Fussball in all seinen persönlich erlebten Facetten: Im aktuellen Jubiläumsjahr veröffentlicht der FVRZ in dieser Rubrik wöchentlich wechselnde, individuell erfahrene Beiträge rund ums lederne Rundum.
Als Kunstrasenplätze noch nicht aktuell waren

Von Hanspeter Gutmann,
Ehrenmitglied FVRZ;
Abteilung SR, SR-Aufgebot seit 1990
Gerne berichte ich darüber, wie früher das Problem des unbespielbaren Terrains gelöst wurde. Es war an einem Samstag im Mai vor knapp 20 Jahren. Unser Trio – damals war immer das gleiche Team zusammen – erhielt das Aufgebot für das vorentscheidende Spiel in der 1. Liga zwischen Ponte Tresa und Vaduz. Seit Tagen hatte es geregnet. Der SFV entschied, dass der SR den Entscheid fällt, ob das Terrain bespielbar sei. Wir informierten unsere Partnerinnen, dass wir zwei Tage gemeinsam im Tessin verbringen würden. Hotel, Schifffahrt, Nachtessen usw. wurde organisiert.
Am Sonntag waren wir, wiederum bei strömendem Regen, pünktlich in Ponte Tresa. Inzwischen wussten wir und die beiden Vereine, dass, sollte das Spiel verschoben werden müssen, dieses am nachfolgenden Mittwoch mit demselben Trio stattfinden würde. Vaduz und das Trio wollten die Partie durchführen. Wer möchte schon zweimal innerhalb vier Tagen ins Tessin fahren?
Platzinspektion: Überall Wasserlachen und eigentlich unbespielbar. Aber da, doch noch ein Lichtblick: Bei einer Eckfahne war ein Stück Rasen deutlich sichtbar. Wir begaben uns an diesen Fleck, und der SR liess den Ball fallen, welcher – oh Glück! – auch wieder aufsprang. Der SR schaute uns LR (damals hiess es noch Linienrichter) an, und wir nickten mit dem Kopf. So wurde aus dem harmlos ausgedrückt «kritischen Terrain» ein bespielbares.
Fazit: Durchnässt bis auf die Haut, brachten wir das Spiel über die Bühne. Ponte Tresa gewann mit einem Tor durch einen stehenden Ball (Freistoss). Dieses Problem – war es eines? – kann heute durch Kunstrasenplätze eliminiert werden. |