Fussballverband Region Zürich

18. FVRZ-Gala des Breitenfussballs

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Gekuschelte Justiz

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Vom Zuhören lernt man mehr als vom Selbst-Schwatzen. Gewiss: Das braucht Disziplin und Überwindung, mal für eine halbe Stunde im Restaurant einfach nur in den Aufnahmemodus zu wechseln. Je nachdem, wer da an Mensch und Einstellung gegenübersitzt, wer da nicht nur Meinung von sich gibt, sondern mit dieser auch durch alle Instanzen Recht haben will und offenbar auch muss (?), gehts ans Eingemachte.

In solchen Kreisen schon so oft gehört: die Schweizer «Kuscheljustiz». Je nachdem, was geschieht und (vor allem auch) wer sich daneben benimmt, darf mit einer möglichst milden Strafe rechnen. Die Richter haben kein Füdli, endlich hart durchzugreifen und Geschehenes ein für allemal abzustellen. Bei Wasser und Brot lebenslang einlochen, Gummizelle, Einzelhaft. Aber eben: es wird «gekuschelt», was das Zeug hält.

Da lässt sich erkennen: Nebst dem Jurastudium und parallel laufenden Bildungen/Weiterbildungen gibts eine zweite, weit volksnahere Juristerei. Sie besteht aus Emotionen, Bauchentscheiden, Rachegefühlen, Verwünschungen, Kontra-Reflexen und was sich da in der Gefühlswelt auch immer ansammelt und «jetzt einfach mal gesagt» werden muss. Überall unfähige Richter. Motto: Also wenn ich das Sagen hätte, dann …

Notabene: Auch Schiedsrichter sind eben – dem Namen nach – Richter. Bekanntermassen unterstehen auch sie ganz ähnlichen Szenarien. Mit ihnen stehen dahinter: Verband, Uefa, Fifa und wer auch immer. Die bestimmen, und «wir armen Kleinen» haben zu akzeptieren. Auch der VAR ist bei Vielen noch immer Ziel dieser Reflexe. Kürzlich in gleich zwei Stadien gesehen: In der Fankurve das Grosstransparent «Videobeweis abschaffen». Was haben die gejubelt, sind herumgehüpft und taten wie in einem Tollhaus! Was war geschehen? Auf Grund des VAR-Eingreifens wurde zum Vorteil jener, die keinen VAR wollen, ein Penalty verhängt und dieser souverän verwandelt.

Wenn (Schieds-)Richter in Zweifelsfällen zu «eigenen» Gunsten entscheiden, darf doch schon mal ein Auge zugedrückt sein. So viel Auslegungssache von bestehenden Regeln und Gesetzen muss in einem funktionierenden Rechtsstaat erlaubt sein. Wo kämen wir sonst hin …