Fussballverband Region Zürich

«Korrektheit ist die oberste Maxime»

Seit offiziell 15 Jahren ist Christian Frei für den Verband tätig.

Als aktueller Koordinator für die 4. Liga sowie die Senioren 40+ und 50+ hat er sich im Lauf der Jahre eine grosse Routine angeeignet.

Er ist unübersehbar. Taucht Christian Frei irgendwo auf, ist er meistens überragend. Wer stolze 1,93 Zentimeter misst, kann – ohne es zu wollen – auf andere herab schauen. Dies gilt für den 62-jährigen Frührentner allerdings nur für die physischen Belange. In seinen Tätigkeiten für den FVRZ versteht er sich in allen Belangen als jahrzehntelang engagierter Dienstleister an Verband und Vereinen.

In Schwamendingen aufgewachsen, trat Frei als C-Junior dem FC Oerlikon bei. Weitere Fussballstationen waren (während der «Stifti») der FC Kantonalbank, der SV Rümlang (damals 3. Liga) sowie der SV Seebach (die zweite Mannschaft spielte ebenso in der 3. Liga). Wohl auch durch seine Physis bedingt, fühlte er sich in defensiven Positionen (Mittelfeld, Abwehr) eher zu Hause als in Offensivbelangen. Ende der 90-er Jahre schloss er seine Karriere bei den Veteranen des FC Zürich-Affoltern ab. 

Indes gabs auch weitere «Fussball-Ausflüge»: Zwischen 1979 bis 1985 betätigte sich der hier Porträtierte als Schiedsrichter, und zwischen 1974 bis 1997 war Christian Frei beim SV Rümlang, dem SV Seebach, dem FC Zürich-Affoltern und dem FC Rüti als Juniorentrainer der Kategorien D, E und F tätig.

Erste Administrativaufgaben
Weit früher als die offiziellen 15 FVRZ-Jahre war Frei in Administrativbelangen tätig. Als Spikosekretär des SV Seebach (1978 bis 1982 und 1997/98), Spikopräsident beim FC Zürich-Affoltern (1982–1997) und als Juniorenobmann bei Blue Stars 1998 bis 2000) erarbeitete er sich praktisches Fachwissen und -können. Ebenso koordinierte er während Jahren (1989 bis 2006) die Spiele der F-Junioren von diversen FVRZ-Vereinen unter dem Namen «Junioren-U8-Meisterschaft»“.
Als ihn Willy Scramonicini im Jahr 2002 für eine Aufgabe im FVRZ anfragte, sagte Frei zu und übernahm für zwölf Jahre die Koordination der E-Junioren. Nicht zuletzt in Folge grosser Zufriedenheit der Verbands-Verantwortlichen wurden ihm weitere Verantwortlichkeiten übertragen. Als Mitglied der Abteilung Spielbetrieb betreut Christian Frei seit Jahren die 4. Liga sowie die Senioren 40+ und 50+. Ausserdem ist er in der Abteilung Senioren und Stellvertreter der Leitung tätig.

«Man muss auf vieles achten»
Und was ist denn nun die Primäraufgabe eines Koordinators? Gruppeneinteilungen und Spielpläne erstellen. Schreibt sich leicht – doch was verbirgt sich konkret hinter der Arbeit? «Mit allem Drum und Dran ist dies fast eine mathematische Aufgabe», sagt Frei.
Fest steht vorab die Anzahl Teams; in der 4. Liga machen 12x11 Mannschaften mit. Auch die Seniorengruppen haben Jahr für Jahr eine Fixzahl an Teams. Ergo gilt nun, möglichst regionale Gruppen zusammen zu stellen und auf Besonderheiten oder nachvollziehbare Gründe der Vereine Rücksicht zu nehmen. Darunter fallen Freiwünsche oder zum Beispiel «alles Auswärtsspiele» wegen Platzrenovationen. «In witterungsbedingt besonders heiklen Gegenden wie zum Beispiel Einsiedeln, Feusisberg-Schindellegi, Lohn oder Wald gilt es, im November und März möglichst keine Heimspiele anzusetzen, da vielfach verschoben werden muss», meint Frei.

