Fussballverband Region Zürich

Ein stiller, zuverlässiger Fussball-«Chrampfer»

20 Jahre und ein paar wenige Tage sind es her, seit Walter Staufer als Wettspiel-Koordinator D-Junioren in die FVRZ-Administration eintrat. Seit einem Jahr ist der Winterthurer Leiter Ressort Wettspiele.

Lautes ist nicht Walter Staufers Welt. Wer mit ihm redet, trifft auf einen ruhigen, introvertierten Gesprächspartner. Und wie so oft: Die berühmten «stillen Wasser» haben entsprechend viel zu erzählen. Nicht nur, aber vor allem über Fussball.
1967 trat der hier Porträtierte als B-Junior in den SC Veltheim ein. Als Spieler – erst als Torhüter, dann infolge einer Verletzung als Verteidiger – blieb er dem SCV bis ins Jahr 2002 treu, stand nie auf einer Transferliste. Erst als Trainer betreute er 1986/87 während zwei Saisons das Frauen-NLA-Team der Blue Stars. Ansonsten wusste ausschliesslich der SC Veltheim seine Dienste zu schätzen: Bereits zwei Jahre nach dem Vereinseintritt war Staufer treibende Kraft im Hinblick auf eine Neuorganisation der Juniorenabteilung. In der Folge gabs einige vereinsinterne Funktionen, die Walter Staufer per aktiver Arbeit kennen lernte: Sekretär, Goalietrainer, Juniorentrainer, Aktiventrainer. Von 2012 bis 2017 stand der 67-Jährige dem Fussballverband Winterthur als Präsident vor.

Neue, verantwortungsvolle Aufgabe
Als Ressortchef Wettspiele ist Walter Staufer seit einem Jahr für die neun Koordinatoren zuständig; diese sind für Gruppeneinteilungen/Spielpläne für die anstehende Saison verantwortlich. Dann, wenn die Aktiven die Sommerpause geniessen, ist für die Abteilung Wettspiele Hochbetrieb. «In dieser Zeit – während rund eines Monats – sind für alle, die involviert sind, Ferien ein Fremdwort», weiss Staufer. Es gilt, von den Junioren E bis zu den Aktiven über 20’000 Spiele zu planen und möglichst so zu koordinieren, dass die Clubs beziehungsweise deren Mannschaften mit den Einteilungen und Spieldaten zufrieden sind. Staufer: «Wir kriegen nur wenige Interventionen von Vereinen, die Änderungen wünschen». Die aktive Unterstützung der Koordinatoren dann, wenn sie Hilfe benötigen, ist für Staufer selbstverständlich.

Interessenten sind willkommen
«Gerne würde die Abteilung noch diesen oder jenen Interessenten/diese oder jene Interessentin dazu gewinnen. Wenn Rücktritte anstehen, wären wir froh, wenn ein nahtloser Übergang gewährleistet werden könnte», hofft der Wettspiele-Chef. Allfällige Interessentinnen/Interessenten hierfür können sich beim FVRZ melden. 
Nach der Lehre als Mechaniker bei Sulzer arbeitete er zuerst als Formenbauer und dann als Qualitätsprüfer an einer Messmaschine in der Präzisionsgiesserei der Firma Sulzer AG. Nach der Schliessung der «Präz» erlernte er das Handwerk des Materialprüfers und arbeitete für Sulzer in den diversen Kernkraftwerken in der Schweiz und Deutschland. Nach 23 Jahren wechselte er in die Firma Kistler Instrumente AG und arbeitete dort noch 26 Jahre als Qualitätsprüfer.

Ernüchternde Realität
In Walter Staufers Pflichtenheft sind Spielbesuche auf Fussballplätzen eine der vielen zu erfüllenden Aufgaben. Daraus ergibt sich auch dieser Wunsch: «Noch und noch hoffe ich bei Juniorenspielen der jüngsten Kategorien auf mehr Disziplin von Eltern. Es ist teilweise fast unerträglich, wie sich Erwachsene aufführen, noch und noch Kinder beeinflussen und gegenüber ‹gegnerischen› Eltern weder Anstand noch Respekt zeigen. Kinder und Jugendliche würde man zurechtweisen – die so genannten Vorbilder hingegen glauben vielfach, sie müssten keine sein».

