Fussballverband Region Zürich

Seniorenteams mit Fairness-Preisen bedacht

Am Montagabend des 3. September wurden von Seiten der Fussball-Senioren-Vereinigung die traditionellen Fairness-Auszeichnungen vergeben. Zwei Teams hatten in der Endabrechung der Saison 2017/18 betreffend Strafen eine blanke Null auszuweisen.

Seniorenfussball und Fairplay – das geht zusammen. Die Karriere-Höhepunkte der Aktivenzeit sind passé – ergo geht alles ein bisschen gemächlicher vonstatten. Oder besser: sollte gehen. In der Extreme noch ausschweifender: geht gar nicht. Für letztere Sorte mussten gar Partien abgebrochen werden.

Je älter man(n) wird, desto grösser die Distanz zu jenen Jahren, in denen man(n) jung, knackig und breitensport-athletisch daher kam. Ehrgeiz und physische Konstellationen liefen im günstigsten Fall parallel. Aber das Alter nagt: Die vielen in grösstenteils sitzender Position ausgeübten Berufe halten den Körper zudem nicht zwingend in Wettkampfform.

Wohl jenem Individuum, das die Spannweite erkennt: Der Geist lässt einen nochmals 20 oder 26 sein, doch der Körper lässt sich nicht übertölpeln und setzt Schranken. Ergo ergibt sich eine tief inne liegende Grundspannung, mit der jeder – bitteschön – umzugehen lernen muss. Wohl jenem, der mit sich nicht zwingend im Reinen, aber doch immerhin in der Balance «gesund» daher kommt. Disziplin (= auch Fairplay) ist immer auch eine Form von Selbstbewusstsein beziehungsweise – sich daraus ergebend – Selbstkontrolle.

Faires Verhalten wurde belohnt
Zwölf Teams aus den verschiedenen Kategorien wurden an einer kleinen, aber würdigen Feier im Restaurant «Grünwald» in Zürich-Höngg erst mit Preisen, anschliessend mit einem Essen (plus Dessert) bedacht. Bereits vorab Ausgezeichnete belegten beim Vereinspreis erneut die ersten, so genannten Medaillenränge. Ein Kleinquiz mit drei Fragen aus der Spieladministration des FVRZ sah die Vertreter des FC Linth 04 als wortwörtliche Besserwisser.
Beim allgemeinen Adieu war da und dort ein «bis zum nächschte Mal» zu vernehmen. Ja, es gibt sie, die Dauerpräsenten. Teams, die von Saison zu Saison ohne oder mit minim wenigen Strafpunkten wieder und wieder zum Fairplay-Anlass erscheinen. Teams, in denen «Straftäter» zu temporär Geächteten aufsteigen.
All sie haben irgendwie eine offenbar besondere Kultur, die belegt: es geht auch ohne. Wie ein schöner Gruss an all jene, die den Fussballplatz zum Abreagieren von Frust und persönlichen Defiziten missbrauchen. Das Wort «Torheit» hat notabene nichts mit geschossenen oder erhaltenen Treffern zu tun.

Die je ersten Drei pro Kategorie
Senioren 30+:
1. Tuggen, 2. Neuhausen 90 und Oberwinterthur
Senioren 40+: 1. Unterstrass, 2. Meilen und Räterschen
Senioren 50+ 11-er: 1. Industrie Turicum b, 2. Team Aegeri/Menzingen, 3. Altstetten b
Senioren 50+ 7-er: 1. Freienbach b, 2. Witikon-Neumünster b, 3. Linth 04 b
Vereinspreis: 1. Oberwinterthur, 2. Räterschen, 3. Industrie Turicum

 

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Senioren-Leiter Hans Schoch begrüsste fairplay-aufgestellte Vereinsvertreter und sein Team der Senioren-Vereinigung.

Aufmerksame Zuhörer in der Jägerstube des Restaurants «Grünwald» in Zürich.

Die Besten der Senioren 30+: Sieger Tuggen (Mitte) wird flankiert von den ex-aequo-Zweiten Neuhausen (links) und Oberwinterthur.

Die Sieger der Senioren 40+: Sieger Unterstrass (Mitte) mit den ex-aequo-Zweiten Räterschen (links) und Meilen.