Von den Clubs sehnlichst erwartet
Stehen die Gruppeneinteilungen, werden sie provisorisch veröffentlicht, nachdem diese die internen FVRZ-Kontrollinstanzen durchlaufen haben. Nach Ablauf der Einsprachefrist gehts ans Erstellen der Spielpläne. Dazu hat Christian Frei eine eigene Excel-Datei kreiert, via der pro Gruppe so rund eine Stunde an Arbeit anfällt. Innert wenigen Tagen sind die Wettspielkalender der 4. Liga und der Senioren 40+/50+ erstellt und gehen zum Abgleich mit den anderen Koordinatoren des FVRZ, bevor sie – von den Clubs sehnlichst erwartet – publik gemacht werden.
Und was ist, wenn Reklamationen oder nachträgliche Bitten eingehen? «Chrigel, chasch nüd … - oft höre ich dies und jenes. Aber es nützt nichts, Kollegen hin oder her. Korrektheit ist meine oberste Maxime. Ich bin der Aufgabe verpflichtet, und die will ich so neutral und präzis wie nur möglich erfüllen», meint Frei.
Ist die aufwändigste Arbeit des Jahres erledigt, kann sich Christian Frei nicht zurück lehnen. Im Pflichtenheft des Koordinators stehen unter anderem auch die Aufgaben als Inspizient; pro Halbjahr sind fünf Augenscheine Pflicht: «In dieses Ressort fallen die allgemeinen Rahmenbedingungen wie Infrastruktur, die korrekte Platzzeichnung, das Verhalten der Zuschauer und weitere Details, die für eine korrekte Spielabwicklung massgebend sind.»

Auf allen Plätzen präsent
Wer so viele Jahre sowohl via Büro wie auf den Spielfeldern präsent ist, kann dieses Fazit ziehen: Es gibt in der Region keinen Platz, den ‹der Frei› noch nicht gesehen hat. Und wenn irgendwo neue erstellt werden: Vereine – wenn einer mit einer ansehnliche Körpergrösse auftaucht, dessen Stimmkraft unüberhörbar ist und der strammen Schrittes daher kommt – es müsste sich wohl tatsächlich um Christian Frei handeln …

Steckbrief Christian Frei
Geboren am 25. Mai 1955
Beruf: Frühpensionär, vormals kfm. Angestellter
Wohnort: Gebenstorf AG
Zivilstand: verheiratet
Verein: FC Dietikon
Hobbies: Skifahren, Velofahren, Wandern, Natur geniessen und gut essen
Stärken: Korrektheit und Genauigkeit
Schwächen: ungeduldig
Lebensmotto: «leben und leben lassen, nun auch Leben geniessen»

Freundschaft und Geselligkeit sind Christian Frei wichtig, aber nie seine Aufgabe beeinflussend.

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Krampflos in die neue Saison

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
 

Fussball ist – das Bild beweist es – vielfach «en Chrampf». Wer wüsste dies nicht besser als Vereins-funktionäre. Für die eigenen Mitglieder stets den Status als Dienstleister zu erfüllen, so gut wie alles zu tun, damit möglichst alles reibungslos läuft – eine Monsteraufgabe. Dies in Zeiten, in denen die berufliche Inanspruchnahme mehr und mehr fordert. Für (zu?) viele geht die eigene Freizeit so gut wie völlig zur Sparte Fussball und Verein.

Die Foto hat Symbolcharakter. Einander helfen, damit die Arbeit für alle leichter fällt. Der Fussball mit seinen oft verschobenen Realitäten und Relationen macht vielfach die Akteure auf dem Rasen zu den angeblich wichtigsten Personen im Verein – ein Fakt, der bis weit hinunter in die Amateurliga grassiert. Der Fussball macht kickende Menschen zuweilen zu regional begrenzten «Mini-Helden». Neuzuzüge sind publizistisch wichtiger als jahrelang von Kleinauf im und in den Verein integrierte Spieler – die sind meist keine Zeile wert.

Einander helfen fängt bei so kleinen Dingen an: Beim Auslaufen vom eben absolvierten Spiel auf den Rasen gucken und allfällige Löcher zumachen – den Platzwart würds freuen. Im Clubrestaurant – meist per Selbstbedienung betrieben – das Geschirr zurück bringen oder die Becher in den Abfallkorb schmeissen – die Wirtsleute würde freuen. Die Garderobe so verlassen, wie man sie selbst wieder vorfinden möchte – das nächste Team würds freuen.

Es ist so einfach: einander in alltäglich kleinen Dingen helfen, damit nicht irgendwann jemand mit wortwörtlichem «Chrampf» am Boden liegen bleibt und Unterstützung braucht, um wieder aufzustehen. Ein Vereinsgeist zeigt sich auch dort, wo so gut wie niemand je hin guckt.

In diesem Sinn wünscht der Verband allen, die in den nächsten Tagen zur neuen Saisons starten, ein möglichst «chrampfloses» Miteinander.