
Mit der immer stärker werdenden Popularität des Fussballs nach dem Ersten Weltkrieg und dem aufkommenden Professionalismus in der Schweiz begannen sich die Interessen der Spitzenklubs in der damaligen Serie A und der Klubs aus unteren Serien diametral zu entfernen. Zentrale Streitpunkte in der Organisation der Meisterschaften in der Abteilung Fussball des Schweizerischen Fussball- und Athletik-Verband (SFAV) bildeten über Jahre die Zuteilung der Regionen und der auszutragende Modus mit der Einteilung der Klubs in die Serie A, B, C usw. sowie die Durchlässigkeit, Relegation und Promotion, zwischen den verschiedenen Serien.
Nachdem sich die Klubs der unteren Serien 1921 im ZUS (Zusammenschluss der unteren Serien) verbündet hatten, vertraten die Serie-A-Klubs ab 1925 ihre Interessen unter der Bezeichnung ASSA (Association Suisse de Série A). In beiden Lagern wurden in den Folgejahren Kampfpläne um eine Abspaltung geschmiedet, was den Verband in eine schwere Krise stürzte. Die Einheit des SFAV war akut gefährdet, besonders weil sich die Stärkeverhältnisse als Folge der positiven Mitgliederentwicklung im Breitensport laufend zu Gunsten des ZUS veränderten und sich die ASSA aus diesem Grunde abspalten wollte.
Die Einheit hing an einem seidenen Faden. Erst auf Intervention des damaligen SFAV-Präsidenten Otto Eicher sassen die beiden Interessengruppen 1930 wieder an einen gemeinsamen Tisch und schufen ein Einigungsprojekt. Nochmals wurde die Zahl der Klubs in der höchsten Liga auf den Rekordwert von 33 angehoben, die Erkenntnis aber wuchs, dass sich der Schweizer Fussball qualitätsmässig an der Spitze nur entwickeln konnte, wenn es zu einem Kräftemessen zwischen einer relativ kleinen Zahl von wirklichen Klasseteams kommen würde. Der eigenartige Plan war kaum praktikabel, rettete aber die Einheit des Verbandes. Zur vollständigen Umsetzung des Vorhabens wurde unverzüglich eine Kommission zur Prüfung von Reorganisationsfragen eingesetzt.
Nach umfassenden Vorbereitungsarbeiten und schier endlosen Diskussionen fanden die Anwesenden an der Delegiertenversammlung vom 15./16. Juli 1933 in Vevey nach Jahren der Querelen endlich einen gemeinsamen Weg und sprachen sich für die Schaffung der drei gleichberechtigten Unterabteilungen National-Liga (NL), I. Liga und ZUS in der Abteilung Fussball des SFAV vor. In ihrer Führung war jede der Abteilungen autonom und durfte die Geschäfte nach eigenen Bedürfnissen und Interessen führen, jeweils unter Wahrung des Gesamtzweckes des Verbandes.
Noch am gleichen Wochenende fand die erste Versammlung der National-Liga statt, die sich in erster Linie mit der Struktur ihrer nun autonomen Unterabteilung befasste. Die Delegierten beschlossen, die erste Meisterschaft unter der neuen Organisationsstruktur in einer Gruppe mit 16 Mannschaften auszutragen, was das Schweizer Championnat endlich zu einem Dauerwettbewerb ohne Finalspiele werden liess und die Aufteilung der Klubs in regionale Gruppen aufhob. Das erste Spiel der neu gegründeten NL fand bereits am 28. August 1933 statt, als erster Meister durfte sich nach 30 Meisterschaftsrunden der Servette FC aus Genf feiern lassen, mit drei Punkten Vorsprung auf den Grasshopper Club Zürich, der im Gegenzug im Cupfinal gegen die Genfer mit 2:0 die Oberhand behielt.