Fussballverband Region Zürich

Workshop Talentsichtung

Am Sonntag, 10. März 2019, fand erstmals ein Workshop zum Thema Talentsichtung mit über 30 Teilnehmern im Clubhaus des FC Srbija in Zürich statt.

Zielpublikum waren Trainer von E- und D-Juniorenteams sowie Juniorenleiter des Breitenfussballs.

Theo Widmer, Leiter Abteilung Technik FVRZ und Koordinator Footeco Zürich, eröffnete den Anlass und begrüsste die Teilnehmer. Danach übergab er das Wort an Pascal Humbel, den Technischen Leiter des FVRZ. Dieser informierte über die Ziele und Inhalte und warf zum Einstieg folgende Frage in den Raum: Was ist ein Talent? Jeder Teilnehmer musste schriftlich auf diese Frage antworten. Darauf wurden die diversen Antworten kurz im Plenum vorgestellt und die verschiedenen Facetten des Talents beleuchtet. Zentraler Punkt ist dabei, dass das Leistungspotenzial wichtiger ist als die aktuelle Leistung. Das Potenzial zu erkennen und einzuschätzen, ist ein ganz entscheidender Aspekt in der Talentsichtung.

Luca Fiorina, SFV-Chef Footeco der Region Zürich, stellte als nächstes das SFV-Nachwuchsförderungsprogramm auf der Stufe der 11- bis 14-Jährigen (Footeco) vor. Im dritten Teil ging es um die konkrete Talentsichtung. Um die Spieler zu beurteilen, wurde das SFV-Selektionsinstrument «TIPS» erklärt. Demnach werden die Spieler aufgrund von Technik, (Spiel-)Intelligenz, Persönlichkeit und Schnelligkeit beurteilt.

Nach dem Theorieteil stand die praktische Anwendung auf dem Programm. Die Teilnehmer "schlüpften" im FE13-Regionalauswahlspiel der beiden FVRZ-Teams auf dem Juchhof 2 in die Rolle des Talentsichters. Mit Hilfe des offiziellen SFV-Dokuments für Talentsichter wurden die Spieler während zwei Dritteln beobachtet und beurteilt. In der abschliessenden Diskussion der Beobachtungsergebnisse zeigte sich, wie komplex und schwierig der Sichtungsprozess ist. Es stellten sich teilweise auch ganz unterschiedliche Beurteilungen der einzelnen Spieler heraus.

Zum Abschluss der vierstündigen Veranstaltung bedankte sich Theo Widmer bei allen Anwesenden für ihr Erscheinen und Engagement. Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren sehr positiv und ermuntern den FVRZ, auch in Zukunft wieder mal etwas in diesem Themenbereich anzubieten.

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Voll konzentriert zum nächsten Fehler

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

«Jetzt konzäntrier di emaal», ruft der Trainer aufs Feld. Und zwar so, dass es alle ringsherum – bis hinüber zur Gegentribüne – hören. Dies soll den Effekt verstärken. Er muss Besagtem zeigen, wo Albert den vergorenen Apfelsaft holt (frei in die Schriftsprache übersetzte Version von Bartli und dem Moscht). Obs was nützt? 

Konzentration – viel verwendet, jede(r) weiss, was gemeint ist. Sich fokussieren. Heisst es auch «in den Tunnel gehen»? Alles abschalten und ausschliessen, was stören könnte? Und dies in einem Sport, der weit mehr verlangt als das Brennglas auf sich selber richten? Mitspieler und Gegner verlangen permanente Aufmerksamkeit auf sich situativ ergebende Aktionen. Da kann schon mal ein Fehlerchen passieren, nicht? 

Niemand kriegt die menschliche Biologie je so in den Griff, dass sie zur ein- und ausschaltbaren Maschine wird. Während der 90 Minuten Spielzeit gibts psychisch wie physisch starke Phasen, die im Ausgleich umgekehrt und unvermittelt wieder ins Gegenteil kippen können. Von wegen Stabilität! Interessant ist ja auch, was Spitzensportler so ab und zu von sich geben. Ist das «viel zu verkrampft» genau eine Form von Überkonzentration? Ist das «ich hatte keine Lockerheit» das Gegenstück zu dem, was man im allgemeinen Sprachgebrauch unter «konzentrieren» versteht? 

«Wenn du in Eile bist, geh langsam», meinte der chinesische Philosoph Konfuzius einst. Hat nichts an Aktualität eingebüsst. Und lässt sich durchaus auch auf «jetzt konzäntrier di emaal» übertragen. Wenn Fehler passieren, wird sich jene oder jener, dem sie geschehen, am meisten ärgern. Da brauchts wahrlich nicht auch noch Zurechtweisungen von ausserhalb. 

Notabene: Jenen Trainer hab ich drei Tage später selbst kicken sehen, bei den Senioren. Statt was reinzurufen, als ihm so genannte Konzentrationsfehler passierten, konnte ich fast genüsslich in mich hinein schmunzeln.