Fussballverband Region Zürich

Ein Cupfinal-Wochenende wie aus dem Bilderbuch

Mit den abschliessenden fünf Samstagsspielen endete das Cupfinal-Wochenende der Saison 2017/18. Dieses hätte besser kaum werden können: ideale Temperaturen, kein Tropfen Regen und – wie bereits im letzten Jahr – kein einziger Platzverweis prägten das Geschehen.

Total wohnten den Spielen 3200 Zuschauer bei. Srbija, Horgen und die Blue Stars stellten je zwei Cupsieger. Bei den Aktiven Frauen gewann Winterthur, bei den Aktiven Herren Greifensee. Nur drei der 13 Partien mussten per Penaltyschiessen entschieden werden. 73 Treffer brachten eine durchschnittliche Torquote von 5,6 pro Partie.

 

Die Samstagsspiele

Herren Aktive (Rumox-Cup): im Penaltyschiessen entschieden

Drittligist Embrach stand gegen das Zweitligateam Greifensee in der Aussenseiterrolle. Ein lebhaftes Hin und Her in der Startphase eröffnete, dass eine Ligadifferenz auszumachen schwierig war. Aus einem erarbeiteten leichten Spielanteile-Plus fiel Greifensees Führung via eines schnell vorgetragenen Konters. Nur drei Minuten später der Ausgleich: Die erfolgreiche Folge eines diskutablen Elfmeterentscheids egalisierte das Ergebnis. In Abschnitt zwei mutierte die Partie mehr und mehr in Richtung physischer Elemente. Da die wenigen Chancen dies- wie jenseits nicht verwertet wurden, musste das Penaltyschiessen der Partie ein abschliessendes Ergebnis bescheren. In diesem blieb Greifensee mit souverän verwandelten Schüssen ohne Fehlversuch.

Embrach – Greifensee 2:5 nach Penaltys (1:1, 1:1)

690 Zuschauer. Schiedsrichter: Roger Studer. Assistenten: Koray Hocaoglu, Antonio Martic.
Tore: 35. Burkart 0:1. 38. Dauti (Foulpenalty) 1:1.
Embrach: Gehrig; Paradiso, De Araujo Ribeiro, Dauti (94. Tepe), Shabani (69. Tahiri), Bolli, Reutimann (79. Huber), Surlici, Nuzzi, De Filippo, Riesen. – Einwechselspieler: Buntschu, Koyutürk, Gönlügür, Huber, Korchad, Tepe, Tahiri.
Greifensee: Timmy Ley; Stella, Burkart, Aabdouri, Fikic, Laue (71. Strebel), Schneiter (92. Jenni), Unholz, Risi (75. Rinderknecht), Patrick Ley, Grüter. – Einwechselspieler: Wittensöldner, Rinderknecht, Preghenella, Bachmann, Strebel, Jenni, Allemann.
Bemerkungen: Embrach ohne Bertschy, Enzler, Hözel und Erlind Gjukaj (alle verletzt) sowie Luciano, Norton, Besart Gjukaj und Ademi. Greifensee ohne Niklaus, Bogdanovic, Fikic und Brändli (alle abwesend). Verwarnungen: 58. Patrick Ley (Foul). 62. Stella (Reklamieren). 86. Unholz (Foul). Cupsieger Greifensee wird für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups gemeldet, ebenso Meilen als Saison-Fairness-Sieger.

 

Frauen Aktive (Axpo-Cup): Rückstand zum Sieg gedreht

Im Duell der FCWs konnte Neo-Erstligist Winterthur seine minim physischen Vorteile nicht in Überlegenheit umsetzen. Umgekehrt hatte Wädenswil in spielerischen Belangen leichte Vorteile. Diese halfen mit, kurz vor der Pause in Führung zu gehen. Winterthur antwortete nur vier Minuten nach dem Tee mit dem Ausgleich. Gegen Ende der Partie nahmen Intensität und Spannung zweier gleich stark auftretenden Teams zu. Ein fein herausgespielter und sauber abgeschlossener Angriff brachte erstmals Winterthur in Führung, die in der Nachspielzeit noch zum Definitiven ausgebaut werden konnte.

Wädenswil – Winterthur 1:3 (1:0)

