Fussballverband Region Zürich

Corona-Virus: Medienmitteilung des Schweizerischen Fussballverbands (SFV)

Die Amateur Liga und die Regionalverbände beantragen den Abbruch und die Annullierung der Meisterschafts- und Cupwettbewerbe.

Die Amateur Liga und die 13 Regionalverbände beantragen dem Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) einstimmig, alle ihre Meisterschafts- und Cupwett-bewerbe der Männer (2. Liga interregional bis 5. Liga), - Frauen, Senioren/Seniorinnen und Junioren/Juniorinnen abzubrechen und die Saison zu annullieren, d.h. nicht zu werten.

Es soll nach Ansicht der Amateur Liga und der Regionalverbände keine Meister, keine Auf-und Absteiger und keine Cupsieger geben. Die Teilnehmer am Schweizer Cup sollen per Los aus den in den regionalen Cup-Wettbewerben übrig gebliebenen Teams bestimmt wer-den.

Nicht Gegenstand dieses Antrages sind die Wettbewerbe des SFV selbst (insbesondere Frauen NLA und NLB; Schweizer Cup der Männer und der Frauen), der Swiss Football Lea-gue (Raiffeisen Super League; Brack.ch Challenge League) und der Ersten Liga (Cerutti il Caffè Promotion League und 1. Liga).

Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands wird den Antrag der Amateur Liga und der Regionalverbände und die damit verbundenen Konsequenzen prüfen und bis Mitte nächster Woche darüber entscheiden.

SFV (18. April 2020)

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Die «Hundertprozentige» versiebt

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Blöd gelaufen. Kurz vor Schluss, 3:2 für die Gastmannschaft. Reaktion des Heimteams: Defensive möglichst geordnet aufgeben, strukturiert alle Mann nach vorn. Ausgleich gelingt noch nicht, aber der Druck wird immer grösser. Und da geschiehts: Ballverlust in Folge von Unaufmerksamkeit. Der Konter läuft. Gleich drei Gästeakteure sind unterwegs, in der Mitte der Ballbesitzende, links und rechts die Anspielstationen. Nur ein Defensivler geht notgedrungen ins 1:1; der wird auch noch überspielt. Aber der Platz wird eng, man ist bereits in Strafraumnähe. Der Torhüter steht äusserst geschickt und scheint auf alles gefasst.

Und was geschieht? Es gibt keinen Treffer. Der mit dem Ball am oder in der Nähe des Fusses sucht und macht den Abschluss; der Ball geht knapp übers Tor. Und jetzt? Aufschrei auf der Spielerbank und der Tribüne. Pfiffe des eigenen Anhangs. Die Mitlaufenden versinken fast im Boden und hadern vor sich hin. Wieder so ne Szene, in der die 89-jährige Grossmutter das Leder mit links eingeschoben hätte. Die Frage lautet unisono: weshalb spielt der nicht ab? Ganz einfach.

Ganz einfach? Rekapituliert man das eben Gesehene, ists so einfach nur für jene, die nicht aktiv beteiligt waren. Muss ja den Ball nur rüberschieben (aber bitteschön auf ein mögliches Abseits achten). Hätte er geschoben und der Mitspieler nicht getroffen: «Weshalb schiesst der nicht selbst, weshalb spielt er ab?»

Und so lässt sich feststellen: Die Mitlaufenden eröffnen zwar Anspielmöglichkeiten, sind aber zugleich auch höchst verunsichernde Negativelemente. Erst sie lassen den Ballbesitzenden zweifeln, was denn in dieser Szene die beste Option ist. Er muss in Sekundenbruchteilen entscheiden – und zieht so ab und zu den Schwarzen Peter. Der beschriebene Konter wäre eventuell erfolgreicher verlaufen, wenn die Mitspieler gar nicht erst mitgekontert und so des Schützen Konzentration nicht torabschluss-entscheidend beeinflusst hätten.