Fussballverband Region Zürich

Kick-off-Event Pilotprojekt FE-12

Am Freitag, 23. August fand der Kick-off-Event des FE-12-Pilotprojekts im Doktorhaus in Wallisellen statt.

Eingeladen waren alle FE-12-Ausbildner und Footeco-Koordinatoren der Partnerschaften FC Zürich, Grasshopper-Club und FC Winterthur.

Der FVRZ ist neben dem Walliser Fussballverband einer von zwei Regionalverbänden, welcher vom SFV den Zuschlag erhalten hat, in der Region ein Pilotprojekt auf Stufe FE-12 durchzuführen. Ziel ist es, herauszufinden, ob die aktuellen Ausführungsbestimmungen noch angebracht sind. Dazu werden Inputs aus der Wissenschaft sowie Erfahrungen aus dem In- und Ausland einbezogen. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen dem SFV dazu, für die Saison 2020/21 eine sinnvolle Lösung für die Stufe FE-12 zu präsentieren.

Verantwortlich für das Pilotprojekt ist der SFV-Footeco-Chef Luca Fiorina. Er wird von einem Projektteam unterstützt, das sich aus Vertretern der Partnerschaften FCZ, GC und FCW zusammensetzt. Der FVRZ ist mit dem Footeco-Koordinator Theo Widmer sowie dem Technischen Leiter Pascal Humbel ebenfalls vertreten.

Am Kick-off-Event wurden alle Ausbildner und Koordinatoren über Sinn und Zweck des Pilotprojekts sowie die Ausführungsbestimmungen des FE-12-Wettbewerbs informiert. Danach behandelten die Teilnehmer in Workshops folgende Themen:

  1. Das Training (Heinz Russheim, Technischer Leiter FCZ)

  2. Der Ausbildner (Roger Etter, Technischer Leiter FCW)

  3. Der Spieltag (Johannes Moos, Leiter Footeco GC)

  4. Organisation/Administration (Theo Widmer, Footeco-Koordinator FVRZ)

In einer Schlussrunde wurden alle offenen Fragen diskutiert und beantwortet. Zudem wurde nochmals auf das Wichtigste hingewiesen. Ein zentraler Punkt des Projekts ist, dass immer die Spielerin oder der Spieler im Zentrum aller Bemühungen steht. Dementsprechend müssen seitens der Ausbildner einige wichtige Punkte besonders beachtet werden:

  • Lerne deine Spielerinnen und Spieler und deren Umfeld kennen und versuche jede(n) einzelne(n) besser zu machen!

  • Erziehe, animiere und trainiere!

  • Setze die individuelle Entwicklung jeder einzelnen Spielerin / jedes einzelnen Spielers in den Fokus.

  • Vermittle Werte (Respekt und Fairplay) und coache mit Geduld!

  • Lass dich nicht nur vom Resultat beeinflussen! Deine Aufgabe ist die, Spielerinnen und Spieler besser zu machen!

  • Deine Spielerinnen und Spieler sollen immer gewinnen wollen.

  • Berücksichtige die Wichtigkeit deines Auftretens. Achte darauf, was du sagst und tust (Wirkung!).

Vor der Verabschiedung legten alle Ausbildner mit dem Unterschreiben einer Ehtik-Charta ein Commitment zum FE-12-Pilotprojekt ab.

Das Projektteam zog ein sehr positives Fazit aus dem Anlass und durfte viele positive Rückmeldungen der Teilnehmer entgegen nehmen. An dieser Stelle gebührt den praktisch vollzählig anwesenden Ausbildnern ein grosses Dankeschön für ihr tolles Engagement.

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«Jetzt gib emal ab …»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Tatort Fussballplatz, Junioren E-Spiel. Da ist einer, der auffällt; körperlich stärker als der Durchschnitt, Stürmer mit Torhunger. Er kostet aus, dass er im Rampenlicht steht, schiesst eines, zwei, am Schluss fünf Tore. Dem Trainer gefällts, so lange die Partie noch nicht entschieden ist. Als die Tordifferenz so gross ist, dass «sein» Team sicher gewinnt, beginnt die Kritik.

«Jetzt gib emal ab», hallts übers Feld. So ganz plötzlich abgeben. Na ja – vielleicht stimmt die Chemie nicht so überein mit dem, der als Verantwortlicher draussen steht, und dem, der besagte Tore schiesst. «Hör emal uuf, ales elei z mache». Auch so plötzlich. So plötzlich an die Mitspieler denken. Vorher wars noch okay, als man die Plustore brauchte. Und jetzt?

Nach einem weiteren Solo ab der Mittellinie – ohne Torerfolg, Schuss ging knapp daneben – kommt die Auswechslung. Kein Einsatz mehr bis zum Schluss. Als Strafe? Strafe wofür? Strafe, dass er besser ist als der Durchschnitt? Strafe, dass er ein bisschen kräftiger gewachsen ist? Strafe, dass er einen Fussballer-Urinstinkt auslebt – denjenigen, Tore zu schiessen?

Was ist die Quintessenz besagten Vorfalls? Wenn die erzieherische Massnahme (?) im Sinne des Trainers fruchtet, wird Besagter inskünftig mehr abspielen. Vielleicht fehlen dann die geschossenen Tore, wer weiss (das wird auch nicht richtig sein …). Hauptsache, er wird dem Kollektivgedanken des Teamsports Fussball gerecht.

Jemandem die Freude am Toreschiessen zu nehmen, ist der seltsame Umkehrschluss. Vielleicht könnte man ja Besagtem mal eine Rolle als Verteidiger zuteilen; er wird dort in der Praxis lernen, was Kollektivsport heisst. Oder vielleicht ist das «gib emal ab» im übertragenen Sinn gemeint: Ja, gebt ihn ab in eine Mannschaft, die höherklassig spielt und in der Besagter nicht mehr dafür bestraft wird, dass er ein bisschen stärker gewachsen und fussballerisch ein bisschen besser ist als der Durchschnitt seines jetzigen Teams.

So bliebe zu hoffen, dass besagter Trainer dann nicht auf stur stellt und meint: «Ich geb doch meinen besten Spieler nicht ab.» Es steht die Befürchtung im Raum, dass genau dies geschieht …