460 Zuschauer. Schiedsrichter: Roberto Dambone. Assistenten: Tezcan Balaban, Renato Dambone.
Tore: 38. Hefti 1:0. 49. Schläfli 1:1. 78. Rauch 1:2. 92. Krasniqi 1:3.
Wädenswil: Randegger; Romy Geiger, Lilo Geiger, Bernhard, Tanner, Morf, Mizrahi, Haefeli, Mia Geiger, Hodel, Russenberger. – Einwechselspielerinnen: Hefti, Janine Frey, Bühlmann, Gut, Hölzle, Herzog, Vanessa Frey.
Winterthur: Reutimann, Fuchs, Schläfli, Nederstigt, Hofmann, Lanzicher, Kalberer, Baumgartner, Krasniqi, Rauch, Mönch. – Einwechselspielerinnen: Buralli, Lübke, Frauenfelder, Gyger, Thaler, Kunasingam, Akanji.
Bemerkungen: Wädenswil ohne Randegger und Simona Brändli (beide verletzt) sowie Egartner, Joelle Brändli, Bachl und Grisoni (alle abwesend). Winterthur ohne Tanner, Hebeisen und Wartmann (alle verletzt). Verlierer Wädenswil wird für die Schweizer-Cup-Teilnahme (erste Hauptrunde) ebenso gemeldet wie Erstligist Winterthur. Die Cup-Teilnahme aus dem Fairplay-Wettbewerb wurde per Losentscheid ermittelt. Sowohl Schwerzenbach wie Hausen am Albis weisen per Ende Saison dieselbe tiefe Punktzahl auf; die Wahl Fortunas fiel auf Schwerzenbach.

 

Juniorinnen B (Axpo-Cup): Verdienter Blue-Stars-Sieg

Während auf Platz B die Blue-Stars-Juniorinnen C für ihren Cupsieg gefeiert wurden, konnten deren B-Juniorinnen ebenso auf einen Sieg hoffen. Sie führten bis zur Pause dank eines Treffers nach knapp 20 Minuten mit 1:0. Die Stäfner Bemühungen um den Ausgleich wurden nach einer Stunde durch einen haltbaren 18-Meter-Freistoss belohnt. Auf die nächsten Blue-Stars-Treffer konnte Stäfa nicht nochmals antworten.

Stäfa – Blue Stars 1:3 (0:1)

250 Zuschauer. Schiedsrichter: Thomas Luder.
Tore: 22. Kuku 0:1. 61. Oldani 1:1. 71. Kuku 1:2. 73. Eberle 1:3.
Stäfa: Heusser; Gousset, Caluori, Bischof, Lamm, Blust, Swantee, Oldani, Färber, Jusmani, Kadrija. – Einwechselspielerinnen: Buchmann, Mezger, Victor, Züger, Bodmer, Pfammatter, Nicheska.
Blue Stars: Lütschg; Haddji, Waldmann, Rohrer, Dalla Valle, Kuku, Egger, Schweizer, Eberle, Born, Senthilnathan. – Einwechselspielerinnen: Bürgler, Kainhofer, Rot, El Mouden.
Bemerkungen: Stäfa ohne Berisha, Ngoma, Hoffmann und Schmid (alle verletzt) sowie Sigrist (abwesend). 45. Pfostenschuss Kainhofer. Schiedsrichter Thomas Luder bestritt seine letzte Partie; er arbitrierte während über 20 Jahren.

 

Juniorinnen C (Axpo-Cup): Zu-Null-Erfolg für die Blausterne

Die Blue Stars, seit Jahren im Mädchenfussball Cupfinal-Dauerqualifizierte, führten zur Halbzeit in einer weitgehend ausgeglichenen Partie mit 1:0. Nach dem zweiten Einschuss suchte die «Spielvi» noch zumindest den Anschlusstreffer, doch die Tore waren gefallen und zu Gunsten der Zürcher verteilt.

Blue Stars – SV Schaffhausen 2:0 (1:0)

120 Zuschauer. Schiedsrichterin: Natalie Hörzer.
Tore: 27. Behna 1:0. 58. Blum 2:0.
Blue Stars: Bassand; Büchi, Behna, Blum, Mascioli, Bonilla, Rohrer, Urbanek, Ribi. – Einwechselspielerinnen: Senthilnathan, Kirschner, Holzer, Jordi, Petracca.
Schaffhausen: Leumann, Duss, Meta, Stüdemann, Ahmedi, Nussbaumer, Ademi, Gutmann, Stephani. – Einwechselspielerinnen: Moser, Groehn, Aliu, Mehmedi, Wüthrich.
Bemerkungen: Blue Stars ohne Selimi (verletzt) sowie Habegger, Koch, Ismaili, Born und Killias. Schaffhausen ohne Kidane (verletzt), Schüpbach (abwesend) sowie Künzler, Ramming, Borcic und Blaser (überzählig).

 

Juniorinnen D (Axpo-Cup): frühe Treffer als Vorentscheidung

Das Derby Gold- gegen «Pfnüselküste», bereits am Donnerstag bei den Junioren D mit Horgen als Sieger ausgetragen, endete auch bei den Mädchen zu Gunsten der Linksufrigen. Innert der fünf Startminuten trafen sie mit einem Doppelpack zu einem bereits wegweisenden Vorsprung. Männedorfs Anschlusstreffer wurde mit dem definitiven 3:1 beantwortet.

