Fussballverband Region Zürich

«Fussball ist überall emotional»

Die 18. FVRZ-Gala, am Freitagabend des 6. Dezember zum dritten Mal in der Samsung Hall in Dübendorf durchgeführt, wurde wieder von über 900 Personen besucht. Sie erfüllte einmal mehr den Zweck, mit einem grossen Dankeschön das Fussballjahr festlich zu verabschieden.

Dominique Blanc, seines Zeichens als Zentralpräsident des SFV der hierarchisch höchste Schweizer Fussballer, traf in seiner kurzen, treffenden Ansprache den Wort-Ball voll ins Netz: «Fussball ist überall emotional» war die Kernaussage. Und diese angesprochenen Emotionen gehen bekanntlich weiter übers (Kunst-)Rasenfeld hinaus, betreffen Gross und Klein, Aktive wie Funktionäre, Vereine wie Verbände.
Auch dieser 18. Gala-Abend des Breitenfussballs reihte sich nahtlos ins Angesprochene. Christa Rigozzi führte als Moderatorin wieder souverän durch den Abend und entlockte ihren Interviewpartnern manch Interessantes oder da und dort zum Schmunzeln Anregendes.

FC Pfäffikon «Verein des Jahres
In den Sparten «Schiedsrichter des Jahres» (Siegerin Cécile Winet, FC Einsiedeln) und «Ehrenamtlicher des Jahres» (Gewinner Giancarlo Caviola, FC Embrach) wurden die Verdienste von Einzelpersonen gewürdigt. Vereinsauszeichnungen setzte es beim «Fairplay des Jahres» (Sieger FC Hausen am Albis), bei den «Vorbildlichen Vereinen» (38 Clubs) sowie beim «Verein des Jahres» (Sieger FC Pfäffikon ZH) ab.
Die zum dritten Mal durchgeführte elektronische Publikumswahl zur Ermittlung des «Verein des Jahres»-Gewinners spannte sowohl Clubvertreter wie Besucher kurzzeitig auf die Folter. Die sieben der mit Gold ausgezeichneten Vorbildlichen Vereine standen zur Disposition. Es gingen über 1000 Stimmabgaben ein, die letztlich deutlich den FC Pfäffikon ZH zuoberst klassierten (54%). Es folgten Stäfa (18%), Bäretswil (9%), Embrach (8%), Wallisellen (6%), Wettswil-Bonstetten (3%) und Witikon (2%).

Sandro Stroppa verabschiedet
Die Unterhaltungsparts bestritten der Comedian Michael Elsener sowie das Trommler-Team «Stickstoff». Elsener fand die Mischung zwischen Vorbereitetem und flexiblem Augenblick-Reagieren hervorragend. «Stickstoff» präsentierte ein wortwörtlich wahres Trommelfeuer, das sowohl Gehörgänge wie Sehorgane gleichermassen zu beeindrucken wusste.
Zum Gala-Schluss wurde der langjährige FVRZ-Präsident Sandro Stroppa gebührend verabschiedet. Seit September ist Stroppa neuer Präsident der Amateurliga und musste dadurch die Verbands-Führungsaufgabe an Vizepräsidentin Rita Zbinden abtreten. Stroppa versprach, auch in seiner neuen Funktion sein Augenmerk weiterhin auf den Breitenfussball zu fokussieren.

50‘000 Franken ausgeschüttet
Insgesamt schüttete der Verband erneut rund 50‘000 Franken in Form von Gutscheinen, Bällen und Bargeld aus; zwar eine enorme Summe, und doch nur ein Bruchteil dessen, was die Vereine beziehungsweise deren Funktionäre und Trainer während des Jahres an ehrenamtlichem Einsatz leisten. Allein die 25 «Vorbildlichen mit der Auszeichnung Gold/Silber/Bronze» konnten in den schon legendären Ballsäcken total über 500 Bälle mit nach Hause nehmen.
In einer gefühlt oder tatsächlich unsicheren Welt bleibt eines gewiss: «Der Ball» wird auch im Jahr 2020 rund bleiben. Findige Wortexperten meinen zwar nach wie vor, dass dies – Nomen als Omen – bei einem Eckball nicht der Fall sei.

 

Die an der Gala 2019 Ausgezeichneten

Ehrenamtlicher des Jahres
Giancarlo Caviola (FC Embrach)
Nominierte:
Nadia Scaglioni (FC Wallisellen)
Christoph Fässler (FC Feusisberg-Schindellegi)

Schiedsrichter des Jahres
Cécile Winet (FC Einsiedeln)
Nominierte:
Peter Fuhrer (SC Wipkingen)
Drazen Blazenovic (FC Wald)

Vereins-Fairplay
1. FC Hausen am Albis
2. FC Niederweningen
3. FC Ellikon-Marthalen

Verein des Jahres
FC Pfäffikon ZH
(vom Publikum aus den sieben mit Gold ausgezeichneten «Vorbildlichen Vereinen» gewählt)

Vorbildliche Vereine
Gold (7 Vereine):
FC Bäretswil, FC Embrach, FC Stäfa, FC Pfäffikon, FC Wallisellen, FC Wettswil-Bonstetten, FC Witikon.
Silber (8 Vereine):
FC Fehraltorf, FC Freienbach, FC Hinwil, FC Küsnacht, FC Neftenbach, FC Russikon, FC Wädenswil, FC Wiesendangen.
Bronze (10 Vereine):
BC Albisrieden, FC Ellikon/Marthalen, FC Männedorf, FC Oetwil-Geroldswil, FC Seuzach, FC Unterstrass, SC Veltheim, FC Wiedikon, FC Wollishofen, YF Juventus.
Weiter Ausgezeichnete (13 Vereine):
FC Bassersdorf, FC Brüttisellen-Dietlikon, FC Effretikon, FC Feusisberg-Schindellegi, FC Herrliberg, FC Kloten, FC Langnau am Albis, FC Niederweningen, FC Oberwinterthur, SV Rümlang, SV Schaffhausen, FC Stammheim, FC Stein am Rhein.

