Fussballverband Region Zürich

Viel Engagement und Freude beim ersten FE-12-Footeco-Day

Der erste FE-12-Footeco Day, am Sonntag des 22. September auf der Winterthurer Schützenwiese ausgetragen, fand bei idealen äusseren Bedingungen statt.

32 Teams nahmen teil, je deren 16 in Vor- und Nachmittags-Turnieren. Der Modus gewährleistete, dass alle Mannschaften in je sechs Partien à 15 Minuten zu viel Spielpraxis kamen. Über 300 Nachwuchsspielerinnen und -spieler trafen in Direktvergleichen zwischen den FVRZ-Footeco-Partnervereinen, Grasshoppers, FC Zürich und Winterthur aufeinander und erlebten so «en geile Tag».

Vom Spieltechnischen her war zu beobachten interessant, wie die FE-12-Regeln umgesetzt wurden. Fussball ohne Schiedsrichter, freie individuelle Entscheidungen durch die Spieler, wie ein Einwurf ausgeführt wird sowie die Möglichkeit des Shootouts beim Elfmeter (wenn ein Spiel unentschieden endet sind vermutlich weit kindergerechte Elemente als die strikten Vorgaben aus dem offiziellen Regelwerk. Letzterem kommen die Kinder pro Altersjahr sowieso immer näher.

«Spielen, sichten, kennenlernen»
Vorab des sportlichen Geschehens wurden die sehr zahlreich erschienenen Eltern und Vereinsfunktionäre über Sinn, Zweck und die Umsetzung des Footeco informiert. Hinter dem Namen versteckt sich die erste Stufe der SFV-Nachwuchsförderung. Der Name ist aus Football – Technique – Coordination/Cognition zusammengesetzt. Der Vision «eine Ausbildungskultur im goldenen Lernalter ohne voreiligen Elitismus» leben der SFV beziehungsweise die Verbände seit sieben Jahren nach. In Winterthur stand dieser erste FE-12-Spieltag unter dem Motto «spielen, sichten und kennenlernen».
Der Anfang ist gemacht – weitere Footeco Days sind am 10. November und am 22. März 2020 (Sportanlage Heerenschürli), Footeco Hallenturniere sind am 17. November (Wiesendangen) und am 8. Dezember (Fehraltorf).

Im Footeco stehen die Kinder immer im Mittelpunkt, so auch am ersten Footeco Day. Alle Kinder und ihre Ausbildner haben viel Engagement und Leidenschaft gezeigt und waren am Ende des Tages in jeder Hinsicht äusserst zufrieden.

 

Impressionen  (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Sich durchsetzen lernen: Einer kämpfte gegen vier der Andern.

Vorab des Anlasses gabs Informationen zum Footeco ...

… die von vielen Eltern interessiert entgegen genommen wurden. 

Sie informierten und halfen tatkräftig mit (Organisatoren des Footeco-Days): (v. l.) Pascal Humbel (Technischer Leiter FVRZ), Luca Fiorina (Chef Footeco SFV) und Theo Widmer (Footeco-Koordinator und Leiter Abteilung Technik FVRZ).

Damit alle wussten, worums am Sonntag ging.

Heisse Torszene, doch kein Treffer.

Ein Quartett kämpft ums Leder, einer schaut zu.

Der Torhüter als Beutegreifer.

Das Warten aufs nächste Spiel.

Zuschauen, was die andern so auf den Kunstrasen zaubern.

Zwei Grössere gegen einen Kleineren.

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Verein als Auslaufmodell?

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Wer von «früher» erzählt, sollte kein Schönheits-Nostalgiker sein. Es war nicht alles besser als heute. Sowohl Zeiten, Umfeld und Beeinflussungen haben sich innert weniger Jahrzehnte teils massiv verändert. Die «alten Knacker» kommen aus einem ganz anderen Wertestatus, sind auch Produkt aus einer Zeit mit nahezu unangetasteten Hierarchien. Auch wenn es «damals» schon immer und immer wieder Probleme (= Herausforderungen) gab: Es war diese gesellschaftliche Phase auch der Boden, in das ein Pflänzchen namens Verein gesetzt werden konnte und das im besten Fall Wurzeln schlug und Früchte gab.

Ein Verein althergebrachter Schule ist ein ziemlich konservatives Gebilde, das seine Standhaftigkeit gegen «moderne» Strömungen zu verteidigen hat. Und dieses «modern» bedeutet für die meisten Jugendlichen: Mit möglichst wenig Verpflichtungen Spass haben. Schon in der Schule, im Beruf immer mehr gefordert, will man sich immerhin in der Freizeit nicht auch noch sagen lassen, was geltende, von Erwachsenen aufgestellte Regeln sind. In der warmen Stube Netzwerk-Surfen statt im Regen trainieren ist im Lauf der letzten Jahre zu einer spassigen Alternative aufgestiegen. Wer als erste Handlung nach dem Training sein Handy nach (ach so wichtigen) Mitteilungen abgrasen muss, ist geistig nicht zwingend da, wo er eben ist.

Wen wunderts: Die eigene Mannschaft ist der Verein. Weiter als über den Rand des eigenen Teams hinaus schauen bedeutet nicht zwingend Kurzsichtigkeit, gibt aber preis, wo die Prioritäten liegen. Tendenzen, denen positiv zu begegnen schwierig sind: Ein sich um die Gesamtheit eines Vereins bemühender Vorstand hat als Basis so gut wie nur «etwas von früher» vorzuweisen. Er hat ein Gebilde, zu dem Jugendliche eine hin und her tendierende Ambivalenz, zuweilen gar gröbere Zerrissenheit verspüren.

Es liesse sich – teils durchaus berechtigt – das Wort «Egoismus» anfügen. Damit wäre angefügt, in der Sache jedoch rein gar nichts gewonnen.