Fussballverband Region Zürich

Gegen Fussballfieber-Medikamente immun

Carla Remy feiert am Montag des 1. Juli einen besonderen Tag: Sie steht dannzumal während exakt 15 Jahren auf der Aktivliste aller FVRZ-Helferinnen und -Helfer.

Carla Remy und Fussball – das ist so ähnlich wie die Verbindung von Zwillingen. Als fünftes von sechs Kindern 1949 in Gossau ZH in eine sportliche Familie geboren, sollte auch sie dereinst vom Sportfieber gepackt werden. Ihre Brüder spielten Fussball und der Vater als junger Mann Eishockey, war folgend aber wegen der Fussballbegeisterung der männlichen Nachkommen in einem Fussballclub tätig. Somit verbrachte Carla schon als kleines Mädchen mit Papa viel Zeit auf den Fussballplätzen.
Und daraus ist nie ein Bedürfnis erwacht, selbst in einem FC mitzumachen? «Ich spielte gerne Volleyball. Fussball im Schulsport ja. Aber spätestens, als ich an einem Grümpelturnier eine so genannt Hundertprozentige versiebte, wusste ich: nein, das ist nichts für Carla», erinnert sich Remy schmunzelnd.

Eine Familie gegründet
Carla Remy wuchs in Uster auf und besuchte daselbst die Schulen. Nach abgeschlossener «Wunschausbildung» zur Sekretärin arbeitete sie in einer Ustermer Firma. 1973 lernte sie ihren Ehemann Walter kennen, der damals ebenfalls aktiver Fussballer war. Durch ihn verbrachte die Jubilarin somit wieder viel Zeit auf den Fussballplätzen. Nach der Eheschliessung 1976 wuchs das Duo folgend 1980 durch einen Sohn und 1983 einer Tochter zu einer «richtigen» Familie.
Als im 1996 durch einen tragischen Todesfall der damaligen Juniorensekretärin eine Ehrenamtlich-Stelle frei wurde, erlaubte sich Ehemann Walter – seit den C-Junioren im Verein aktiv – eine unverbindliche persönliche Anfrage, mit Folgen: 1996 übernahm Carla Remy interimistisch das Juniorensekretariat und wurde 1997 zur Vereinssekretärin des FC Brüttisellen-Dietlikon gewählt. Im Lauf der Jahre kamen viele «Nebenämter» hinzu, wie die Garderobenreinigung, Matchprogramm erstellen, Kioskleitung und Weitere. 1998 wurde der hier Porträtierten die Frei-/ Ehrenmitgliedschaft zuerkannt. Aktuell gehören Ab-und-Zu-Besuche auf den FCB-Sportplätzen primär zum Weiterbestehen der persönlichen Kontakte.

FVRZ wurde aufmerksam
Auf die seriöse, zuverlässige Arbeit der Clubsekretärin wurde auch der FVRZ aufmerksam: Anfang 2004 klopfte Willy Scramoncini (Leiter Spielbetrieb) an, ob die neu zu besetzende Stelle als Koordinatorin Frauen/Juniorinnen eventuelles Interesse wecken könnte. Sie konnte: Nach einer Bedenkzeit folgte die Zusage, die bis heute Bestand hat. Im ersten Jahr lernte Carla Remy die Arbeit als Protokollführerin kennen und stieg dann ins eigentlich vorgesehene Amt auf.
Und was beinhaltet die Arbeit konkret? «Das grösste Volumen fällt im Sommer an. Zur neuen Saison hin müssen in sehr gedrängter Zeit die Gruppeneinteilungen und Spielpläne erstellt werden. Vorab ist die Kontrolle wie die Aufnahmen von Frauen- und Juniorinnenteams gründlich zu überprüfen. Ebenso fallen die Cupauslosungen in meinen Tätigkeitsbereich», bilanziert Carla Remy ihre Primäraufgaben. «Auch auf Wunsch der Vereine stehen da und dort Matchbesuche an, und selbstverständlich kriegen die Clubs bei Fragen und/oder Problemen Unterstützung.»

