Fussballverband Region Zürich

Der FVRZ auf Besuch beim FC Engstringen

Am 8. Februar wurde ein Schiedsrichter-Infoanlass durchgeführt.

Über viele Jahre war der FC Engstringen verwöhnt und hatte ausreichend Schiedsrichter, um den Koeffizienten zu erfüllen. Nach einigen Mutationen in den vergangenen Jahren sieht die Lage nun aber anders aus und der Verein ist dringend auf der Suche nach Schiedsrichternachwuchs. Infolge dieser Thematik meldete sich der Schiedsrichter-Verantwortliche des Vereins, Andreas Buchs, beim FVRZ und bat um Unterstützung in Form eines Infoanlasses. Dieser wurde nun am Donnerstagabend, 8. Februar, mit ca. 50 Teilnehmern durchgeführt. Andreas Baumann und Jonas Erni vom FVRZ beleuchteten das Thema «Schiedsrichter» aus verschiedenen Perspektiven. Es resultierten ein anderer Blickwinkel auf die Schiedsrichterei sowie viele spannende Diskussionen zu Videoszenen aus dem Spitzenfussball. Einerseits geht es im Fussball nicht ohne Schiedsrichter, andererseits kann dieses Hobby für viele auch eine Chance für eine neue Erfahrung oder sogar eine Karriere bis hin in den Profifussball bedeuten.

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Von Ernst- und Spasskämpfen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Trainieren heisst: auf den «Ernstkampf» vorbereiten. «Ernstkämpfe» sind Meisterschafts- und Cupspiele. Aber wie Figura zeigt, sind auch Testpartien – im sprachlichen Gegensatz – nicht zwingend «Spasskämpfe». Dies bis hinab in den Breitensport, der sich – zuweilen ziemlich ungesund – am Profifussball orientiert. An ihm, der «die Spitze» bedeutet – aber was genau hat der Amateurkick mit ihm gemein?

Ist das zu einfach gesehen? Trainer üben während der Einheiten das, was in der nächsten Partie das Dringlichste ist oder zu sein scheint, um sie möglichst erfolgreich zu absolvieren. Und eben dieses nächste Spiel gibt vor, was intakt scheint und worans noch mangelt. Trainer nicht als Zappelphilipp an der Linie, sondern mehr oder weniger stiller Beobachter dessen, was ihm sein eigenes Team an Herausforderungen für die nächste Trainingseinheit zu beobachten und zu erkennen gibt.

Flexibel darauf reagieren, was verbessert werden kann und soll. Die Individuen der Mannschaft mit einbeziehen, was ihnen aufgefallen ist. Und in der Folgewoche nach besagtem Spiel liegt der Primärfokus allen Tuns gemeinsam bei der Verbesserung der gemeinsam festgestellten Mankos. Die Spieler sollen mit-erkennen statt nur einseitige theoretische Stellungnahmen anhören müssen. Auch die so genannten «Ernstkämpfe» sind demnach – so gesehen – nur Testpartien.

Gewiss: Man kann individuelles Engagement nie zu einer Einheit formen. Es gibt Trainer, die von der ersten Minute an erst so auf Betriebstemperatur kommen, wenn sie stetig lauthals Anweisungen absondern müssen. Lauf da hin, mach dies und jenes, aber wieso dieser Pass, weshalb stehst du so falsch. Je nach Spielertyp: es nervt. Und gibt mir exakt diesen Eindruck: mein Trainer hat null Vertrauen. Oder der (abgewandelte) Spruch: «Ohren zu und durch».

Übungsleiter, die glauben, sie seien gerade in einem Teamsport ultimative Vordenker bis hin zum Befehlsgeber, verschliessen sich einer wichtigen Komponente: Umgekehrt sie sollten vom Kollektiv des Teams wie von den Individuen, die es ausmachen, mindestens so viel lernen wie umgekehrt. Die Dynamik eines Teams ist nie statisch; wer den Mut aufbringt, sie zuzulassen und gar zu fördern, wird im menschlich-kommunikativen Bereich enorm viel bewirken können. Wer hingegen Angst vor Hierarchieverlust hat, ist als Trainer nicht geeignet.