Fussballverband Region Zürich

Ein tolles Zeichen für die Entwicklung und Förderung von Frauen im Fussball

Am Samstag, 21. September hat in Schlieren der Weiterbildungskurs für Trainerinnen und Trainer von B-, A+-Juniorinnen- sowie Frauenteams (11er-Fussball) stattgefunden.

Nach der Begrüssung hielt Tatjana Haenni, Leiterin Ressort Frauenfussball SFV ein Einstiegsreferat und informierte über Aktuelles aus dem Ressort Frauenfussball. Nach der Analyse der Frauen U19-EM 2018 in der Schweiz und ein paar theoretischen Elementen ging es ab auf den Platz, um die Spielphilosophie des SFV «wir haben den Ball nicht – Umschalten offensiv/defensiv» auch praktisch zu lernen. Sehr schnell wurde ersichtlich, dass sich an diesem Kurs eine sehr motivierte und engagierte Truppe von Trainerinnen und Trainern eingefunden hat und die Anweisungen sowie Tipps der beiden SFV-Instruktorinnen Adrienne Krysl und Tatjana Haenni positiv entgegengenommen haben. Nach dem Mittagessen wurde aktiv bei den J&S-Modulen mitgearbeitet und das theoretisch Erarbeitete auf dem Platz umgesetzt.

Schweizweit war es das erste Mal, dass die Kursleitung mehrheitlich von Frauen besetzt war. So kamen gleich zwei Instruktorinnen des SFV zum Einsatz: Tatjana Haenni und Adrienne Krysl. Mit dabei waren auch Claudia Gfeller (Leiterin Ressort Frauen FVRZ / Projektleiterin «Entwicklung Juniorinnen-/Frauenfussball») und Pascal Humbel (Technischer Leiter FVRZ). Ausserdem war Tanja Citherlet (seit August 2019 Mitglied Regionalvorstand FVRZ) zu Besuch.

Der Weiterbildungskurs mit den motivierten Trainerinnen und Trainern, dem Technischen Leiter FVRZ und den Funktionärinnen vom FVRZ und SFV wurde seinem Namen «Modul Fortbildung Frauenfussball» voll gerecht! Ein tolles Zeichen für die Entwicklung und Förderung von Frauen im Fussball. Der FVRZ will weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen und engagierten Frauen die Möglichkeit zur Entfaltung bieten. Dadurch erhofft sich der FVRZ auch eine Signalwirkung für Vereine und andere Verbände.

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Rassismus der anderen Art

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Manchmal ist sie schon ver-rückt, «unsere» Welt. Der gewaltsame Tod des George Floyd zieht weltweit Proteste nach sich, die weit tiefer gehen als die an der Oberfläche sichtbaren Demonstrationen. Dass – wie solls auch anders sein – die «bösen Linken» wieder was Irreales aufbauschen, ist eine der typischen Reaktionen. Schublade auf, Klischees auspacken und draufhauen, damit man sich mit der Thematik gar nicht erst befassen muss.

So bin ich abgetaucht in «mein» Leben. Hab gesucht, wo ich mich in all den Jahren – wo auch immer – nicht korrekt verhalten habe. Und auch gefunden. Nicht rassistisch im eigentlichen Sinn des üblichen Verstehens, aber doch. An die 55 Jahre sinds her. Turnstunde. Als Dessert gibts Fussball, Korbball, Handball. Zwei werden bestimmt, um die Teams zu wählen. Der eine zu mir, der Nächste zu dir. Immer schön die tatsächlich oder vermeintlich Besten, in absteigender Reihenfolge. Am Schluss blieben meist dieselben beiden «vorig». Eine Hackhierarchie bestimmt, wer Wert hat und wer offenbar so etwas Ähnliches wie ein Abfallprodukt ist.

War damals ganz normal; Kinder sind zuweilen brutal ehrlich. Und vergessen vielleicht auch weit schneller als gedacht. Aber heute, in der Replik? Purer Rassismus der anderen Art. Waren sie zu unbeweglich, zu stümperhaft, für einen angestrebten «Sieg» schlicht unbrauchbar? Oder waren die Letztgewählten auch ausserhalb der Turnstunde so etwas wie «Ausgestossene» – aus welchen Gründen auch immer? Weichlinge? «Brüelilätsch»?

Hätte es etwas genützt, wenn des Lehrers Kompetenz das Szenario umgedreht hätte? «Ihr wählt jetzt mal zuerst jene, die Ihr sonst als Letzte auch noch mitschleppt». Erst in der letzten Runde wären die vermeintlich Besten auch noch dem einen oder andern Team zugeordnet worden. Eine schöne Schlappe – oder einfach ein auf den Kopf gestellter «Leistungsausweis», der letztlich dennoch wieder «die Besten» im Zentrum gesehen hätte?

So oft ist zu vernehmen: «Der Mensch ist halt so». Die Realität beweist: ja, ist er. Zuweilen ganz nahe an tierischem Verhalten. Aber «der Mensch» kann doch auch anders? Differenzieren, Abwägen, in Frage stellen und Korrekturen anbringen?