Fussballverband Region Zürich

FVRZ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter loteten Optimierungsmöglichkeiten aus

Weit mehr als «nur» simple Weiterbildung: Der dritte FVRZ-Kongress, auf Samstag des 1. Dezember einberufen, ging gegenüber seinen Vorgängern einen neuen Weg.

Die FVRZ-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeiteten in verschiedenen Gruppen an Dienstleistungs-Optimierungsmöglichkeiten für Vereine und deren Mitglieder.

An die 60 in verschiedenen Aufgaben für den Verband Tätige fanden im Hotel «Marriott» in Zürich unterschiedliche, ihnen aber bekannte Themengebiete vor. Hauptziel des drei Stunden dauernden Arbeitsgebiets war, Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen, zu diskutieren und danach möglichst erfolgreich umzusetzen.

«Demokratie bedeutet Verantwortung»
FVRZ-Präsident Sandro Stroppa eröffnete den Anlass in sichtbar guter Laune: «Erstmals sehe ich den ‹ganzen Haufen› an FVRZ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern gesammelt vor mir.» Sie alle, die gekommen waren, sind in verschiedenen Ressorts für einen möglichst reibungslosen Ablauf der über 22‘000 Spiele pro Saison und eine gut funktionierende Kommunikation zwischen Verband und Vereinen verantwortlich. Stroppa liess seine Vorstellung von Verbandsführung mit einfliessen: «In meinem Verständnis kriegt jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter Kompetenz und Verantwortung; dies ist eine Grundvoraussetzung einer lebendigen Demokratie. Habt Träume, habt Visionen – und bringt diese in eine umsetzbare, konstruktive Form», ermunterte Stroppa «seine Familie».

«Auch ein Ja zum Breitensport»
Dass Regierungsrat Mario Fehr seit Jahren beim FVRZ keine emotionslosen Behörden-Pflichtbesuche abstattet, ist hinlänglich bekannt. Der bekennende Fussballfan hielt nicht nur eine erfrischend kurze Rede, sondern begleitete den Anlass während dessen ganzen Dauer. Fehr interpretierte die kürzlich statt gefundene Abstimmung pro neuem Hardturm-Stadion nicht allein den Protagonisten Grasshoppers und FC Zürich zu Gute kommend: «Dies war ein Stimmbürger-Bekenntnis pro Breitensport. Das Abstimmungsergebnis bedeutet eine Anerkennung des Fussballs in der Gesellschaft, auch einen Dank an die vielen kleinen und mittleren Amateurvereine in ihrer vielschichtigen, intensiven Arbeit mit uneinschätzbar hohen Werten an Integration.»

Erarbeitete Erkenntnisse
Nach diesen Einleitungsworten zogen sich die Teilnehmer in verschiedene Räumlichkeiten zurück und behandelten die ihnen zugewiesenen Arbeiten lebhaft diskutierend. Ziel dieser  Workshop-Arbeiten war, im zweitletzten Programmpunkt gegen 11.15 Uhr dem Plenum die wichtigsten Erkenntnisse zu präsentieren.
Daraus einige Beispiele:
Die Gruppe Frauen forderte als Resultat ihrer Diskussionen, dass jeder Verein Mädchen- und Frauenfussball anbieten müsste, um die Mehr-oder-Minder-Stagnation durchbrechen zu können. Es gelte, Verbindungen zwischen Schulen und Gemeindebehörden herzustellen und intensiv hoch zu halten.
Andere Fixpunkte listete die Gruppe Technik auf: Die Unterstützung der Vereine sollte auch dem Verband zu Gute kommen. Eine vermehrte Mobilität (Besuche von Vereinen mit Problemen) müsse beachtet werden. Spezifische Kurse (Club-Corner, Trainerneulinge, Sekretariatsarbeiten) erforderten ebenso da und dort persönliche Verbandspräsenz.
Die Gruppe Schiedsrichter beschäftigten zwei Themen in einem: Anwerbung und Halten von Unparteiischen. Sie sah eine Unterstützung von Schiedsrichter-Verantwortlichen in den Vereinen als dringend notwendig; vielfach geschehe diesbezüglich rein gar nichts, und der als Verantwortlicher Angegebene entpuppe sich zu oft nur als «Papiertiger».

Mittagslunch zum Abschluss
Zwar mussten die Präsentationen nicht abrupt beendet werden, weil gegen 12 Uhr der die Veranstaltung abschliessende Mittagslunch anstand. Dennoch hätten die Themen in ihrer Vielfalt Material für weitere vier oder fünf Stunden an intensiven Diskussionen hergegeben. 

