Fussballverband Region Zürich

Neuer Zuschauerrekord an den FVRZ-Cupfinals

Mit den abschliessenden fünf Samstagsspielen endete das FVRZ-Cupfinalwochenende der Saison 2018/19. Die Bilanz fällt äusserst positiv aus: Kein einziger Platzverweis, gute bis hervorragende Schiedsrichterleistungen, umkämpfte Partien mit meist knappen Ergebnissen sowie ein immerhin Na-Ja-Wetter prägten das Geschehen. Gar ein Auf-dem-Spielfeld-Heiratsantrag erregte die Gemüter: Er geschah beim Junioren-A-Spiel Kosova – Höngg am Donnerstagabend.

Der bisherige Zuschauerrekord des Vorjahres (3200 Besucher) konnte um 250 Interessierte gesteigert werden. Zwei der drei finalqualifizierten Blue-Stars-Teams gelang, den «Kübel» zu holen. Wie im Vorjahr wurden drei der 13 Partien im Penaltyschiessen entschieden. Markant hingegen der Rückgang an erzielten Toren: Während 2018 73 Treffer eine Quote von 5,61 pro Partie einbrachten, sank dieser Durchschnitt in der aktuellen Austragung auf 4,76. Dies ist nicht per se negativ zu werten; vielmehr zeugt diese Bilanz von allgemein zunehmend ausgeglichenen Duellen.

Die Samstagsspiele

Herren Aktive (Rumox-Cup): Wetzikon per Penaltys zum Cupsieg

Das Endspiel der Herren: eine aussergewöhnliche Konstellation. Zwei Drittligisten qualifizierten sich dank je sechs Siegen für den Final. Sowohl Wetzikon wie die Spielvereinigung Schaffhausen schafften ebenso den Gruppensieg und damit den Wiederaufstieg in die 2. Liga. Der Direktvergleich entwickelte sich zu einer grösseren, zumindest lange anhaltenden Mittelfeld-Pattsituation mit wenigen echten Torszenen, den Lattenschuss Bollis (9.) ausgenommen. Wetzikons beste Chance zur Führung geschah kurz vor der Pause; die Eckball-Hereingabe wurde jedoch gleich von Mehreren verpasst. Nur winzige Zentimeter fehlten Schaffhausen kurz danach seinerseits zur Führung: Der Pfosten war in dieser Szene der mit Abstand stabilste Wetzikon-Verteidiger. Hellwach kam Schaffhausen aus der Kabine: Der erste Angriff, über rechts vorgetragen, führte zum 1:0. Bereits eine Vorentscheidung? Schaffhausen-Goalie Wirth verhinderte neun Minuten vor Spielschluss per spektakulärer Reaktion den Gleichstand. Weitere gute Möglichkeiten zum Wetziker 1:1 blieben indes – teils auch mit Pech – ungenutzt, ehe im direkten Anschluss an den letzten Eckball doch noch der zum Ende hin verdiente Ausgleich fiel. Das Elfmeterschiessen ging dann mit einer Volltreffer-Einheit mehr an die Zürcher.

