Fussballverband Region Zürich

«Zum Torhüter nicht die ideale Grösse»

Remo Rigoni trat vor 20 Jahren der FVRZ-Administration bei. Als Stellvertreter des Leiters Abteilung Technik obliegen ihm diverse organisatorische Aufgaben.

Andere Verantwortliche können eine längere Fussballkarriere vorweisen als Remo Rigoni. Dessen Rasen-Engagement begann bis zu den C-Junioren beim FC Wetzikon, bevor es den Torhüter zum FC Zürich zog. Hier folgten Einsätze in Nachwuchs- und Auswahlteams. Nach der Rückkehr in den «normalen» Breitensport – diesmal beim FC Pfäffikon – stand der hier Porträtierte in Sachen Zeitaufwand relativ schnell im Clinch zwischen Fussball und Beruf. «Auch auf Grund von Verletzungen entschied ich mich, mit 22 Jahren dem geliebten Sport adieu zu sagen. Als Torhüter hatte ich sowieso nicht unbedingt das, was man so allgemein als ‹die ideale Grösse› zu nennen pflegt», schmunzelt Rigoni rückblickend.

So stand inskünftig der berufliche Weg im Fokus. Nach abgeschlossener Lehre und einigen Jahren Berufstätigkeit als Maschinenmechaniker verlangte der zusehende Wandel hin zum Computer auch in dieser Branche Umdenken und Umhandeln. Nach und nach spürte Remo Rigoni in Sachen IT ein grosses Feld an Herausforderungen. Zwischen 2011 und 2017 führte er eine eigene IT-Firma, ehe er diese Anfang 2017 an Computacenter verkaufte. Hier ist Rigoni als Geschäftsleitungsmitglied «Chief Technology Officer» oder – eingedeutscht – technisch Verantwortlicher einer Firma, die namentlich Unternehmen in IT-Fragen unterstützt.

Zum Fussball zurück
«Dem Fussball etwas zurück geben»: Viele Ehemalige erinnern sich in fortlaufenden Jahren daran, welche Bedeutung der Sport in jüngeren Jahren einnahm. Die einstige Anfrage des FC Pfäffikon, ob man auf Mithilfe zählen könne, beantwortete Rigoni mit einem aktiven Engagement in der Juko und zwischenzeitlich als Goalietrainer. Da lag nahe, dass der heutige Chef der Abteilung Technik, Theo Widmer, beim zuverlässigen Mitarbeiter auch betreffend eines Engagements im FVRZ anklopfte. Auch hier wurde die Türe geöffnet: Seit 1999 arbeitet Remo Rigoni beim FVRZ. Hier obliegen ihm primär organisatorische Aufgaben.
Der FCZ- und Liverpool-Fan war und ist unter anderem treibende Instanz zum traditionellen Wettbewerb «Vorbildlicher Verein». Dies bedingt namentlich in den Herbstmonaten eine intensive Arbeit: «Die einstigen ersten Formulare sind nach und nach massiv vereinfacht worden, was sowohl das Ausfüllen seitens der Vereine wie auch die Auswertung betrifft. Deshalb hoffen wir immer, dass weit mehr Vereine mitmachen als die normalerweise deren zirka 60.»

Vom Golfspielen fasziniert
Bleiben nebst Beruf, Familie und FVRZ noch Freizeitstunden, findet man Remo Rigoni auf dem Golfplatz Hittnau: «Ein faszinierender Sport mit Elementen, die im Mannschaftssport kaum Bedeutung finden. Die stetige Koordination von Körper und Kopf ist etwas, was mich vom beruflichen Alltag zuweilen fast in eine andere Welt transferiert.»
Und wann fährt der im Sternzeichen des Steinbocks Geborene seine Hörner aus? Was kann ihn auf die berühmte Palme bringen? «Ich mag keine Ungerechtigkeiten, wo sie auch immer geschehen. Ja, das kann mich nerven – wenn auch meist nur kurzfristig.»

Remo Rigoni
Geboren am 9. Januar 1967 in Zürich
Beruf: CTO Computacenter Schweiz
Zivilstand: verheiratet
Wohnort: Wetzikon
Hobbies: Fussball, Golf, Fotografieren
Stärke: Probleme erkennen und zu Lösungen führen
Schwäche: Ungeduld
Lieblingsvereine: FC Zürich / Liverpool FC
Lebensmotto: «Den grössten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen»

Die Aufgaben im FVRZ
Stellvertreter / Technische Kommission FVRZ (Abteilung Technik) - seit 1. Juli 1999
Mitverantwortlich für den Wettbewerb «Vorbildlicher Verein»
Leiter Ressort Organisation

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Remo Rigoni: einst Fussball, jetzt Golf – aber Ball ist und bleibt Ball.

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«Jetzt gib emal ab …»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Tatort Fussballplatz, Junioren E-Spiel. Da ist einer, der auffällt; körperlich stärker als der Durchschnitt, Stürmer mit Torhunger. Er kostet aus, dass er im Rampenlicht steht, schiesst eines, zwei, am Schluss fünf Tore. Dem Trainer gefällts, so lange die Partie noch nicht entschieden ist. Als die Tordifferenz so gross ist, dass «sein» Team sicher gewinnt, beginnt die Kritik.

«Jetzt gib emal ab», hallts übers Feld. So ganz plötzlich abgeben. Na ja – vielleicht stimmt die Chemie nicht so überein mit dem, der als Verantwortlicher draussen steht, und dem, der besagte Tore schiesst. «Hör emal uuf, ales elei z mache». Auch so plötzlich. So plötzlich an die Mitspieler denken. Vorher wars noch okay, als man die Plustore brauchte. Und jetzt?

Nach einem weiteren Solo ab der Mittellinie – ohne Torerfolg, Schuss ging knapp daneben – kommt die Auswechslung. Kein Einsatz mehr bis zum Schluss. Als Strafe? Strafe wofür? Strafe, dass er besser ist als der Durchschnitt? Strafe, dass er ein bisschen kräftiger gewachsen ist? Strafe, dass er einen Fussballer-Urinstinkt auslebt – denjenigen, Tore zu schiessen?

Was ist die Quintessenz besagten Vorfalls? Wenn die erzieherische Massnahme (?) im Sinne des Trainers fruchtet, wird Besagter inskünftig mehr abspielen. Vielleicht fehlen dann die geschossenen Tore, wer weiss (das wird auch nicht richtig sein …). Hauptsache, er wird dem Kollektivgedanken des Teamsports Fussball gerecht.

Jemandem die Freude am Toreschiessen zu nehmen, ist der seltsame Umkehrschluss. Vielleicht könnte man ja Besagtem mal eine Rolle als Verteidiger zuteilen; er wird dort in der Praxis lernen, was Kollektivsport heisst. Oder vielleicht ist das «gib emal ab» im übertragenen Sinn gemeint: Ja, gebt ihn ab in eine Mannschaft, die höherklassig spielt und in der Besagter nicht mehr dafür bestraft wird, dass er ein bisschen stärker gewachsen und fussballerisch ein bisschen besser ist als der Durchschnitt seines jetzigen Teams.

So bliebe zu hoffen, dass besagter Trainer dann nicht auf stur stellt und meint: «Ich geb doch meinen besten Spieler nicht ab.» Es steht die Befürchtung im Raum, dass genau dies geschieht …