Fussballverband Region Zürich

Corona-Virus: Medienmitteilung des Schweizerischen Fussballverbands (SFV)

Abbruch der Saison 2019/20: Der Zentralvorstand des SFV hat heute beschlossen, alle derzeit ausgesetzten Meisterschafts- und Cupwettbewerbe der Saison 2019/20 mit Ausnahme der Super League, der Challenge League und des Schweizer Cups abzubrechen und diese Wettbewerbe nicht zu werten.

Der Zentralvorstand hat diesen Entscheid nach gründlicher Prüfung aller möglichen Szenarien mit Zustimmung der drei Abteilungen des SFV (Swiss Football League, Erste Liga und Amateur Liga) und der 13 Regionalverbände getroffen und einstimmig gefasst.

Hauptgründe für den Entscheid
Der Bundesrat hat gestern bekannt gegeben, dass Fussballspiele in der Schweiz frühestens am 8. Juni wieder möglich sein werden, und dies auch nur, so die Medienmitteilung des Bundesrates, «in Ligen mit übermässig professionellem Spielbetrieb», was ausschliesslich auf die Super League und die Challenge League zutrifft. Auch für Trainings, die ab dem 11. Mai grundsätzlich wieder möglich sein sollen, gelten bis auf Weiteres massive Einschränkungen, insbesondere ausserhalb des Leistungssports (maximal fünf Personen, kein Körperkontakt). Entsprechend ist ein Abbruch der laufenden Saison alternativlos.

Die wichtigsten weiteren Informationen im Überblick (siehe Medienmitteilung SFV):
- Folgen des Abbruchs und Wertung der Wettbewerbe
- rechtliche Grundlage
- weiteres Vorgehen Trainingsbetrieb  (Schutzkonzept)

SFV (30. April 2020)

Ergänzende Information des Fussballverbandes Region Zürich (FVRZ):
Der FVRZ wird die Vereine in der folgenden Woche über die Auswirkungen/Abläufe der folgenden neuen Saison 2020/21 per Mail informieren.

 

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Willkommener Bösewicht

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch
  

Ballsport ist Ballsport. Wer sich zu einem hingezogen fühlt, den interessieren auch andere Arten des Umgangs mit dem geometrischen Rundum. Und wer nach und nach und mit den Jahren irgendeine Ball-Form spielt, weiss, wie sich das Streitobjekt – je nach gewollter oder zufälliger «Behandlung» – in der Folge verhält. Sei es das Tischtennisbällchen, der Tennisball oder der Fussball. Die «Angeschnittenen» machen primär jenen Probleme, die sich neu mit diesem Objekt beschäftigen. Einzig der Medizinball fällt da – wegen «Übergewicht?» – aus dem runden Rahmen.

Tennis in Corona-Zeiten. Auch diese Sportart leidet. Die grossen Turniere sind abgesagt oder finden ohne Zuschauermassen statt. Die tolle nationale Breitensport-Idee Interclub wird dieses Jahr nur als Freundschaftswettbewerb ausgetragen, ohne Auf- und Absteiger. Aufreger gibts dennoch: Novak Djokovic ist in aller Munde. Am US-Open traf er per einem Rückwärts-Frustball die Linienrichterin Laura Clark am Hals. Diese musste gepflegt werden; der «Joker» wurde aus dem Turnier ausgeschlossen und hat 10‘000 Dollar Busse zu überweisen.

So weit, so schlecht. Djokovic hat Frau Clark nicht treffen wollen; es war ein «Blindball» mit einem fatalen Treffer. Er hat auch um Entschuldigung gebeten. Nützt nichts: Pro und Kontra zoffen sich einmal mehr um diese Person. Und von – nicht nur geografisch – weit, weit her liesse sich feststellen: welch tolles Theater! «Der Sport» als globaler Unterhaltungsfaktor braucht doch seine Bösewichte – neudeutsch «bad guys» genannt. Und der «Joker» erfüllt doch alle dafür vorgesehenen Kriterien: da und dort nicht übermässig angepasst (es leben die Sauberen, Geglätteten, Faltenlosen und demnach für diesen allgemeinen Vorzeigesport Geeigneten), ein Balkanler mit einem undefinierbaren Clan dahinter (Mafia?), unstoppbarer Jahrelang-Konkurrent zu «unserem» vom Himmel gefallenen Tennislicht Rotscher.

Was will man auf der Bühne des Sports mehr als das ewige, sich in Resultaten oder Vorkommnissen ausgedrückte «wir und die andern», «weiss und schwarz» oder gar «gut und böse»? «Wir» sind halt so. Sind «wir» so?