Fussballverband Region Zürich

Individualitäten unter den Footeco-Hut bringen

Am Montagabend des 28. Januar trafen sich Footeco-Verantwortliche aus Vereinen und Verbänden zum Botschafter-Kurs Modul 4.

Nach gut zwei Stunden Informationen und engagiert geführten Diskussionen machte Luca Fiorina (SFV-Footeco-Verantwortlicher Region Zürich) diese Aussage: «Seid froh, wenn Ihr die Besten zur Ausbildung geben könnt.» Wie bitte? Froh sein, wenn talentierte Kinder und Jugendliche vom Stammverein weggehen? Wo ist eine begreifbare Logik? Wie «verklickere» ich als Vereinsverantwortlicher all meinen Mitgliedern diesen Umstand?

Footeco, vor sechs Jahren als SFV-Ausbildungskonzept ins Leben gerufen, versteht sich als Förderprogramm für potenzielle Talente (Mädchen und Knaben), die in ihrer Wohnregion von den Spitzenfussballclubs – im punktuellen Fall der FC Zürich, die Grasshoppers und der FC Winterthur – auf ein höheres Level vorbereitet werden. Sinn und Zweck ist, die jungen Menschen für den nationalen Spitzenfussball (U-Teams) zu schulen und möglichst «die Richtigen» zu finden. Oder auch: Die von den Vereinen Vorgeschlagenen und für geeignet Befundenen sind nicht zwingend «zu Höherem» geboren, werden aber dahingehend ausgebildet.

Auf Vertrauen basierendes Fundament
Klar, dass dieses Konzept von den Breitensportvereinen getragen werden muss – ohne sie bliebe Footeco ein krallenloser Papiertiger. Nach anfänglich doch einigen Schwierigkeiten hat sich die gegenseitige Zusammenarbeit verfestigt; eine ehrliche Kommunikation schuf im Lauf der Jahre ein Fundament, das auf Vertrauen basiert. Sinn und Zweck ist und bleibt, dass im kleinen Land Schweiz jedes Talent erfasst und gefördert werden soll. Andere Länder haben diesbezüglich – im Vergleich – ungeheure Mehr-Potenziale.
Dass dieses Miteinander ein althergebrachtes Denken seitens der «Lieferanten»-Vereine voraus setzt, ist gegeben. Insofern musste auch Fiorinas Aussage weitergehend betrachtet werden: Wer Spieler abstellen kann, darf für sich in Anspruch nehmen, dass die Nachwuchsarbeit im eigenen Verein durchaus als Kompliment betrachtet werden kann. Und so wird auch das Engagement all der «unbedeutenden» Clubs aufgewertet, frei nach dem Motto «ohne Breite keine Spitze». In den meisten Fällen kommen die Spielerinnen/Spieler nach ein bis drei  Jahren Footeco oder nach weiteren Jahren Spitzenfussball gut ausgebildet wieder zum Stammverein zurück, was dann eine Win-Win-Situation ergibt.
Nach den «offiziellen» Diskussionen setzte sich die Thematik beim den Kurs abschliessenden Essen weiter – und dies mindestens so engagiert wie vorab. Das nächste Modul ist auf Montag, 1. April, terminiert. Es steht dannzumal ein Besuch beim FCZ-FE12-Stützpunkt in Volketswil an.

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Footeco Botschafter-Kurs, Modul 4
Montag, 28. Januar 2019
im Clubraum FC Srbija, Zürich
Teilnehmer:
21 Footeco-Verantwortliche Vereine
vom SFV: Luca Fiorina (SFV-Footeco-Verantwortlicher Region Zürich)
von den Spitzenfussballclubs: Roman Hangarter (Grasshoppers), Balz Rau (FC Zürich), Philipp Dux (FC Winterthur)
vom FVRZ: Theo Widmer (Koordinator Footeco Zürich), Pascal Humbel (Technischer Leiter)

 

Impressionen (Fotos von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Die FVRZ-Footeco-Zuständigen Theo Widmer …

… und Pascal Humbel.

Der SFV-Verantwortliche Luca Fiorina.

21 Vereinsvertreter waren am Botschafter-Kurs Modul 4 präsent.

Die Vertreter der Spitzenfussballvereine: (v. l.) Balz Rau (FC Zürich), Philipp Dux (FC Winterthur) und Roman Hangarter (Grasshoppers).

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Neue Regel provoziert Fragezeichen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Wie immer zu einer neuen Saison: Es gelten einige neue Regeln. Davon sind mehrere durchaus sinnvoll: Zum Beispiel dürfen bei einem Freistoss Mitspieler nicht mehr in der gegnerischen Mauer stehen; es ist ein Mindestabstand von einem Meter gefordert. Weitere mehr oder minder kleine Anpassungen sind gut, gut gemeint oder fraglich – erst Praxis und Umsetzung werden zeigen, was fussballtauglich beziehungsweise der Sportart Positivschübe geben könnte.

Eine Neuerung allerdings gibt mir zu denken: «Ein Spieler, der ausgewechselt wird, muss das Spielfeld bei der ihm nächsten Aussenlinie verlassen.» Sinn und Zweck: das Spiel schneller machen. Keine Ahnung, wie lange diese Idee in Kraft bleibt. Ich stelle mir vor: eines der berüchtigten Derbys. Roter Stern gegen Partizan Belgrad, River Plate gegen Boca Juniors, Fenerbahçe gegen Galatasaray. Viel Spass jenem Akteur, der an der Eckfahne im Fansektor des Gegners adieu sagt. Der dürfte eher nicht mit stehenden Ovationen verabschiedet werden. Spuckattacken, ausgestreckte Mittelfinger, in den Himmel gereckte Fäuste, Verhöhnungen und Verwünschungen sind ihm sicher. Obwohl (vermutlich) Nichtraucher, werden ihm Feuerzeuge en masse entgegen fliegen. Dem Schiedsrichter wird nichts anderes bleiben, als das Spiel zu unterbrechen. Dabei war doch gedacht, die Partie schneller zu machen.

Nein – zurück in die einigermassen neutrale Zone unterhalb der Haupttribüne. Von dieser kommen kaum je Fan-Übergriffe. Ansonsten werden Zwischenfälle geschehen, die so gut wie vorprogrammiert sind. Denn wer da von den Regelkundlern auf reibungslose Abläufe und die Vernunft von Fanatikern hofft, stand wohl noch nie in der Boca-Juniors- oder anderen heissen Kurven.