3. FVRZ-Kongress
Samstag, 1. Dezember 2018, Hotel Marriott, Zürich
Anwesend: rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FVRZ
Gastreferent: Regierungsrat Mario Fehr
 
Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)
 
Im Studio 6 arbeiteten die Gruppen Frauen und Technik.
 
Regierungsrat Mario Fehr: seit vielen Jahren Herzblut-Gast an grösseren FVRZ-Veranstaltungen.

FVRZ-Präsident Sandro Stroppa begrüsste den «grossen Haufen» an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Herzhaftes Zugreifen beim den Anlass abschliessenden Stehlunch.

An die 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter harren noch der Dinge, die da kommen.

Bei Kaffee und Gipfeli gespannt darauf, was der Halbtag denn so bringen wird.

Es sei notiert, was an Ideen festgehalten werden muss.

Die Mitglieder der Gruppe Strafen beim Studium von Unterlagen.

Gelbe Blätter provozieren Aufmerksamkeit.

Schnell aufschreiben, damit die Ideen nicht verloren gehen.

Pascal Humbel präsentiert die Ergebnisse der Gruppe Technik.

Als Dank fürs grosse Engagement kann Mario Fehr (links) aus den Händen von Sandro Stroppa zwei Präsente entgegen nehmen.

Damit jede(r) weiss, wohin zu gehen wäre.
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Anmeldeschluss: Montag, 17. Juni 2019!
Dokumente:

Schlüsselszenen unter der Lupe

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Fussball ist immer sowohl Aktuell-Geschehen wie Relativ-Vorkommnis. Ist sowohl «bitterer Ernst» wie Sport-Theater in all seinen Facetten. Nicht zuletzt dann, wenn wieder so genannte Schlüsselszenen zur Diskussion stehen. Auslöser von solchen sind so gut wie immer – man weiss es ja schon vorab – Schiedsrichterentscheide. Szene XY hat den Ausgang der Partie dermassen beeinflusst, dass das Ergebnis fortan – wen wunderts – auf die andere statt gewünschte Seite kippte. Kann auch heissen: Der Unparteiische hat nicht nur eine Pfeife als Akustik-Instrument, sondern trägt gar einen Schlüssel im Hosensack hinten rechts. Je nachdem.

Wer sich dann diese Diskussionen zu Gemüte führt, muss nicht, aber darf schon staunen. Fixierung auf eine Szene, die de facto entscheidend ergebnisbeeinflussend war? Ein Sekundenentscheid, wo doch ein Fussballspiel (ohne Nachspielzeit) 5‘400 Sekunden dauert? Wie viele andere Schlüsselszenen spielen sich in diesen 90 Minuten ab? Und zwar meist viel weit reichendere als besagte?

Ist das keine Schlüsselszene, wenn der Verteidiger seinem Kollegen beim Einwurf den Ball auf Halshöhe wirft, dieser den Ball nicht unter Kontrolle bringt und daraus folgend der Gegentreffer entsteht? Ist das keine Schlüsselszene, wenn der vermeintlich Freistoss-Kunstschütze das Leder nicht nur übers Tor, sondern zusätzlich über den Ballfänger drischt? Keine Schlüsselszene, wenn ein Rüpel meint, er müsse die eben erhaltene Gelbe noch mit einer Schiedsrichterbeleidigung quittieren? (… und tschüss …).

So viele Details erweisen sich in einer oberflächlichen oder tiefer gehenden Analyse als resultatbeeinflussend, ja gar spielentscheidend. Der Fehlersport Fussball lebt nun mal davon, dass das Halbrund des Fusses mit dem Ganzrund des Balls nie zu einer kontrollierbaren Geometrie zusammen finden. So gibts weiterhin – und zu Hunderten! – so genannte Schlüsselszenen, die mit Schiedsrichterentscheiden null und nichts zu tun haben. Diese aber laufen meist unter «kann passieren, halb so schlimm». Ist halt eben alles doch nur Sport-Theater?

Weshalb sind die einen bereits vor deren erstem Pfiff «schlüsselszenen-schuldig», während für andere, noch bevor sie das Spielfeld betreten, (Wortspiel!) «not guilty» gilt? Fussball, du ewig irrationales Spiel mit meist tief rosarot gefärbtem Interpretationsspielraum. Mit Gutheissen oder Verdrängen von unwiederbringlich fest stehenden Fakten, frei nach dem Motto «ich sehe, was ich sehen will».