Fussballverband Region Zürich

Der FC Thalwil feiert eine «mezzogrande fiesta»

Zum 100-Jahre-Jubiläum lässt der FC Thalwil so gut wie nichts aus, was eigene Mitglieder wie auch die Bevölkerung zum Besuch animieren. Die Festivitäten am ersten Juliwochenende finden auf dem Areal Brand 2 statt.

                                                                                                «Wer jetzt kein Haus hat, der baut sich keines mehr (…)»
                                                                                                (aus «Herbsttag» von Rainer Maria Rilke; 1875 bis 1926)

 

Jubilierende – ob Privatpersonen oder Vereine/Verbände – begehen ihre Veranstaltungen je nach Typus: Die einen so klein wie möglich, nur in äusserst begrenztem Kreis; andere wiederum möchten viele Menschen teilhaben lassen. Der FC Thalwil, am 28. Dezember 1918 gegründet, hat sich für ein «dazwischen» entschieden: Vom 6. bis 8. Juli sind Vereinsmitglieder, Behörden und die Bevölkerung eingeladen, mitzufeiern.

Es war nicht Rainer Maria Rilkes Zeile aus seinem «Herbsttag», welche die Verantwortlichen bewog, dem FCT ein neues Clubhaus zu verpassen. Das bisherige Hauptspielfeld «Etzliberg» entspricht nicht den Vorschriften des Erstligisten. An der Generalversammlung vom September 2017 wurde dem Bau des neuen Zuhause das einstimmige Okay erteilt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,4 Millionen Franken; einen markanten Teil daran investiert(e) der FCT – er tritt als Bauherr auf – mit Eigenleistungen.
Dieses neue Club- und Garderobengebäude mit Restaurantionsbetrieb steht an den Festtagen natürlich als wortwörtliches Vorzeige-Modell im Zentrum. Der Bau bedeutet den physisch sichtbar gemachten Aufbruch ins zweite Jahrhundert des Vereinsbestehens.

Zusammengetragene FCT-Geschichte
Die rund 850 FCT-Mitglieder krieg(t)en die rund 150 Seiten starke Chronik – sie wurde unter Leitung von Hans-Jörg Meier von fünf Personen zusammengetragen und erstellt – gratis zugestellt. Zwei zum Schmunzeln anregende Auszüge daraus, aus den ersten Jahren/Jahrzehnten:
«Neben dem Fussballplatz stand ein Kirschbaum voll von schönen Kirschen. Nach langer Diskussion wurde dieser Baum unserem Präsidenten Hans Rippstein für den Betrag von 16 Franken vermietet.» Und: «Arnold Hofstetter war Platzchef. Später wurde er Ehrenmitglied und sogar Ehrenpräsident des FCT. Als Platzchef tat er alles für den Verein. Es machte ihm nichts aus, zum Beispiel für den FCT als Grundeigentümer des Etzliberg (Sportstätte des FCT) das Pflichtmass von zehn Litern Maikäfer eigenhändig zu sammeln.»

Nun denn – Maikäfer gibts am Festwochenende keine mehr. Dafür eine Menge Spass, Unterhaltung, Informationen und was da auch an der Schwelle zum zweiten Jahrhundert FC Thalwil auch immer anfällt.

Die Festivitäten im Detail

Freitag, 6. Juli:
17.00 Uhr: Beginn der Veranstaltung mit Besichtigung des neuen Club- und Garderobengebäudes
18.00 Uhr: Offizieller Akt
18.30 Uhr: Festwirtschaft
20.00 Uhr: Ansprachen
20.30 Uhr: Barbetrieb und Live-Musik mit der Band «Wildbock» aus dem Allgäu

Samstag, 7. Juli:
11.00 Uhr: Beginn der Veranstaltung mit Besichtigung des neuen Club- und Garderobengebäudes
11.30 Uhr: Offizieller Akt und Ökumenischer Gottesdienst im Festzelt Brand
13.30 Uhr: Fussballspiel FC Thalwil Selection gegen Gemeinde-Thalwil-Selection, mit Festwirtschaft

Sonntag, 8. Juli:
11 Uhr: Beginn der Veranstaltung mit Besichtigung des neuen Club- und Garderobengebäudes
11.30 Uhr: Festwirtschaft
11.30 Uhr: Freies Fussballspielen auf dem Fussballplatz für Kinder

Gratis Shuttle-Service am Freitag ab Brand in die nähere Umgebung.

 

Dieses Bijou an Clubhaus steht an den FCT-Festivitäten im Mittelpunkt.

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Von Ernst- und Spasskämpfen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Trainieren heisst: auf den «Ernstkampf» vorbereiten. «Ernstkämpfe» sind Meisterschafts- und Cupspiele. Aber wie Figura zeigt, sind auch Testpartien – im sprachlichen Gegensatz – nicht zwingend «Spasskämpfe». Dies bis hinab in den Breitensport, der sich – zuweilen ziemlich ungesund – am Profifussball orientiert. An ihm, der «die Spitze» bedeutet – aber was genau hat der Amateurkick mit ihm gemein?

Ist das zu einfach gesehen? Trainer üben während der Einheiten das, was in der nächsten Partie das Dringlichste ist oder zu sein scheint, um sie möglichst erfolgreich zu absolvieren. Und eben dieses nächste Spiel gibt vor, was intakt scheint und worans noch mangelt. Trainer nicht als Zappelphilipp an der Linie, sondern mehr oder weniger stiller Beobachter dessen, was ihm sein eigenes Team an Herausforderungen für die nächste Trainingseinheit zu beobachten und zu erkennen gibt.

Flexibel darauf reagieren, was verbessert werden kann und soll. Die Individuen der Mannschaft mit einbeziehen, was ihnen aufgefallen ist. Und in der Folgewoche nach besagtem Spiel liegt der Primärfokus allen Tuns gemeinsam bei der Verbesserung der gemeinsam festgestellten Mankos. Die Spieler sollen mit-erkennen statt nur einseitige theoretische Stellungnahmen anhören müssen. Auch die so genannten «Ernstkämpfe» sind demnach – so gesehen – nur Testpartien.

Gewiss: Man kann individuelles Engagement nie zu einer Einheit formen. Es gibt Trainer, die von der ersten Minute an erst so auf Betriebstemperatur kommen, wenn sie stetig lauthals Anweisungen absondern müssen. Lauf da hin, mach dies und jenes, aber wieso dieser Pass, weshalb stehst du so falsch. Je nach Spielertyp: es nervt. Und gibt mir exakt diesen Eindruck: mein Trainer hat null Vertrauen. Oder der (abgewandelte) Spruch: «Ohren zu und durch».

Übungsleiter, die glauben, sie seien gerade in einem Teamsport ultimative Vordenker bis hin zum Befehlsgeber, verschliessen sich einer wichtigen Komponente: Umgekehrt sie sollten vom Kollektiv des Teams wie von den Individuen, die es ausmachen, mindestens so viel lernen wie umgekehrt. Die Dynamik eines Teams ist nie statisch; wer den Mut aufbringt, sie zuzulassen und gar zu fördern, wird im menschlich-kommunikativen Bereich enorm viel bewirken können. Wer hingegen Angst vor Hierarchieverlust hat, ist als Trainer nicht geeignet.