Wichtige Triebfedern
Turnmusmässige Sitzungen und Pikettdienst der Abteilung Spielbetrieb vervollständigen den immensen Aufwand, doch Carla Remy hadert nicht: «Was mir an dieser Arbeit gefällt, ist der gute Kontakt mit den Vereinen und natürlich in meiner Kategorie dem Fussball zuzuschauen. Auch war und ist mir die Kollegialität wichtig.»
Demnach kein Grund, ans Aufhören zu denken? «So lange ich diese Arbeit zur Zufriedenheit von Vereinen und Verband weiterführen kann und sie mir Spass macht – nein – den Bettel abgeben ist aktuell nicht mein Ding».

Carla Remy
Geboren am 26. Juli 1949 in Gossau ZH
Beruf: Kauffrau für Büromanagement
Zivilstand: verheiratet; zwei erwachsene Kinder (Roger; 39); Bettina (36)
Wohnort: Dübendorf
Hobbies: Fussball, Kochen
Stärken: Willensstärke, Hilfsbereitschaft
Schwächen: Ungeduld
Lieblingsvereine: FC Brüttisellen-Dietlikon, AC Milan, SC Freiburg
Lebensmotto: «Es kommt, wie es kommt, und wie es ausgeht, ist sowieso ungewiss»

Die Aufgaben im FVRZ
Administration Abteilung Spielbetrieb - seit 1. Juli 2004
Koordinatorin/Abteilung Spielbetrieb FVRZ (Wettspiele Juniorinnen, Frauen) - seit 1. Juli 2005

 

Carla Remy ist seit Jahren auch an den FVRZ-Cupfinals eine zuverlässige und unentbehrliche Helferin.

Den Fussball nicht immer im Kopf, aber immer nahe dran: Carla Remy arbeitet seit 15 Jahren für den FVRZ.

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Anmeldeschluss: Montag, 13. Januar 2020!
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- Auf-/Absteiger Vorrunde 2019/20

Nicht nur «mega», sondern «gala»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Am Freitagabend des 6. Dezember war zum 18. Mal ein festliches Jahres-Adieu angesagt. In der Dübendorfer Samsung Hall wurde wieder gefeiert, geehrt, gegessen und geschwatzt.

Gala? Die einen verbinden das Wort mit dem gleichnamigen Streichkäse (nature oder mit Kräuter); andere mit der mehr oder minder bekannten Apfelsorte oder auch einer frühreifen Kartoffelvariante. Drei Orte in Schweden, Osttimor und Norwegen tragen ebenso diese Buchstabenkombination. Fussballbezogen kann sich Galatasaray Istanbul der «Gala»-Kurzversion erfreuen. Und nicht zu vergessen die Frau an Salvador Dalís Seite – sie wurde zur halb vergötterten Muse des exzentrischen Genies.

Wohin man das Wort «Gala» auch immer verwendet: Am Freitagabend war nicht das im Sprachgebrauch fest eingenistete «mega» angesagt, sondern gar ein «gala». «Gala» war auch, dass sich das Schweizer Nationalteam erneut für ein grosses Turnier qualifiziert hat. Vielen ist dies längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Wehe, wenns mal nicht reichen sollte – da werden Boulevardblatt und «Fans» aber sowas von losbrettern, alles, aber wirklich alles besser wissen und die üblich Schuldigen ausmachen – vorwiegend Trainer und Verband.

Ohne Breitensport kein(e) Spitzensport(ler) und umgekehrt. Die beiden miteinander zu vergleichen, ist in deren Extremen unmöglich und dürfte da und dort ins Skurrile abgleiten. Eine Parallele lässt sich sicher ausmachen: Das von der Politik stets geforderte Investitionsvolumen in «Bildung, Bildung und nochmals Bildung» gilt auch für jegliche Sportart. Dieses Engagement lebt von Vereinen und Menschen, denen nichts zu schade ist, Kindern und Jugendlichen Wegbegleiter zu sein. Eine Karriere im Breitensport bleibt gross überwiegend in diesem hängen; aber individuell rückblickend: Niemand möchte all das Erlebte jemals missen.

Ja, tatsächlich – dies ist und war seit jeher «gala». Durchaus als leise Abkürzung von «galaktisch» gemeint.