Fussballverband Region Zürich

«Bin ein Fan der Schweizer Nationalteams»

15 Jahre aktiv in der FVRZ-Administration: Carole Nievergelt trat am 1. Juni 2004 in die Abteilung Technik ein und zeichnet daselbst fürs Ressort Auswahlen/Footeco verantwortlich.

Was wäre wohl im Leben von Carole Nievergelt anders verlaufen, wenn es den Fussball nicht gäbe? Bevor diese Spekulationen einige Zeilen füllen würden, seis gesagt: zum Glück gibts den Fussball. Dank ihm fand die hier Porträtierte anlässlich der Euro 2008 ihren Mann fürs Leben; beide standen vor elf Jahren als Volunteers im Einsatz. Ergo hätte auch Töchterchen Selena – heute sechsjährig – das so genannte «Licht der Welt» nie erblickt.
Zum Glück gibts den Fussball: Seit Jahren ist er primärer Freizeitinhalt von Carole Nievergelt. Mit 14 Jahren begann sie beim neu zu gründenden Frauenteam des FC Baden mit ihrer Fussballkarriere, die folgend über Spreitenbach, den SV Seebach und folgend den FCZ Frauen führte. Seit vier Jahren kickt Nievergelt in der Alternativen Liga bei den Maradonnas, wie seit eh und je in ihrem Team als Verteidigerin: «Im fussballmässig schon fortgeschrittenen Alter ist das eine wortwörtlich echte Alternative. Es tut gut, auch wieder aktiv zu sein und nicht nur die Primäraufgaben der Administration zu erfüllen. Man bleibt so wortwörtlich weiter am Ball.»

Stabhochsprung als Diplomarbeit
Zwischen 1992 bis 1996 studierte Carole Nievergelt an der ETH «Sport». Allein: Die Diplomarbeit konnte sie nicht fussballbezogen erstellen; dieses Thema war damals reglementarisch den Männern vorbehalten. So vertiefte sie sich in ein Werk, das den Titel «mögliche leistungsbestimmende Messgrössen im Stabhochsprung der Frauen» trug: «Ich verfolgte und begleitete das Geschehen mit einer Freundin, die zu den ersten wenigen Frauen gehörte, welche sich an diese Sportart wagten.» Das rund 50-seitige Werk fand bei den Experten so gut wie einhellige Zustimmung.
Indes: selbst stabhoch-gesprungen ist Carole Nievergelt dann doch nicht. Wer den Fussball im Blut hat, kommt davon nicht los. Primär deswegen, weil sie oder er gar nicht loskommen will. Schon beim SV Seebach nahm sie ihre Lieblingssportart voll in Anspruch: «Zwei Jahre lang stand ich so gut wie jeden Tag auf dem Fussballplatz; entweder im eigenen Training oder als Betreuerin/Trainerin von Nachwuchs-Mädchen.» Im Vorstand des FFC Zürich Seebach war Nievergelt für «Anlässe» verantwortlich.

«Ein gutes Team»
Von Thomas Pfyl – damals Verantwortlicher für die Juniorinnen-Auswahlen – kam im Jahr 2004 die Anfrage, ob sie sich eine Arbeit im FVRZ vorstellen könne. Und Nievergelt konnte: Als Verantwortliche des Ressorts Auswahlen/Footeco schätzt die seit sechs Jahren in Würenlos Wohnhafte sowohl die Verantwortung, die dieser Aufgabe obliegt, wie auch der Kontakt zu Vereinen, Eltern und Jugendlichen. Sie spielt den Ball aber grad weiter: «Die Abteilung Technik besteht aus einem guten, eingespielten Team, in dem zu arbeiten Spass macht.» Und so lange dies so bleibt und Carole Nievergelt dies auch so empfindet, dürften auf die 15 bisherigen Jahre noch diese und jene hinzu kommen.

Carole Nievergelt
Geboren am 10. November 1972 in Solothurn
Beruf: Berufsschullehrerin und Sportlehrerin ETH
Zivilstand: verheiratet, eine Tochter
Wohnort: seit sechs Jahren in Würenlos
Hobbies: Fussball, Skifahren, Reisen
Stärken: Begeisterungsfähigkeit, Organisieren, Planen, strukturiertes Arbeiten, vielseitiges Interesse, Kampfgeist, Motivieren
Schwächen: eine Schwäche für «Nike», ungeduldig, will manchmal zu viel aufs Mal
Lieblingsvereine: FCZ Frauen, FCZ, Schweizer Nationalteams; allgemein: «schaue gerne gute Spiele»
Lebensmotto: «Just do it»

Die Aufgaben im FVRZ
Verantwortliche Juniorinnen / Abteilung Technik FVRZ - Ressort Auswahlen/Footeco seit 1. Juni 2004
Auswahltrainerin FE-13 (Juniorinnen) / Abteilung Technik FVRZ - Ressort Auswahlen/Footeco seit 1. Juni 2004

 

Carole Nievergelt: Ohne (Fuss-)Ball geht gar nichts.

zurück

Neue Regel provoziert Fragezeichen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Wie immer zu einer neuen Saison: Es gelten einige neue Regeln. Davon sind mehrere durchaus sinnvoll: Zum Beispiel dürfen bei einem Freistoss Mitspieler nicht mehr in der gegnerischen Mauer stehen; es ist ein Mindestabstand von einem Meter gefordert. Weitere mehr oder minder kleine Anpassungen sind gut, gut gemeint oder fraglich – erst Praxis und Umsetzung werden zeigen, was fussballtauglich beziehungsweise der Sportart Positivschübe geben könnte.

Eine Neuerung allerdings gibt mir zu denken: «Ein Spieler, der ausgewechselt wird, muss das Spielfeld bei der ihm nächsten Aussenlinie verlassen.» Sinn und Zweck: das Spiel schneller machen. Keine Ahnung, wie lange diese Idee in Kraft bleibt. Ich stelle mir vor: eines der berüchtigten Derbys. Roter Stern gegen Partizan Belgrad, River Plate gegen Boca Juniors, Fenerbahçe gegen Galatasaray. Viel Spass jenem Akteur, der an der Eckfahne im Fansektor des Gegners adieu sagt. Der dürfte eher nicht mit stehenden Ovationen verabschiedet werden. Spuckattacken, ausgestreckte Mittelfinger, in den Himmel gereckte Fäuste, Verhöhnungen und Verwünschungen sind ihm sicher. Obwohl (vermutlich) Nichtraucher, werden ihm Feuerzeuge en masse entgegen fliegen. Dem Schiedsrichter wird nichts anderes bleiben, als das Spiel zu unterbrechen. Dabei war doch gedacht, die Partie schneller zu machen.

Nein – zurück in die einigermassen neutrale Zone unterhalb der Haupttribüne. Von dieser kommen kaum je Fan-Übergriffe. Ansonsten werden Zwischenfälle geschehen, die so gut wie vorprogrammiert sind. Denn wer da von den Regelkundlern auf reibungslose Abläufe und die Vernunft von Fanatikern hofft, stand wohl noch nie in der Boca-Juniors- oder anderen heissen Kurven.