Fussballverband Region Zürich

98. FVRZ-Delegiertenversammlung: draussen stürmisch, innen harmonisch

Zu einem Höhepunkt der im Zweijahres-Turnus durchgeführten Delegiertenversammlung avancierte die gebührende Verabschiedung des während 30 Jahren als Verbands-Kassier tätigen Bruno Bolliger. Tanja Citherlet und René Aeschlimann wurden zu neuen Ehrenmitgliedern ernannt.

Update der Fotos im Mediacenter erfolgt:

Der FC Brüttisellen war am Freitagabend Gastgeber der 98. Delegiertenversammlung; diese wurde von 160 Vereinen besucht; 21 Clubs blieben dieser obligatorischen Zusammenkunft fern. Unter der Anwesenden befanden sich nebst Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport auch FVRZ-Ehrenpräsident Reinhard Zweifel.
Nach dem Apéro und dem Nachtessen (Rindshackbraten mit Kartoffelgratin und Gemüse) eröffnete Präsident Sandro Stroppa den wie immer sowohl geschäftlichen wie gesellschaftlichen Treff. Innert des zu behandelnden Zeitraums von zwei Jahren gesellte sich mit dem FC Galaxy Zürich ein weiterer Club zum Verband; aktuell sind 181 Vereine dem FVRZ angeschlossen.
Justament zu Versammlungsbeginn zog draussen ein mittlerer Sturm auf; im «Gsellhof» jedoch herrschte ein «friedliches Miteinander». Die gute Vorbereitung der Ressortverantwortlichen brachte mit sich, dass sowohl alle Vorschläge und Änderungen so gut wie stets ohne Gegenvoten gutgeheissen wurden.

Drei neue Vorstandsmitglieder
Mit Peter Bielmann (Leiter Sportplatzkommission; FC Unterstrass), Bruno Früh (Leiter Finanzen; FC Bassersdorf) und Tatjana Haenni (Beisitzerin, Förderung Frauenfussball; FC Zürich-Frauen) wurden die vom Regionalvorstand vorgeschlagenen neuen Vorstandsmitglieder ohne Kontra willkommen geheissen.
Die Rechnungen der Jahre 2015/2016 konnten mit Fr. 7‘850.73 beziehungsweise 10‘464.34 mit Positivabschlüssen zu den Akten geschickt werden. Drei Vorschläge betreffend minimen Statutenänderungen – die Artikel 19.1 sowie Art 48 a) und b) betreffend – hiessen die Delegierten per klarer Mehrheit gut.
Die externen Redner (Boris Ulitin; Präsident FC Brüttisellen-Dietlikon; Erik Boller, Gemeinderat Wangen-Brüttisellen; Mario Fehr, Regierungsrat Kanton Zürich; Karin Egli-Zimmermann; Kantonsratspräsidentin; Alex Miescher, Generalsekretär SFV) fanden gleich alle den gelungenen Mix zwischen Information, Wünschen und zum Schmunzeln und Lachen anregenden Worten. Ebenso alle hielten sich an den zu Grunde liegenden Fokus aller Referate: «Du kannst über alles reden, nur nicht über fünf Minuten.»

Grossen Einsatz entsprechend gewürdigt
Den Höhepunkt erlebte die Versammlung zum Abschluss der eineinhalb Stunden dauernden Zusammenkunft. Erst wurden via Laudatien von Andreas Baumann beziehungsweise Hans Schoch die jahrelang für den Regionalfussball tätigen Tanja Citherlet und René Aeschlimann zu Ehrenmitgliedern vorgeschlagen.
Citherlet besuchte 1993 den Schiedsrichter-Grundkurs und war danach über die Dauer von 23 Jahren als Schiedsrichterin, Inspizientin und Instruktorin im Einsatz. Nebst anderen Aufgaben bedeutete ihr die Förderung und Entwicklung der Frauen beziehungsweise Schiedsrichterinnen stets eine Herzensangelegenheit.
René Aeschlimann war zwischen 1990 und 2016 Mitglied der Abteilung Senioren im FVRZ und zwischen 2013 bis 2016 als Leiter der Abteilung Senioren auch Mitglied im Regionalvorstand. «Er war stets ein geschätzter Freund, auf den man sich verlassen konnte», charakterisierte Hans Schoch. Auch die einstige Ablehnung des 7er-Fussballs («Grümpelturnier» oder «Chabis») fand in der Laudatio Aufnahme – längst hat sich bei Aeschlimann auch diese Einstellung grundlegend geändert.
Für den grossen Einsatz der beiden zum Ehrenmitglied Vorgeschlagenen gaben die Delegierten noch so gerne ihr einstimmiges Okay.