Horgen – Männedorf 3:1 (1:0, 0:1, 2:0)

230 Zuschauer. Schiedsrichterin: Schayma Outiti.
Tore: 3. Cordeiro 1:0. 5. Heusser 2:0. 49. Baruffol 2:1. 57. Attinger 3:1.
Horgen: Hirsiger; Schott, Christen, Luzzani, Sohm, Cordeiro, Forte, Pappone, Heusser. – Einwechselspielerinnen: Mösli, Rübel, Attinger, Martignano.
Männedorf: Gut; Revy, Braunschweig, Bonhage, Pradal, Flöss, Lüssi, Fent, Wetli. – Einwechselspielerinnen: Shanthakumar, von Wartburg, Baruffol, Schmid, Carter.
Bemerkungen: Männedorf ohne Hammerich und Stähelin (beide abwesend).

 

Übersicht der Partien vom Samstag

Aktive Herren (Rumox-Cup): Embrach – Greifensee 2:5 nach Penaltys
Aktive Frauen (Axpo-Cup): Wädenswil – Winterthur 1:3
Juniorinnen B (Axpo-Cup): Stäfa – Blue Stars 1:3
Juniorinnen C (Axpo-Cup): Blue Stars – SV Schaffhausen 2:0
Juniorinnen D (Axpo-Cup): Horgen – Männedorf 3:1

 

Übersicht der Partien vom Freitag

Senioren 30+: Srbija – Schlieren 4:3
Senioren 40+: Wallisellen – Srbija 5:6 nach Penaltys
Senioren 50+ (11er): Grasshoppers – Lachen/Siebnen 4:2
Senioren 50+ (7er): Brüttisellen-Dietlikon – Wagen 1:4

 

Übersicht der Partien vom Donnerstag

Junioren A (Axpo-Cup): Brüttisellen-Dietlikon – Bassersdorf 1:2
Junioren B (Axpo-Cup): FC Schaffhausen – Bülach 3:1
Junioren C (Axpo-Cup): Oberwinterthur – Veltheim 4:6 nach Penaltys
Junioren D (Axpo-Cup): Horgen – Männedorf 5:1

 

Bilder: Franz Feldmann/www.sportfotos.ch

Cupsieger Aktive Herren: FC Greifensee

Cupsieger Aktive Frauen: FC Winterthur

Cupsieger Juniorinnen B: FC Blue Stars ZH

Cupsieger Juniorinnen C: FC Blue Stars ZH

Cupsieger Juniorinnen D: FC Horgen

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Die verwässerte Ur-Regel

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Also manchmal möchte man ja schon – aus dem TV-Sessel aufspringen, in den Bildschirm hineinkriechen, auf dem Spielfeld landen und dort ganz kurz den Schiedsrichter schütteln. Denn es geht – wieder mal – ums Handspiel. Kürzlich, Bundesligapartie: Eben hat der Ref weiter laufen lassen, bis sich Köln meldet. Also raus ans TV-Gerät – und tatsächlich: er gibt Elfmeter.

Die Szene: Flankenversuch in den Sechzehner. Der Verteidiger – anderthalb Meter vom die Hereingabe Spielenden entfernt, knapp innerhalb des Strafraums hochspringend – dreht sich in der Luft ab, und der Ball fliegt an dessen Hand. Das wäre schon von Front zu Front «angeschossen»; jetzt aber sah er nicht mal, wohin die Richtung des Spielgeräts ging. Völlig unmöglich, überhaupt je auf die Idee zu kommen, dass hier eine Absicht vorlag. Meines Wissens gilt noch immer: Absicht oder unabsichtlich sind die Kriterien, ob man «Hände» pfeift oder nicht.

Aber ist ja modern geworden, diese simple Ur-Regel zu zerlegen, wie und wohins auch immer möglich ist. Hochaktuell ist «das Vergrössern der Körperfläche». Daraus wird irgendwie – auf seltsamen Umwegen – eine Permanent-Absicht unterstellt, obwohl auch hier nur eben diese Ur-Regel gilt. So ein Quatsch: die Körperfläche vergrössern. Heisst demnach: von Kopf bis Unterleib gleich Festkörper. Arme und Hände sind im Fussball-Eventualfall Vergrösserungsanhängsel. Heisst demnach auch: Beine und Füsse sind ebenso nicht dem Festkörper zuzuordnen. Oder, ganz krass: ohne so interpretierte «Vergrösserungen» könnte niemand Fussball spielen.

Um ein für allemal die Diskussionen zu beenden, gibts eigentlich eine erste «sinnvolle» Massnahme: Allen Feldspielern werden vor der Partie via Kabelbinder die Hände auf den Rücken fixiert. Dann ist fertig mit «Hände», ob absichtlich oder «angeschossen». Es sei denn, irgend ein Videoexperte finde heraus, dass ein Ball, der auf die körperrückseitig zusammengebundenen Hände gekickt wird, eventuell doch noch einer Absicht zuzuordnen sei.
So bleibt diese letzte, ultimative Konsequenz: alle Arme amputieren – erst dann hat man wirklich «Ruhe».