Wetzikon – SV Schaffhausen 6:5 nach Penaltys (1:1, 0:0)
680 Zuschauer. Schiedsrichter: Antonin Voldan. Assistenten: Tim Breindl, Reto Bigger.
Tore: 46. Wächli 0:1. 95. Käslin 1:1.
Wetzikon: Gantenbein; Käslin, Camenisch, Scholl (85. Breitenstein), Friebe, Herzog (57. Mullarkey), Hartmann, Maddaloni (72. Migliore), Sewer, Pfändler (46. Niessl), Sträuli (77. Piccinni). – Weitere Einwechselspieler: Schmidmajer, Burlet.
Schaffhausen: Wirth; Joël Reber, Lenz, Wittwer, Bolli (72. Klinger), Diener, Hofstetter (78. Peter), Gubser, Wächli (75. Gröbli), Nico Reber, Sportiello. – Weitere Einwechselspieler: Schmocker, Shamari.
Bemerkungen: Wetzikon ohne Huber (gesperrt), Arpagaus, Pedrotti und Präauer (alle verletzt) sowie Abou, Ocaktan und Deres (alle abwesend). Schaffhausen ohne Hirsiger, Gmür und Gröbli Ramirez (alle gesperrt), Reid und Pereira (beide verletzt) sowie Silvestri und Bucher (beide abwesend). Lattenschuss: 9. Bolli. Pfostentreffer: 45. Joël Reber. Vor der Partie wird dem gegen Ende März verstorbenen FC-Kloten-Funktionär Figi Keller mit einer Erinnerungsminute gedacht. Verwarnungen: 19. Hartmann (Foul). 30. Herzog (Foul). 36. Joël Reber (Foul). 41. Bolli (Spielverzögerung). 84. Niessl und Gubser (gegenseitige Unsportlichkeiten). 95. Wirth (Reklamieren). Cupsieger FC Wetzikon für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups gemeldet.

 

Frauen Aktive: Aluminium beeinflusste das Ergebnis

Die Blue Stars, in der Qualifikation zwei Mal nach Penaltyschiessen siegreich, stellten die physisch leicht stärkere Equipe. Die erste halbe Stunde offerierte hüben wie drüben keine echte Torchance und auch kein annähernd dominierendes Team. Ein Lattentreffer Wädenswils kam im ersten Abschnitt einer angestrebten Führung am nächsten. Das quergelegte Aluminium verhinderte auch im zweiten Abschnitt einen ersten Einschuss der nach und nach besser kombinierenden Gelb-Blauen. Indes fiel der Treffer für Blue Stars: Weber traf aus 30 Metern über die Wädenswiler Hüterin zum ersten und einzigen Mal ins Netz.

Wädenswil – Blue Stars 0:1 (0:0)
220 Zuschauer. Schiedsrichterin: Désirée Grundbacher. Assistentinnen: Linda Schmid, Anna Schär.
Tor: 64. Weber 0:1.
Wädenswil: Gurt; Romy Geiger, Lilo Geiger, Tanner, Mizrahi, Haefeli, Mia Geiger, Babic, Hölzle, Bernhard, Camor. – Einwechselspielerinnen: Tuberga, Carpanetti, Blickenstorfer, Randegger, Hefti.
Blue Stars: Zellweger; Bernardino, Schweizer, Dugonjic, Weber, Eberle, Egli, Bork, Rochat, Stronski, Saladin. – Einwechselspielerinnen: Looser, Bösiger, Baloco, Correira dos Santos, Sommer, Rohrer, Maager.
Bemerkungen: Wädenswil ohne Aeschimann, Bühlmann und Frey (alle verletzt) sowie Brändli, Morf, Randegger, Russenberger und Bachl (alle abwesend). Blue Stars ohne Martic, Steiner, Eilinger und Schaaf (alle verletzt) sowie Hoffmann, Meyer und Obrist (alle abwesend). Lattenschüsse: 37. Mizrahi, 52. Hefti. Verwarnungen: 12. Tanner (Foul), 90. Hölzle (Foul). Cupsieger Blue Stars für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups gemeldet.

 

Juniorinnen B: verdienter Stäfa-Erfolg

Fussball am Zürichsee: Das Derby Links- gegen Rechtsufrige wurde zu einer verdienten Angelegenheit für Stäfa. Bereits mit dem ersten konsequenten Angriff gingen die nachmaligen Siegerinnen in Führung, die allerdings so gut wie postwendend ausgeglichen wurde. Ein nächster Stäfa-Einschuss – er fiel im Anschluss an einen Eckball – war auf Grund der zunehmenden und in der Folge des ersten Abschnitts krassen Feldüberlegenheit verdient. Halbzeit zwei verlief ausgeglichener und brachte sieben Minuten vor Schluss die definitive Entscheidung.

