstag: (Axpo-Cup-Spiele)
Junioren A: Wettswil-Bonstetten – United Zürich 0:5
Junioren B: Pfäffikon – United Zürich 1:3
Junioren C: Wädenswil – Schwamendingen 4:2 nach Penaltys

Am Freitag:
Senioren 30+: Srbija – Team Herrliberg-Küsnacht 2:4
Senioren 40+: Brüttisellen-Dietlikon – Wädenswil 4:6 nach Penaltys
Senioren 50+ 11er: Tuggen/Buttikon – Altstetten 0:3
Senioren 50+ 7er: Wädenswil – Wagen 0:6

Am Samstag: (Axpo-Cup-Spiele)
Aktive Herren (René-Faigle-Cup): Wallisellen – Bassersdorf 6:7 nach Penaltys
Aktive Frauen: Blue Stars – Richterswil/Wädenswil 2:1
Juniorinnen B: Blue Stars – Glattal Dübendorf 2:1
Juniorinnen C: Wädenswil – Blue Stars 2:3
Juniorinnen D: Team Küsnacht/Zollikon – Wiesendangen 3:4 nach Penaltys
Junioren D: Dietikon – Embrach 6:0

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Abstiege als Herausforderungen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
 

Zugegeben: Hatte ja fast einen Herzbruch, als der TSV 1860 München kürzlich die Relegationsspiele verlor und sportlich den Weg in die dritte Liga anzutreten hatte. Dies reichte aber noch nicht: Infolge administrativer Unzulänglichkeiten dürfen/müssen die Sechziger ihren Neuanfang in der Regionalliga starten. Raus aus der Allianz-Arena, zurück ins Grünwalder Stadion.

Das tut weh, wenn man von Kleinauf „wenn schon München, dann 1860“ in Kopf und Herz hatte. Jahrelanges Missmanagement, Führungslosigkeiten auf höchster Vereinsebene, Verkennung von Realitäten, kommunikativ katastrophal – es hat wohl so kommen müssen. Und wenn schon absteigen, dann richtig – in der dritten Liga wäre das Chaos wohl weiter gegangen. Jetzt müssen die Verantwortlichen den Traditionsverein an allen Ecken und Enden neu aufstellen – zu gut deutsch: Grundlagen zur völligen Genesung des Patienten schaffen.
Was denn haben die Sechziger in dieser Kolumne auf der FVRZ-HP zu suchen? Eigentlich nichts. Aber dennoch etwas. Nämlich diese Erkenntnis: Ist doch alles halb so schlimm. Ja und? Abstiege sind Chancen. Wer jammert, hat schon verloren. Relegationen sind Zeichen, dass zu viel falsch läuft – sowohl auf wie neben dem Platz. Und dies geht jeden Verein an, seis in der Bundesliga, der Super League oder im Amateurfussball.

Alles, was man an Arbeit investiert, soll so gut wie möglich geschehen, am Optimalen kitzeln. Aber so wie im Spiel selbst, sind die absolvierten Partien für einen aktuell arbeitenden Trainer immer die Vorlage dazu, im Training erkannte Schwächen zu verbessern. Exakt gleich verhält sich das Szenario bei einem Abstieg. Ein solcher ist – gerade im Amateurfussball – kein Weltuntergang. Augen auf und durch – und sich in Selbstbespiegelung berechtigte Fragen stellen, die man im Lauf der Saison meist ausblendet.