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26.06.2020

Ab ins Maisfeld und zurück

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Also ehrlich und nicht übertrieben: Ich war mal «der Grösste», was Fussball überhaupt betrifft. Kaum jemand hats bemerkt, aber ich so gefühlt. Nun gut – sind geschätzte plus/minus 63 Jahre her, aber doch. Der Zugriff aufs Gehirn und deren Verzwickungen und Verzweigungen geschieht manchmal gar komisch: Plötzlich tauchen in diesem hochkomplexen, mit Nerven und Blut versorgten «Computer» Dinge auf, die irgendwo verstaubt, mit «Spinnhuppele» umgarnten Keller lagen und im Lauf der Jahre eigentlich zur definitiven Entsorgung freigegeben waren.

Fussballspiel auf dem Sportplatz «Sternen». Kurze Hosen, «Chnüüsi» und barfuss. Das Mülitobel hinauf wandern bis zum «Stadion». Als geschätzter Sechsjähriger muss nicht zwingend das Spiel interessieren – ich setzte andere Prioritäten. Damals gabs einen Spielball – und für eventuelle wirkliche Notfälle lag ein maximal zweiter parat. So war Usus, dass Fehlschüsse in die Wiese oder ins angrenzende Maisfeld eine mehr oder minder lange Pause provozierten. Mag ja durchaus komisch klingen: Mir bereiteten die erwähnten Fehlversuche weit mehr Freude als gefallene Treffer.

Kurze Beine sprinten ins Maisfeld und zurück: Wenn du da mit dem Ball wieder auftauchst und betreffend der Fortsetzung die gefühlt wichtigste Person der Situation bist, bedeutet dies was. Als Kind sind – zum Glück! – relativierende Einschätzungen völlig unbekannt. Wer als Dreikäsehoch sowas erlebt, ist weit mehr als drei Käse hoch. So war es und ist offenbar noch immer abrufbereit gelagert.

Dass ich einst – auch noch als Kind – einen interessanten Nachttraum hatte, soll nicht unerwähnt bleiben: Platzwahl – der Schiedsrichter wirft die Münze hoch, sie wirbelt durch die Luft, fällt zu und verschwindet im Boden. Da kommen alle her, graben mit den Händen und finden – man glaubt es kaum – einen grossen Haufen an altrömischen Münzen.

Von wegen «nüchterner Ergebnissport». Fussball ist ein unendlicher, farbiger, fantasieanregender und zuweilen gar seltsamer Geschichtenerzähler.