Fussballverband Region Zürich

Preise für fairplay-vorbildliche Seniorenteams

Am Montagabend des 2. September kamen im Restaurant «Grünwald» in Zürich-Höngg jene Vertreter zusammen, die mit ihren Teams die wenigsten Vergehen begingen.

Es kommt ja schleichend, das Alter. Tag für Tag gehts ein Millimeterli (oder mit welcher Einheit dies man auch immer misst …) in Richtung «tschüss Jugend». Vom Tagesgeschehen eingenommen, merkt mans kaum. Leicht sich ins Grau verfärbende Haare oder der Nach-und-Nach-Verlust der natürlichen Schädelbedeckung geben dieses Signal: «Bist auch nicht mehr der Jüngste».
Dies alles hat Auswirkungen. Ebenso schleichend wird der Kicker in die Seniorenkategorien «aufsteigen». Dorthin, wo der Kopf noch weiss, wies geht – aber der Körper nicht mehr auf alle Hirn-Befehle so reagiert wie einst. Und je älter, desto mehr tut sich eine Kluft auf. Ausser es gelingt der Spagat, dass der Körper mit den programmierten Impulsen von einst in Einklang kommt. Individuell und irgendwie …
Für den Schiedsrichter wird die Sache auch nicht zwingend leichter. Nebst den allgemein gültigen Regeln wird er da und dort mit kniffligen Sekundenereignissen konfrontiert: War dies jetzt ein gewolltes Foul, oder rutschte der Betreffende auf Grund einer verminderten Körperkontrolle ins Duell? Sanktioniert er das Vergehen, gibts was zu hören. Sanktioniert er es nicht, kriegt er auch etwas zu hören. Frei nach dem Motto: Der Unparteiische nimmt so oder so Einfluss, ob er pfeift oder nicht.

Zwei Teams blieben unbefleckt

Wer da mit einer Fairplay-Geste ausgezeichnet wird, gehört nicht zwingend zur Sorte der Fussball-Pazifisten, die – wie einst der legendäre Kriegsdienstverweigerer Max Daetwyler – ihre ideelle Einstellung mit einer weissen Fahne Kund tun. Fairplay-Ausgezeichnete zu werden hat wohl all diese Gründe: Ein undefinierbarer Mix zwischen Regelkunde, Respekt vor dem «Gegner», Schiedsrichtern und Mannschaftskollegen, Teamgeist, dem (Noch-)Können angepasster Ehrgeiz, Freude am Sport, Disziplin in Sachen Abmeldung – alles Dinge, deren Grundlagen extern des Spielfelds geschehen. Da kommt offenbar weit mehr zusammen als nur «Foul» oder Reklamieren.
Bei den Prämierten erwies sich Oberwinterthur mit drei Podestplätzen als bestausgezeichneter Verein, gefolgt von Höngg und Niederweningen (je zwei). Herausragend unbefleckt blieben Ellikon-Marthalen (Senioren 40+/16 Spiele, null Strafpunkte) und Hard/Buchs-Dällikon (Senioren 50+/14 Spiele, null Strafpunkte).

Über Fairplay (und einiges mehr) liess sich im die Veranstaltung abschliessenden Nachtessen eingehend diskutieren. Dabei sass niemand – dem Fussball sei Dank! – im Abseits.

Die Prämierten der Saison 2018/19
Senioren 30+: 1. Niederweningen, 2. Oberwinterthur, 3. Tuggen.
Senioren 40+: 1. Ellikon-Marthalen, 2. Wiesendangen, 3. Oberwinterthur.
Senioren 50+ 11-er: 1. Hinwil-Bäretswil und Höngg, 3. Ägeri/Menzingen und Industrie Turicum.
Senioren 50+ 7-er: 1. Hard/Buchs-Dällikon, 2. Linth 04, 3. Eschenbach.
Mannschaftspreis: 1. Oberwinterthur, 2. Niederweningen, 3. Höngg.

 

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Die Prämierten Senioren 30+: (v. l.) Oberwinterthur (Zweite), Niederwenigen (Sieger) und Tuggen.

Die Prämierten Senioren 40+: (v. l.) Wiesendangen (Zweite), Ellikon-Marthalen (Sieger) und Oberwinterthur.

Die Prämierten Senioren 50+/11-er: (v. l.) Hinwil-Bäretswil und Höngg (je 1. Rang) sowie Ägeri-Menzingen und Industrie Turicum (je 3.).

Die Prämierten Senioren 50+/7-er: (v. l.) Linth 04 (Zweite), Hard/Buchs-Dällikon (Sieger) und Eschenbach.

Die Prämierten Mannschaftspreis: (v. l.) Niederwenigen (Zweite), Oberwinterthur (Sieger) und Höngg.

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Kontroverses am «Fussballtisch»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Vom Zuhören lernt man viel, viel mehr als vom selber schwatzen. Wer die Zunge zügelt und dafür die Ohren spitzt, hört nicht nur Kund getane Argumente; auch wie Menschen auf diese und jene Aussage eines Gegenübers reagieren, ist zu beobachten höchst interessant. Und so sitze ich an einem «Fussballtisch» mittendrin. Vom ausschweifend erklärenden Intellektuellen bis zum rudimentär und laut werdenden Hemdsärmligen erstreckt sich eine grössere Palette.

Auf Umwegen trotten die Sätze Richtung Hauptthema: Handspiel im Strafraum. Zwar auch ausserhalb dasselbe Problem, aber im Sechzehner gehts dann eben ums Eingemachte – Penalty oder nicht. Einer motzt, dass «dieser blöde VAR auch keine Einheitlichkeit bringt». Ein anderer gibt zu bedenken, dass nach wie vor «absichtlich oder angeschossen» gelte. Was gibts noch? «Arme und Hände über Schulterhöhe haben dort nichts zu suchen». Auch schon gehört. Hin und her und her und hin. Bis dann diese Argumentation in die Runde geworfen wird: «Jedes Hände ist ein Hände – egal wie und wo und weshalb». Also jedes Handspiel gleich Penalty oder eben Freistoss. Da wirft einer ein: «Kann man nicht machen. Sonst kickt ein Angreifer einem Verteidiger absichtlich den Ball an die Hand.» Hä? Hab ja bislang nur zugehört, aber jetzt muss ich Fragen stellen: «Und du glaubst, dass dies in der Praxis passieren könnte – absichtlich Arm oder Hand des gegnerischen Verteidigers treffen? Diese sich bei sportlicher Betätigung stets bewegenden und relativ kleinen Teile des menschlichen Körpers? Wie soll denn dies geschehen von Spielern, die zuweilen aus fünf Metern nicht mal das Tor treffen – und dieses ist doch um einige Handflächen grösser und breiter als das, was in besagten Fall zu treffen beabsichtigt würde?»

Die Antwort darauf ist ein unverständliches Gemurmel. Es geht mir nicht und so gut wie nie ums Recht haben – das ist völlig belanglos. Vielleicht erwarte ich ab und zu zu viel: einfach ein bisschen studieren bevor plappern, ein bisschen Praxis in die ausufernde Fantasie. Oder hat in der langen Geschichte dieser immer wieder von Neuem faszinierenden Sportart je jemanden erkannt, der dem Gegner absichtlich den Ball an Arm oder Hand schoss? Eben.