 

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Weitere Bilder sind im Mediacenter abrufbar:

Erwartungsvolle Gäste beim Apéro.

Apérogebäck – das Auge isst mit …

Einladung zum Galabeginn.

Über 500 Bälle wurden an die Vorbildlichen Vereine verteilt.

Erneut führte Christa Rigozzi souverän durch den Abend.

Ein süsser Essens-Abschluss.

Giancarlo Caviola wurde Ehrenamtlicher des Jahres. In flankieren die Nominierten Nadia Scaglioni und Christoph Fässler.

Die vier Ehrendamen.

In Farben gehüllte Samsung Hall.

FC-Pfäffikon-Präsident Max Hächler freut sich über die Auszeichnung «Verein des Jahres».

Mit viel Liebe fürs Detail präparierte Tische.

Der Hauptgang.

Michael Elsener konnte manchen Lacher abholen.

Das Fairplay-Podest: Sieger Hausen am Albis, flankiert von Ellikon/Marthalen (links) und Niederweningen.

Drei FVRZ-bekannte Gesichter.

Die Juniorinnen stehen beim Eintreten von Rita Zbinden Spalier.

Rita Zbinden verabschiedet ihren Vorgänger Sandro Stroppa.

Schiedsrichterin des Jahres wurde Cécile Winet, flankiert von Peter Fuhrer (links) und Drazen Blazenovic.

Cécile Winet, Schiedsrichterin des Jahres 2019, gibt Christa Rigozzi Auskunft.

Als ob Sonnenstrahlen durchs Samsung-Hall-Dach fluteten.

Unterhaltungselement «Stickstoff»: ein wortwörtliches Trommelfeuer für Augen und Ohren.

Die FC-Pfäffikon-Vertreter strahlen ob des Titels «Verein des Jahres».

38 Clubs erhielten diesmal das Prädikat «vorbildlich».

Eine farbenfrohe Vorspeise eröffnete das Kulinarische.

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Gekuschelte Justiz

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Vom Zuhören lernt man mehr als vom Selbst-Schwatzen. Gewiss: Das braucht Disziplin und Überwindung, mal für eine halbe Stunde im Restaurant einfach nur in den Aufnahmemodus zu wechseln. Je nachdem, wer da an Mensch und Einstellung gegenübersitzt, wer da nicht nur Meinung von sich gibt, sondern mit dieser auch durch alle Instanzen Recht haben will und offenbar auch muss (?), gehts ans Eingemachte.

In solchen Kreisen schon so oft gehört: die Schweizer «Kuscheljustiz». Je nachdem, was geschieht und (vor allem auch) wer sich daneben benimmt, darf mit einer möglichst milden Strafe rechnen. Die Richter haben kein Füdli, endlich hart durchzugreifen und Geschehenes ein für allemal abzustellen. Bei Wasser und Brot lebenslang einlochen, Gummizelle, Einzelhaft. Aber eben: es wird «gekuschelt», was das Zeug hält.

Da lässt sich erkennen: Nebst dem Jurastudium und parallel laufenden Bildungen/Weiterbildungen gibts eine zweite, weit volksnahere Juristerei. Sie besteht aus Emotionen, Bauchentscheiden, Rachegefühlen, Verwünschungen, Kontra-Reflexen und was sich da in der Gefühlswelt auch immer ansammelt und «jetzt einfach mal gesagt» werden muss. Überall unfähige Richter. Motto: Also wenn ich das Sagen hätte, dann …

Notabene: Auch Schiedsrichter sind eben – dem Namen nach – Richter. Bekanntermassen unterstehen auch sie ganz ähnlichen Szenarien. Mit ihnen stehen dahinter: Verband, Uefa, Fifa und wer auch immer. Die bestimmen, und «wir armen Kleinen» haben zu akzeptieren. Auch der VAR ist bei Vielen noch immer Ziel dieser Reflexe. Kürzlich in gleich zwei Stadien gesehen: In der Fankurve das Grosstransparent «Videobeweis abschaffen». Was haben die gejubelt, sind herumgehüpft und taten wie in einem Tollhaus! Was war geschehen? Auf Grund des VAR-Eingreifens wurde zum Vorteil jener, die keinen VAR wollen, ein Penalty verhängt und dieser souverän verwandelt.

Wenn (Schieds-)Richter in Zweifelsfällen zu «eigenen» Gunsten entscheiden, darf doch schon mal ein Auge zugedrückt sein. So viel Auslegungssache von bestehenden Regeln und Gesetzen muss in einem funktionierenden Rechtsstaat erlaubt sein. Wo kämen wir sonst hin …