Stäfa – Horgen 3:1 (2:1)
190 Zuschauer. Schiedsrichter: Milos Baratovic.
Tore: 2. Pfammatter 1:0. 5. Mazenauer 1:1. 20. Pfammatter 2:1. 83. Laura Bodmer 3:1.
Stäfa: Fomasi; Buchmann, Caluori, Pagotto, Hoffmann, Bischof, Schmid, Züger, Pfammatter, Pünter, Jusmani. – Einwechselspielerinnen: Laura Bodmer, Ahmeti, Lea Bodmer, Neururer, Berisha, Dolder, Nicheska.
Horgen: Hirsiger; Mazenauer, Sigrist, Cordeiro, Anderegg, Beslic, Heusser, Coll, Böhm, Salvatore, Gallo. – Einwechselspielerinnen: Marignano, Meka, Thormann, Sütterlin, Suter, Hasan.
Bemerkungen: Stäfa ohne Juric, Ngoma, Jozak, Schurr, Sigrist und Brankovic (alle verletzt). Horgen ohne Lukac (verletzt) sowie Becker und Mohamed (beide abwesend). Horgen mit eigens hergestellten Cupfinal-Tenues.

 

Juniorinnen C: Penaltys entschieden für Affoltern

Das Pausen-Torlose war Ergebnis einer äusserst ausgeglichenen ersten Hälfte. Sie machte den Anschein, dass jenes Team, das in Führung gehen würde, auch den Sieg für sich beanspruchen könnte. Affoltern kam mit einem Pfostenschuss eben diesem 1:0 äusserst nahe. Vier Minuten vor Schluss verhinderte Blue Stars’ Born mit ihrem Volltreffer ein fälliges Penaltyschiessen – war zumindest die Meinung. Aber Chehade stellte das Ergebnis auf 1:1, so dass doch die Elfmeter entscheiden mussten.

Affoltern am Albis – Blue Stars 5:4 nach Penaltys (1:1, 0:0)
170 Zuschauer. Schiedsrichter: Sven Ziegler.
Tore: 83. Born 0:1. 87. Chehade 1:1.
Affoltern: Krasniqi; Grasser, Vallini, Rigoni, Lacina, Ruoss, Kesseli, Egger, Chehade. – Einwechselspielerinnen: Gonçalves, Saligari, Maio, Grond.
Blue Stars: Späni; Kirschner, Behna, Büchi, Ismaili, Wenger, Petracca, Jordi, Ribi. – Einwechselspielerinnen: Müller, Hammer, Jasari, Born, Furhat.
Bemerkungen: Regen während der ganzen Partie.

 

Juniorinnen D: Blue Stars verdiente Sieger

Mit den Gesamtskores von 31:3 (Seuzach) beziehungsweise 29:4 (Blue Stars) qualifizierten sich in drei beziehungsweise vier Qualifikationspartien zwei äusserst torhungrige Teams fürs Endspiel. Je ein Treffer pro Drittel eins und zwei brachten die Blue Stars zu einer für den letzten Abschnitt komfortablen Ausgangslage. Es blieb letztlich bei den beiden Torerfolgen.

Seuzach – Blue Stars 0:2 (0:0, 0:1, 0:1)
140 Zuschauer. Schiedsrichterin: Yvonne Melone.
Tore: 16. Rocha Pascoa 0:1. 37. Sittig 0:2.
Seuzach: Lumpisch; Agnesa Maksuti, Bruttin, Strub, Fenati, Bauder, Sieber, Alisa Maksuti, Hollenstein. – Einwechselspielerinnen: Vogt, Schindele, Rellstab.
Blue Stars: Waltenspül; Serrano, Müller, Germanier, Zographos, Rocha Pascoa, Trepp, Büchi, Sittig. – Einwechselspielerinnen: Probst, Speck, Wyrsch, Luif.
Bemerkungen: Seuzach ohne Ab del Aziz, Bender, Bill, Moskau und Tollin (alle abwesend). Blue Stars ohne Frei (abwesend).

