Fussballverband Region Zürich

«Jedes 20. Spiel zieht eine Verletzung nach sich»

FVRZ-Premium-Partner Dr. Oliver Kessler hielt anlässlich des C-Trainer-Kurses letzte Woche in Greifensee einen einstündigen Einstieg ins Thema Sportverletzung.

Dr. Kessler überraschte die angehenden Trainer mit der referat-einleitenden Feststellung: «Das berühmte Fussballerknie existiert nicht.» Provokativ, da ja jede(r) weiss, wie genau dieses komplexe Gebilde zwischen Ober- und Unterschenkel in «unserem» Sport eines der meistbelasteten Körperteile ist. Der Referent schob allerdings nach: «Zu viel Training und zu wenig lohnende Pausen steigern die Belastung und sind kontraproduktiv.»

Das Stichwort Be-/Überlastung lässt sich erurieren. Sowohl Spitzen- wie Breitenfussball haben in den letzten Jahren eine massive Entwicklung in der Physis nach sich gezogen; dies zum Teil massiv kontra Spielfreude, Kreativität und Fantasie. Ein Beispiel: Bei einem Eckball gegen das eigene Team rennen gar in der 5. Liga die Stürmer in den eigenen Strafraum zurück. Eigentlich weiss niemand so genau, weshalb. Gegen Ende der Partie fehlt ihnen dann vielfach die Kraft, vorne den ihnen zustehenden Part – Tore schiessen – zu erfüllen. Man könnte feststellen: ein unnützer Energieverschleiss.

«Nie mee inen Zweikampf»
Statistiken lügen nicht: «Durchschnittlich geschieht jedem Fussballer in je seinem 20. Spiel eine Verletzung. Manche sind nur klein, andere erfordern ärztliche Hilfe. Gerade im Breitensport wird Letzterem ein mangelhafter bis vernachlässigter Status zugewiesen», gab Oliver Kessler den Trainern mit auf den Weg. Eine lange Liste von typischen Fussball-Verletzungen, mit teils «grausligen» Bildern unterlegt, provozierte einen Teilnehmer zu dieser Flüsteraussage zum Banknachbarn: «Ich gang nie mee inen Zweikampf.»
So weit solls nicht kommen: Der Kampfsport Fussball wird seine ihm typischen Eigenschaften behalten. Vielleicht wär in ihm aber allgemein gesünder, wenn nicht das ultimative Ergebnis das einzige Ziel allen Strebens wäre. Wenn die Gesundheit des Körpers unter dem, was doch primär Spass machen sollte, teils kurz-, vielfach aber langwierigen Schaden nimmt, wird der oder die Betroffene eine zwiespältige Bilanz über die eigene Fussballkarriere ziehen.

Erspriessliche Zusammenarbeit
Zur neuen Saison 2018/19 hin offeriert Dr. Oliver Kessler allen fvrz-angeschlossenen Vereinen beziehungsweise dessen Mitgliedern eine freiwillige Vereinbarung. Geht ein Club diese ein, werden die medizinischen Leistungen beziehungsweise die Patienten prioritär behandelt. Umgekehrt unterstützt der Verein den Arzt durch Informationen über das Zentrum für Orthopädie und Sport AG durch Informationen und Verlinkung (mit Logo) auf seiner Homepage und fördert die Vernetzung im Bereich Social Media. Beide Parteien einigen sich darauf, dass die beidseits aufgeführten Leistungen nicht verrechnet werden.
Diesbezügliche Informationen sind im Zentrum für Orthopädie und Sport AG erhältlich.

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Zentrum für Orthopädie und Sport AG
Dr. med. Oliver Kessler
Albisriederstrasse 243 A
8047 Zürich
www.sportorthopaede.ch
mpa@sportorthopaede.ch

 

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Dr. Oliver Kessler, seit einem Jahr FVRZ-Premium-Partner, referierte eine Stunde lang über Sportverletzungen, Vorbeuge, Therapien und Massnahmen.

Die Absolventen des Trainer-C-Diploms erfuhren einiges über ein vielfach vernachlässigtes Thema.

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Fussballintelligenz und Dummverhalten

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

«Fussballintelligenz» – gibts das überhaupt? Nicht wenige sind unterwegs (meist solche, die selbst nie gespielt haben), die behaupten: Fussballer sind alle dumm. Keine gute Voraussetzung also, um einen Intelligenzanspruch zu reklamieren? Oder stammen solche Pauschalsprüche von jener Sorte, die mit möglichst sinnvollen (?) Aussagen andere niedermachen wollen, um sich dadurch in Selbstbetrachtung etwas höher gestellt zu fühlen? Die simple Rechnung: Wenn andere dumm sind, bin ich intelligent?

Aber das Wort als solches gibt schon Diskussionsstoff her. Fussballintelligenz hat nichts mit Personen an sich, sondern mit deren Verhalten zu tun. Und das wissen gar Fussball Spielende selbst: So manchmal lässt sich wirklich daran zweifeln, ob da dieser und/oder jene Akteur noch alle Tassen im Schrank oder an der Schuhsohle alle Töggeli montiert hat. Wenn Emotionen überhand nehmen, scheinen diese im Umkehrschluss sowohl Vernunft wie Verstand zu verdrängen oder – im schlimmsten Fall – auszuschalten.

Nun: Menschen sind Menschen. Jede(r) ist mit ganz personentypischen, einmaligen Merkmalen und Verhaltensstrukturen unterwegs. Die einen habens seit Geburt intus, andere hingegen lernens nie: Das Zauberwort, das kein Zauber ist, heisst Selbstreflexion. Was löse ich mit meinem Verhalten aus? Ist denn immer massgebend, vom wem ich (anscheinend) zu was auch immer provoziert wurde? Überspitzt: Ich wäre ja der friedlichste aller Menschen, wenn es nicht noch andere gäbe. Wenn dies die Quintessenz für «Denäbed»-Verhalten ist, stimmt der Spruch, dass halt eben doch einige bis viele Kicker dumm sind, zumindest halbwegs eben doch.