Stehende Ovationen für Bruno Bolliger
Den letzten Part der DV beanspruchte die Verabschiedung von FVRZ-Finanzchef Bruno Bolliger. Laudator Willy Scramoncini gab bekannt, dass Bolliger am 1. Juli 1987 seine lange Fussballverbands-Tätigkeit im Regionalvorstand als Finanzchef startete. « Wie beruhigt waren wir so oft im Regionalvorstand, dass unser Finanzchef die Gelder unserer Vereine ebenso sorgfältig und gekonnt verwaltete und uns so doch die meisten Wünsche erfüllen konnte.» Auf eine Errungenschaft kann Bolliger besonders stolz sein: Seit Ende September 2000 ist er Mitglied der FVRZ-Stiftung; dieses «Kind» wurde praktisch von ihm geboren und hat dem Nachwuchs-Fussball im FVRZ über all die Jahre viel Geld gebracht und wird es auch weiter bringen.
Die Versammlung verdankte die grosse Arbeit Bolligers mit einer lang anhaltenden stehenden Ovation. FVRZ-Vizepräsidentin Rita Zbinden-Winkler blieb es vorbehalten, dem aus dem Amt Scheidenden ein Exklusiv-Geschenk zu überreichen.

DV-Organisator gesucht
Für die 99. Delegiertenversammlung im Jahr 2019 sucht der Verband noch einen Organisator. Interessierte Vereine melden sich bei Geschäftsführer Patrick Meier (fvrz@football.ch).

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Der Gastgeber FC Brüttisellen-Dietlikon lud im «Gsellhof» zur Versammlung ein.

Ein so gut wie auf den letzten Platz gefüllter Saal.

FVRZ-Präsident Sandro Stroppa bei der Begrüssung.

Die FCBD-Helfer legten sich ins Zeug. Ein grosses Dankeschön an den FC Brüttisellen-Dietlikon für die tolle Mitorganisation.

Bruno Bolliger (rechts) erhielt zur Verabschiedung ein originelles Präsent.

Zwei der drei neuen Vorstandsmitglieder: Peter Bielmann und Tatjana Haenni.

René Aeschlimann und Tanja Citherlet wurden zu neuen Ehrenmitgliedern ernannt.

«Guten Appetit» bei Rinds-Hackbraten, Kartoffelgratin und Gemüse.

Referenten: Erik Boller (Gemeinderat Wangen-Brüttisellen) …

... Präsident FC Brüttisellen-Dietlikon, Boris Ulitin, ...

… Kantonsratspräsidentin Karin Egli-Zimmermann …

… Regierungsrat Mario Fehr …

… und SFV-Generalsekretär Alex Miescher.

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Anmeldeschluss: Montag, 15. Januar 2018!
Dokumente:

FCs als Bewegungs-Auffangbecken

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
 

Bei einem Kollegen und dessen Partnerin zum Nachtessen eingeladen – es gibt Milchreis mit Zimt, inklusive Zwetschgen. Dafür ginge ich meilenweit, bin aber dennoch froh, dass die Fahrt nur eine knappe Viertelstunde dauert. Da parkieren wir mal und gehen ein paar Treppenstufen hoch bis vors Haus in der Überbauung.

Immer einen Fotoapparat dabei für den Fall wie diesen: Ein schönes grünes, aber kleines Feld mit eben dieser Tafel. Für einen Fussballangefressenen löst dies zwangsläufig innere Reaktionen aus. Die erste: Aha – ein Hundekotverbot findet sich nirgends; Fussball spielende Kinder sind «gefährlicher». Ein Erinnerungs-Fallrückzieher in die eigene Damals-Zeit: Luxus pur. Zehn Meter neben dem Elternhaus eine Kuhwiese zum Fussball spielen, Ski fahren und Schlitteln, 200 Meter weiter hinten ein grosser Wald. Spielplätze «zum versaue». Heute: die Wiese ist komplett verbaut (oder gar «versaut»?). Spielende Kinder: höchstens auf einem kleinen, betonierten Vorplatz.

Aber ich kann nicht innerlich lospoltern kontra dieser Tafel und den «bösen Erwachsenen», die dahinter stecken. Sie haben auch ein Recht auf Ruhe. Gerade in Überbauungen – je nachdem, wie sie angeordnet sind – löst Lärm zusätzliche Echos aus. Am 1. August beispielsweise muss man die sinnlose Knallerei gleich dreifach reinziehen. So schüttelt ob dem Fussballverbot höchstens das Herz den Kopf (geht dies überhaupt?).

Ein Fussballclub, ein Sportverein allgemein muss mit seinem Engagement für die Jugend dieses nach und nach gewachsene, auch durch äussere Umstände entstandene Bewegungs-Manko ausgleichen. Und dieser kaum irgendwo deklarierte Auftrag ist allemal weit, weit wichtiger als die möglichst höchste Ligazugehörigkeit einer ersten Mannschaft. Ein Sportclub steht als Bewegungs-Auffangbecken am Anfang (oder am Ende – je nachdem …) einer Gesellschaft, die wächst und wächst und ihren Raum braucht und nimmt.

Und es sind nicht «die andern»: Wir alle wohnen irgendwo, wos mal jungfräulich grün war und Kicken erlaubt, verboten oder immerhin «geduldet» war.