Walter Staufer
Geboren am 15. Januar 1951 in Winterthur
Beruf: pensioniert ab 1. Januar 2016 (früher Qualitätsprüfer bei Kistler Instrumente AG in Winterthur)
Zivilstand: verheiratet; zwei erwachsene Töchter
Wohnort: Winterthur
Hobbies: Fussball, reisen, fotografieren, «Rebengötti», Enkel geniessen
Stärken: gut im Organisieren
Schwächen: kein guter Redner
Lieblingsvereine: 1. FC Nürnberg, Winterthur, Veltheim
Lebensmotto: «Das Leben geniessen, so lange es noch geht»

Die Aufgaben im FVRZ
Koordinator Wettspielbetrieb, D-Junioren: 1. Juli 1998 bis 31. Dezember 2017
Mitglied Sportplatzkommission: seit 1. Juli 2016
Leiter Ressort Wettspiele: seit 1. Januar 2018

 

Der «Club»-Fan Walter Staufer ist gespannt darauf, wie Bundesliga-Aufsteiger Nürnberg die neue Saison absolviert.
(Foto: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

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Die verwässerte Ur-Regel

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Also manchmal möchte man ja schon – aus dem TV-Sessel aufspringen, in den Bildschirm hineinkriechen, auf dem Spielfeld landen und dort ganz kurz den Schiedsrichter schütteln. Denn es geht – wieder mal – ums Handspiel. Kürzlich, Bundesligapartie: Eben hat der Ref weiter laufen lassen, bis sich Köln meldet. Also raus ans TV-Gerät – und tatsächlich: er gibt Elfmeter.

Die Szene: Flankenversuch in den Sechzehner. Der Verteidiger – anderthalb Meter vom die Hereingabe Spielenden entfernt, knapp innerhalb des Strafraums hochspringend – dreht sich in der Luft ab, und der Ball fliegt an dessen Hand. Das wäre schon von Front zu Front «angeschossen»; jetzt aber sah er nicht mal, wohin die Richtung des Spielgeräts ging. Völlig unmöglich, überhaupt je auf die Idee zu kommen, dass hier eine Absicht vorlag. Meines Wissens gilt noch immer: Absicht oder unabsichtlich sind die Kriterien, ob man «Hände» pfeift oder nicht.

Aber ist ja modern geworden, diese simple Ur-Regel zu zerlegen, wie und wohins auch immer möglich ist. Hochaktuell ist «das Vergrössern der Körperfläche». Daraus wird irgendwie – auf seltsamen Umwegen – eine Permanent-Absicht unterstellt, obwohl auch hier nur eben diese Ur-Regel gilt. So ein Quatsch: die Körperfläche vergrössern. Heisst demnach: von Kopf bis Unterleib gleich Festkörper. Arme und Hände sind im Fussball-Eventualfall Vergrösserungsanhängsel. Heisst demnach auch: Beine und Füsse sind ebenso nicht dem Festkörper zuzuordnen. Oder, ganz krass: ohne so interpretierte «Vergrösserungen» könnte niemand Fussball spielen.

Um ein für allemal die Diskussionen zu beenden, gibts eigentlich eine erste «sinnvolle» Massnahme: Allen Feldspielern werden vor der Partie via Kabelbinder die Hände auf den Rücken fixiert. Dann ist fertig mit «Hände», ob absichtlich oder «angeschossen». Es sei denn, irgend ein Videoexperte finde heraus, dass ein Ball, der auf die körperrückseitig zusammengebundenen Hände gekickt wird, eventuell doch noch einer Absicht zuzuordnen sei.
So bleibt diese letzte, ultimative Konsequenz: alle Arme amputieren – erst dann hat man wirklich «Ruhe».