Bei den Senioren 50+/11-er wurde Turicum (Mitte) Sieger. Das Team Aegeri/Menzingen (links) folgte als Zweiter, Altstetten b belegte Rang drei.

Freienbach b (Mitte) gewann die Kategorie 50+/7-er vor dem Team Witikon-Neumünster b (links) und Linth 04 b.

Der Vereinspreis ging an Oberwinterthur (Mitte) vor Räterschen (links) und Industrie Turicum.

zurück
Anmeldeschluss: Montag, 14. Januar 2019!
Dokumente:
- Spieltag Aktive Herren (5. Liga)
- Junioren D (Promotionsklasse): Info / Bewerbung

Ein (zu?) frommer Neujahrswunsch

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Was würden sie alle sagen, die damals ihren Verein gründeten? Mit Schaufeln und Pickeln den ersten eigenen Platz herstellten, sich Abend für Abend und Wochenende für Wochenende zu Gunsten dieses (für sie) grossen Projekts ins Zeug legten? Und im Administrativbereich innergemeindlich einen mehr oder minder harten Kampf gegen Vertreter der Turnvereine ausfechten mussten? Turnen als «Edelsport», Fussball als ungezügeltes Proletarier-Gekicke?

Ein Grossteil dieser Gründerherzen und -hände lebt nicht mehr. Was wäre die Reaktion dieser Basismenschen, der Fundamentler, auf deren Arbeit gedeihen konnte, was da auch immer kommen sollte? Was wäre ihre wortwörtliche Aussenbetrachtung auf dieses Gewachsene, die Entwicklungen, die ihr Verein im Lauf all der Jahre genommen hat? Was könnten sie nachvollziehen, positiv werten? Und worüber schüttelten sie den Kopf in Sinn von «das war damals so nicht gedacht»?
VerEINe tragen nicht umsonst diese Bezeichnung. Sieben Buchstaben, im sozialen Zentrum derer das EIN. Dahinter versteckt sich fast unendlich viel: Verantwortung übernehmen für alle, die in diesem Club Fussball erleben und erlernen wollen, den gesellschaftlichen Wert wo immer möglich hoch halten, Identifikation fördern, Perspektiven schaffen.

Wenns noch immer – viel zu viele – Clubs gibt, die mit einer mit viel Geld aufgeblähten ersten Mannschaft den eigenen Verein spalten, kein Eigener im so genannten Aushängeschild mehr Platz findet und man eventuelle Doch-noch-Kandidaten zu tieferklassigen Nachbarvereinen abschiebt, begehen Verantwortliche einen fortgesetzten Missbrauch des VerEIN-Ursprungsgedankens. Eine ehrliche Bestandesaufnahme über die tatsächliche sportliche Qualität des Gesamtvereins, über dessen Ausbildungsengagement, über das Ernst-Nehmen der anvertrauten Mitglieder kann nicht geschehen, wenn lieber so genannt «fertige» Spieler eingekauft werden. Die einen müssen zahlen, die andern kriegen. Allein dieses soziale Ungleichgewicht lässt feststellen: Sinn und Zweck nicht erkannt, in einem Breitensportclub eher an Profistrukturen interessiert, damit man gegen aussen hin auch «jemand» ist oder zumindest scheint.

So wäre mein Neujahrswunsch an besagte Vereine: Wacht endlich auf und nehmt eure Basisverantwortung ernst. Kann doch nicht sein, dass ausgerechnet jene, die für eben genau diesen inneren Vereinszusammenhalt zuständig sein sollten, aus einem VerEIN ein VerZWEI mach(t)en und dies noch toll finden. Da steht Selbstbeweihräucherung weit oberhalb eines grundlegenden Dienstes am und mit dem Gesamtverein.
Wie sagte doch Johannes Bachmayr an der Jahres-Hauptversammlung des FC Bayern München zu Uli Hoeness: «Dies ist nicht Ihr Verein.» Genau diese Feststellung geht zuweilen weit hinab zu Führungsleuten von Amateurclubs. Viele von ihnen reagieren mit hoeness’schen Abwehrreaktionen – es wird durchgezogen, und wer andere Überlegungen zum Wort «VerEIN» hat, ist Nestbeschmutzer und Intrigant. Keine Ahnung, ob solche Leute überhaupt wissen, dass das Wort Demokratie ohne «ck» geschrieben wird.