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Gar seltsame Wortkombinationen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Habs schon lange nicht mehr gehört, dieses seltsame Wort, das in sich so dermassen «denäbed» ist, wie es klar und unmissverständlich aufzeigt, wohin der Hase hoppeln soll. Die Verwendung dessen war früher weit mehr gang und gäbe und gehörte mit zum alltäglichen Sprachgebrauch. Der längeren Einleitung kurzer Sinn:
Handball-Länderspiel Deutschland – Niederlande. Jenen mit dem Einfach-Adler auf dem Trikot (es soll Landeswappen mit einer Doppelversion geben; aber das ist eine andere Geschichte …) läufts nicht wie erhofft. Individuelle Konzentrationsmängel lassen die Tordifferenz nicht dorthin ausweiten, dass die Partie ruhiger angegangen werden kann. Dies provoziert den Reporter zu dieser Floskel: «Das deutsche Team muss sich jetzt zusammenreissen.»

Hoppla, jetzt aber. Wenn ich jemanden frage, wie er oder sie das Wort «reissen» bildlich darstellt, wird symbolisch mit den Händen auseinander gezogen. Reissen ist in seiner Bedeutung immer dies, dass das eine vom andern getrennt wird. Ergo ist ein «zusammenreissen» faktisch gar nicht möglich. Aus Zusammenfügen und Auseinanderreissen wurde ein Wort kreiert, das dennoch eine unmissverständliche Aufforderung beinhaltet.

Nun denn: Deutschland setzte sich noch deutlich durch. Und dies durch Begebenheiten, die «einen Ruck durch die Mannschaft» nach sich zogen. Auch so etwas. Hab zwar nirgends einen Ruck in Form einer sichtbaren Erschütterung gesehen, aber das solls geben. Auch dieser «Ruck» wird ab und zu eingefordert. Vielleicht geschieht dies besser, wenn man einen Rucksack mit sich trägt.

Notabene geschah eben dieser Ruck durch eine deutlich gesteigerte Chancenauswertung, was dem Reporter diese Bemerkung entlockte: «An vorderster Front wird zielgerichtet gearbeitet.» Konnte ihn nicht fragen, obs auch eine hinter(st)e Front gibt. Man weiss ja nie …