Fussballverband Region Zürich

Mega heiss und dennoch «total cool»

Am Sonntag nahmen 34 Teams am traditionellen FVRZ-Juniorinnenturnier in Höngg teil. Die Veranstaltung gestaltete sich zu einem wortwörtlich heissen Wettbewerb.

Der Traditionsanlass startete mit den Jüngsten: Die Juniorinnen E/F mussten zwar früh aus den Federn, profitierten aber von noch angenehmen Temperaturen und teils schattenbelegten Spielfeldern. Je älter, desto heisser: Die nachfolgenden D,- C- und A/B-Juniorinnen kriegten «die volle Sonne» ab. Aber zumindest per Bezeichnungen hoben sich die Extreme auf: Das «mega heiss» war zugleich auch ein «total cooler» Anlass.   
Nachwuchsturniere sind wichtig. Gerade am Schluss der alten beziehungsweise zum Start der neuen Saison gilt vielfach, neue Spielerinnen willkommen zu heissen. Man will im Lauf der weiteren Spielzeit möglichst schnell zu einer Einheit finden. Und möglichst schnell sollen «Automatismen» greifen. So zumindest hat der Artikel-Berichterstatter einen Trainer/Betreuer sprechen hören. Gibts das: Kinder-Automatismen?

«One-Touch»-Fussball
Und ja – das Kopfschütteln ging durchaus weiter. «Im nächsten Spiel wollen wir den ‹One-touch›-Fussball favorisieren», sprach da ein anderer. Einige Mädchen sind noch nicht im Alter, um «One-Touch» in seiner Begrifflichkeit verstehen zu können. Sie müssten nachfragen, was das ist. Und das Vorab-Spiel jenes Teams offenbarte: Bevor sich da diese und jene Jung-Kickerin auf «wan tatsch» fokussieren könnte, muss sie erst mal lernen, einen einfachen Ball zu stoppen. Das braucht Geduld, Einfühlungs- und Einführungsvermögen. Nachwuchs heisst ja: ich wachse nach.
Und ja – es gab diese und jene Szene, in denen man Erwachsenen dies zu Gute halten kann: Sie wollen nur das Beste für ihr(e) Kind(er) und das Team. In ihrem Engagement pulsiert Herzblut. Wenn sie doch nur da und dort ihre Zungen zügeln könnten. Beispiele? «s Gool isch deet vorne!» (Kind denkt: das weiss ich selbst). «Wieso schüüssisch sälber und gisch nüd ab?» (Kind denkt: nächstes Mal). Bei eben diesem nächsten Mal, fünf Minuten später, fast eine parallele Szene wie vorhin: «Wieso gisch ab? Schüss doch sälber!» (Kind denkt: ja, was denn jetzt?). Und ähnlich gehts weiter: «Spill doch in Ruum!» (Kind denkt: Ruum? Ich kenne nur den Rumpunsch; aber den gibts primär im Winter und nicht jetzt, wos so heiss ist).

Wichtiges Mosaikstückchen
Wie auch immer: Die Mädchen werden auch dieses gelungene Turnier in toller Erinnerung behalten. Es war ein farbiges und wichtiges Mosaikstückchen im weiteren Verlauf der persönlichen Karriere, wohin diese – zeitlich und ligamässig – auch immer führen wird.

Ranglisten

Juniorinnen A/B:
1. Wädenswil, 2. SV Schaffhausen, 3. Grasshoppers U19, 4. Höngg, 5. Effretikon, 6. Hausen am Albis, 7. Niederweningen, 8. Oerlikon/Polizei, 9. Embrach, 10. Glattfelden.
Juniorinnen C:
1. Grasshoppers, 2. Niederweningen, 3. Oerlikon/Polizei, 4. Höngg, 5. Langnau am Albis, 6. Albisrieden, 7. Schwerzenbach.
Juniorinnen D:
1. Blue Stars, 2. Wald, 3. Birmensdorf, 4. Höngg, 5. Kickit Uster, 6. Oerlikon/Polizei, 7. Albisrieden.
Juniorinnen E/F:
1. Wiesendangen, 2. Effretikon 1, 3. Kloten, 4. Oerlikon/Polizei, 5. Höngg 2, 6. Albisrieden, 7. Höngg 1, 8. Kickit Mettmenstetten, 9. Wald, 10. Effretikon 2.

 

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Konzentration vor den Schussabgaben.

Früh aufgestanden und fürs erste Spiel parat.

Selbst spielen wäre schöner als zuschauen müssen.

Per Innenrist auf Torejagd.

Erinnerungen an ein heiss-cooles Turnier.

Gut (wasser-)gesprayt ist halb gekühlt.

Ein Eckball erfordert die volle Aufmerksamkeit.

Umkämpfte Spielanteile im Mittelfeld.

Trotz grösserer Hitze mit Handschuhen.

Tortransport als Kollektiverlebnis.

Letzte Anweisungen vor dem «Ernstkampf».

Prost: viel trinken war ein Muss.

Unaufhaltsam unterwegs ins Netz.

Torhüterin mit Feldspielerqualitäten. 

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Neue Regel provoziert Fragezeichen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Wie immer zu einer neuen Saison: Es gelten einige neue Regeln. Davon sind mehrere durchaus sinnvoll: Zum Beispiel dürfen bei einem Freistoss Mitspieler nicht mehr in der gegnerischen Mauer stehen; es ist ein Mindestabstand von einem Meter gefordert. Weitere mehr oder minder kleine Anpassungen sind gut, gut gemeint oder fraglich – erst Praxis und Umsetzung werden zeigen, was fussballtauglich beziehungsweise der Sportart Positivschübe geben könnte.

Eine Neuerung allerdings gibt mir zu denken: «Ein Spieler, der ausgewechselt wird, muss das Spielfeld bei der ihm nächsten Aussenlinie verlassen.» Sinn und Zweck: das Spiel schneller machen. Keine Ahnung, wie lange diese Idee in Kraft bleibt. Ich stelle mir vor: eines der berüchtigten Derbys. Roter Stern gegen Partizan Belgrad, River Plate gegen Boca Juniors, Fenerbahçe gegen Galatasaray. Viel Spass jenem Akteur, der an der Eckfahne im Fansektor des Gegners adieu sagt. Der dürfte eher nicht mit stehenden Ovationen verabschiedet werden. Spuckattacken, ausgestreckte Mittelfinger, in den Himmel gereckte Fäuste, Verhöhnungen und Verwünschungen sind ihm sicher. Obwohl (vermutlich) Nichtraucher, werden ihm Feuerzeuge en masse entgegen fliegen. Dem Schiedsrichter wird nichts anderes bleiben, als das Spiel zu unterbrechen. Dabei war doch gedacht, die Partie schneller zu machen.

Nein – zurück in die einigermassen neutrale Zone unterhalb der Haupttribüne. Von dieser kommen kaum je Fan-Übergriffe. Ansonsten werden Zwischenfälle geschehen, die so gut wie vorprogrammiert sind. Denn wer da von den Regelkundlern auf reibungslose Abläufe und die Vernunft von Fanatikern hofft, stand wohl noch nie in der Boca-Juniors- oder anderen heissen Kurven.