Fussballverband Region Zürich

Projekt Frauen/Mädchenfussball des FVRZ trägt erste «Früchte»

Die Vereine FC Büsingen, FC Stammheim, FC Stein am Rhein, FC Ramsen sowie der FC Diessenhofen haben in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung vom FVRZ eine Gruppierung unter dem Namen FF Nordost ins «Leben gerufen».

Am Mittwoch, 1. Mai 2019, fand bei besten Bedingungen ein Schnuppertrainingstag in Diessenhofen statt. Fast 50 Mädchen nahmen an diesem Training des FF Nordost teil.

Alle fünf an der Gruppierung beteiligten Vereine haben den Schnuppertag hervorragend mitorganisiert. Die Trainings wurden in verschiedene Altersgruppen (6- bis 16-Jährige) aufgeteilt und von je einem Trainer der Vereine FC Büsingen, FC Stammheim, FC Stein am Rhein, FC Ramsen sowie dem FC Diessenhofen geleitet. Die Trainer haben zudem Unterstützung von je einer erfahrenen 2.-Liga-Spielerin erhalten.

Die fussballbegeisterten Mädchen sehnten sich an diesem Mittwoch nach einem Ball am Fuss. Einige von ihnen spielen bereits in Vereinen mit Knaben zusammen, andere schon in einem der zwei bestehenden Mädchenteams und noch weitere absolvierten das allererste Training in ihrer jungen Fussballkarriere. Eines hatten sie aber alle gemeinsam: Die Freude am Fussball!

Die Freude und der Eifer der Spielerinnen zeigte sich in der grossen Konzentration, ob beim Dribbling, der Koordinationsübung, dem Schusstraining oder am Schluss beim „Mätschlä“. Die tolle Stimmung sowie kollegiale Atmosphäre trug viel zum erfolgreichen Mittwochmorgen bei.

Fussballbegeisterte Mädchen können ungeniert an einem der bestehenden Trainings oder am zweiten Schnuppermorgen (Sonntag, 23. Juni 2019 um 10:00 Uhr in Diessenhofen) teilnehmen. Der FF Nordost freut sich auf viele Mädchen!

Weitere Infos: ffnordost.ch​​

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«Jetzt gib emal ab …»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Tatort Fussballplatz, Junioren E-Spiel. Da ist einer, der auffällt; körperlich stärker als der Durchschnitt, Stürmer mit Torhunger. Er kostet aus, dass er im Rampenlicht steht, schiesst eines, zwei, am Schluss fünf Tore. Dem Trainer gefällts, so lange die Partie noch nicht entschieden ist. Als die Tordifferenz so gross ist, dass «sein» Team sicher gewinnt, beginnt die Kritik.

«Jetzt gib emal ab», hallts übers Feld. So ganz plötzlich abgeben. Na ja – vielleicht stimmt die Chemie nicht so überein mit dem, der als Verantwortlicher draussen steht, und dem, der besagte Tore schiesst. «Hör emal uuf, ales elei z mache». Auch so plötzlich. So plötzlich an die Mitspieler denken. Vorher wars noch okay, als man die Plustore brauchte. Und jetzt?

Nach einem weiteren Solo ab der Mittellinie – ohne Torerfolg, Schuss ging knapp daneben – kommt die Auswechslung. Kein Einsatz mehr bis zum Schluss. Als Strafe? Strafe wofür? Strafe, dass er besser ist als der Durchschnitt? Strafe, dass er ein bisschen kräftiger gewachsen ist? Strafe, dass er einen Fussballer-Urinstinkt auslebt – denjenigen, Tore zu schiessen?

Was ist die Quintessenz besagten Vorfalls? Wenn die erzieherische Massnahme (?) im Sinne des Trainers fruchtet, wird Besagter inskünftig mehr abspielen. Vielleicht fehlen dann die geschossenen Tore, wer weiss (das wird auch nicht richtig sein …). Hauptsache, er wird dem Kollektivgedanken des Teamsports Fussball gerecht.

Jemandem die Freude am Toreschiessen zu nehmen, ist der seltsame Umkehrschluss. Vielleicht könnte man ja Besagtem mal eine Rolle als Verteidiger zuteilen; er wird dort in der Praxis lernen, was Kollektivsport heisst. Oder vielleicht ist das «gib emal ab» im übertragenen Sinn gemeint: Ja, gebt ihn ab in eine Mannschaft, die höherklassig spielt und in der Besagter nicht mehr dafür bestraft wird, dass er ein bisschen stärker gewachsen und fussballerisch ein bisschen besser ist als der Durchschnitt seines jetzigen Teams.

So bliebe zu hoffen, dass besagter Trainer dann nicht auf stur stellt und meint: «Ich geb doch meinen besten Spieler nicht ab.» Es steht die Befürchtung im Raum, dass genau dies geschieht …