 

Übersicht der Partien vom Samstag:

Aktive Herren (Rumox-Cup): Wetzikon – SV Schaffhausen 6:5 nach Penaltys (1:1, 0:0)
Aktive Frauen: Wädenswil – Blue Stars 0:1
Juniorinnen B: Stäfa – Horgen 3:1
Juniorinnen C: Affoltern am Albis – Blue Stars 5:4 nach Penaltys (1:1, 0:0)
Juniorinnen D: Seuzach – Blue Stars 0:2

 

Übersicht der Partien vom Freitag:

Senioren 30+: Thalwil – Kosova 7:6 nach Penaltys (1:1, 0:0)
Senioren 40+: Rapperswil-Jona – Pfäffikon 3:0
Senioren 50+ (11er): Grasshoppers – Albisrieden 0:3
Senioren 50+ (7er): Wagen – Team Witikon/Neumünster 2:0

 

Übersicht der Partien vom Donnerstag:

Junioren A: Kosova – Höngg 0:1
Junioren B: Schwamendingen – Red Star 2:5
Junioren C: Bülach – Veltheim 2:0
Junioren D: Regensdorf – Freienbach 3:1

 

Fotos: Franz Feldmann/www.sportfotos.ch

Cupsieger Aktive Herren: FC Wetzikon

Cupsieger Aktive Frauen: FC Blue Stars ZH

Cupsieger Juniorinnen B: FC Stäfa

Cupsieger Juniorinnen C: FC Affoltern am Albis

Cupsieger Juniorinnen D: FC Blue Stars ZH

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Voll konzentriert zum nächsten Fehler

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

«Jetzt konzäntrier di emaal», ruft der Trainer aufs Feld. Und zwar so, dass es alle ringsherum – bis hinüber zur Gegentribüne – hören. Dies soll den Effekt verstärken. Er muss Besagtem zeigen, wo Albert den vergorenen Apfelsaft holt (frei in die Schriftsprache übersetzte Version von Bartli und dem Moscht). Obs was nützt? 

Konzentration – viel verwendet, jede(r) weiss, was gemeint ist. Sich fokussieren. Heisst es auch «in den Tunnel gehen»? Alles abschalten und ausschliessen, was stören könnte? Und dies in einem Sport, der weit mehr verlangt als das Brennglas auf sich selber richten? Mitspieler und Gegner verlangen permanente Aufmerksamkeit auf sich situativ ergebende Aktionen. Da kann schon mal ein Fehlerchen passieren, nicht? 

Niemand kriegt die menschliche Biologie je so in den Griff, dass sie zur ein- und ausschaltbaren Maschine wird. Während der 90 Minuten Spielzeit gibts psychisch wie physisch starke Phasen, die im Ausgleich umgekehrt und unvermittelt wieder ins Gegenteil kippen können. Von wegen Stabilität! Interessant ist ja auch, was Spitzensportler so ab und zu von sich geben. Ist das «viel zu verkrampft» genau eine Form von Überkonzentration? Ist das «ich hatte keine Lockerheit» das Gegenstück zu dem, was man im allgemeinen Sprachgebrauch unter «konzentrieren» versteht? 

«Wenn du in Eile bist, geh langsam», meinte der chinesische Philosoph Konfuzius einst. Hat nichts an Aktualität eingebüsst. Und lässt sich durchaus auch auf «jetzt konzäntrier di emaal» übertragen. Wenn Fehler passieren, wird sich jene oder jener, dem sie geschehen, am meisten ärgern. Da brauchts wahrlich nicht auch noch Zurechtweisungen von ausserhalb. 

Notabene: Jenen Trainer hab ich drei Tage später selbst kicken sehen, bei den Senioren. Statt was reinzurufen, als ihm so genannte Konzentrationsfehler passierten, konnte ich fast genüsslich in mich hinein schmunzeln.