Fussballverband Region Zürich

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Brot mit Senfaufstrich

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Es hat wieder mal viele Zuschauer am mit Spannung erwarteten Derby. Die Partie ist ausgeglichen, das Ergebnis ebenso. Obwohls in den Schlussphase noch einige Möglichkeiten absetzt, bleibts beim 2:2. Spielqualität soso, lala – die Begegnung lebte weit mehr von der Physis. Und da sich niemand als Verlierer verabschieden muss, bleibt man nach dem Schlusspfiff noch ein bisschen höckeln. Auch das Wetter lädt dazu ein, das eben Gesehene noch zu kommentieren und zu diskutieren.

Eine Stunde später ist niemand mehr da, ausser jenen, die aufräumen müssen. Die merken sehr bald, dass da doch jemand da war. Leere Plastikbecher und Bratwurstpapiere am Boden, halbgefüllte Knirplis auf dem Tisch. Ein angeknabbertes Brot mit Senfaufstrich und Glacépapierli liegen dem halb leeren Papierkorb relativ nahe, aber nicht drin. Auf der Stehplatzrampe sind Matchprogramme und Zeitungen zwischen Kafi-Luz-Bechern und zerknüllten Energy-Drink-Dosen auszumachen. Viel Spass all jenen, die aufräumen müssen.

Sind wir so? Wir sind. Weshalb sind wir so? Weil jemand da ist, der all den Dreck wegräumt. Das gibt relativ viel Arbeit. Und im Breitenfussball ists noch immer so, dass für diese Arbeit primär Frondienstler zuständig sind. Vielleicht würden die noch so gerne eine halbe Stunde früher nach Hause gehen, gerade gegen Sonntagabend. Wär ja möglich …

Wehe, wenn da nicht blitzsauber aufgeräumt wird. Restaurants sind Visitenkarten des Vereins, Zuschauerrampen und -tribünen ebenso. Abfall lädt nirgends zum Verweilen ein. Bleibt die simple Frage: Weshalb kann Zuschauer X und/oder Y seine gebrauchten Utensilien nicht grad selbst entsorgen, wenn er sein Plätzchen verlässt? Und das einfach in den Papierkorb schmeissen so, wie mans als Kind möglicherweise (?) gelernt gekriegt hat? Sofern die Grundlagen-Erziehung eventuell fundamentale Lücken aufwies, könnte es einem – ohne Rückschlüsse auf früher – ganz einfach auffallen, was da Wochenende für Wochenende an simplen persönlichen Undiszipliniertheiten geschieht.