Fussballverband Region Zürich

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Anmeldeschluss: Montag, 17. Juni 2019!
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Schlüsselszenen unter der Lupe

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Fussball ist immer sowohl Aktuell-Geschehen wie Relativ-Vorkommnis. Ist sowohl «bitterer Ernst» wie Sport-Theater in all seinen Facetten. Nicht zuletzt dann, wenn wieder so genannte Schlüsselszenen zur Diskussion stehen. Auslöser von solchen sind so gut wie immer – man weiss es ja schon vorab – Schiedsrichterentscheide. Szene XY hat den Ausgang der Partie dermassen beeinflusst, dass das Ergebnis fortan – wen wunderts – auf die andere statt gewünschte Seite kippte. Kann auch heissen: Der Unparteiische hat nicht nur eine Pfeife als Akustik-Instrument, sondern trägt gar einen Schlüssel im Hosensack hinten rechts. Je nachdem.

Wer sich dann diese Diskussionen zu Gemüte führt, muss nicht, aber darf schon staunen. Fixierung auf eine Szene, die de facto entscheidend ergebnisbeeinflussend war? Ein Sekundenentscheid, wo doch ein Fussballspiel (ohne Nachspielzeit) 5‘400 Sekunden dauert? Wie viele andere Schlüsselszenen spielen sich in diesen 90 Minuten ab? Und zwar meist viel weit reichendere als besagte?

Ist das keine Schlüsselszene, wenn der Verteidiger seinem Kollegen beim Einwurf den Ball auf Halshöhe wirft, dieser den Ball nicht unter Kontrolle bringt und daraus folgend der Gegentreffer entsteht? Ist das keine Schlüsselszene, wenn der vermeintlich Freistoss-Kunstschütze das Leder nicht nur übers Tor, sondern zusätzlich über den Ballfänger drischt? Keine Schlüsselszene, wenn ein Rüpel meint, er müsse die eben erhaltene Gelbe noch mit einer Schiedsrichterbeleidigung quittieren? (… und tschüss …).

So viele Details erweisen sich in einer oberflächlichen oder tiefer gehenden Analyse als resultatbeeinflussend, ja gar spielentscheidend. Der Fehlersport Fussball lebt nun mal davon, dass das Halbrund des Fusses mit dem Ganzrund des Balls nie zu einer kontrollierbaren Geometrie zusammen finden. So gibts weiterhin – und zu Hunderten! – so genannte Schlüsselszenen, die mit Schiedsrichterentscheiden null und nichts zu tun haben. Diese aber laufen meist unter «kann passieren, halb so schlimm». Ist halt eben alles doch nur Sport-Theater?

Weshalb sind die einen bereits vor deren erstem Pfiff «schlüsselszenen-schuldig», während für andere, noch bevor sie das Spielfeld betreten, (Wortspiel!) «not guilty» gilt? Fussball, du ewig irrationales Spiel mit meist tief rosarot gefärbtem Interpretationsspielraum. Mit Gutheissen oder Verdrängen von unwiederbringlich fest stehenden Fakten, frei nach dem Motto «ich sehe, was ich sehen will».