Fussballverband Region Zürich

Im Nebel gestartet, in Sonnenschein beendet

Projekt «Entwicklung Frauen-/Mädchenfussball»: Am Sonntagmorgen des 25. Oktober spielten sieben Mädchenteams im Alter zwischen fünf und acht Jahren auf der Sportanlage «Hönggerberg» ein «Turnier mit Herz».

Erst wars herbstlich kühl bis kalt; die Sportanlage inmitten der so genannten Nebelgrenze machte nicht viel Appetit auf den geliebten Fussball. Doch im weiteren Verlauf der rund zwei Stunden lockerten sich nach und nach die Wolkengebilde; man darf annehmen, dass ihnen die Sonne den Befehl erteilte, zu verschwinden. Sonne und spielende Kinder – das passt doch irgendwie seit jeher zusammen …

Corona war auch in Höngg ein Thema; die erwachsenen Zuschauer trugen die vorgeschriebenen Masken. Und gar manch Fussballbegeisterte dürften ausgesprochen oder sich im Stillen gefragt haben: Droht das Damoklesschwert der Massnahmen, dass im übertragenen Sinn den Fussbällen wieder die Luft aus deren Lungen gepresst wird?

«Je jünger, desto gefestigter»
Das Turnier stand exemplarisch für die FVRZ-Idee, die Kategorie F/G für Mädchenteams zu portieren. Alle Vereine sind zeitnah angeschrieben worden; 18 Clubs machen bereits aktiv mit. Claudia Gfeller, ihres Zeichens Leiterin Projekt Entwicklung Frauenfussball, sieht Potenzial, Mädchen- und Frauenabteilungen stabiler und stärker zu machen: «Mit dem Aufbau reiner Mädchenteams bereits im G- und F-Alter ermöglichen wir den Mädchen wie den Jungs, bereits früh das Fussballspielen zu erlernen und noch mehr Freude daran zu gewinnen. Vereine, welche bereits seit längerem diese Kategorie auch bei den Mädchen anbieten, verfügen heute über eine stabile und oft auch starke E-Mädchenteams beziehungsweise eine gefestigte Juniorinnen-Abteilung. Je jünger und einfacher der Fussball-Einstieg, desto gefestigter wird die Basis.»
All diese Gedanken, Ideen und Projekte kümmerten die Hauptbeteiligten – an die 60 Mädchen – so gut wie rein gar nicht: Sie waren gekommen, um die Offerte «Kicken, was das Herz begehrt» umzusetzen. Und taten dies, dass die Sonne von oben herab ihre wortwörtlich helle Freude hatte.

Kompetente Unterstützung
Gerne unterstützen die «Koordinatoren Mädchenfussball» beim Aufbau oder beim Erhalt der F-/G-Juniorinnen die interessierten Vereine.
Leiterin Projekt Entwicklung Frauenfussball: Claudia Gfeller – gfeller.claudia@football.ch
Turnier-Koordinatorin: Sabrina Ehrismann – sabiii89@hotmail.com
Region Oberland/See/Albis: Sabrina Ehrismann – sabiii89@hotmail.com
Region Winterthur und Schaffhausen: Beat Brunner – beat.brunner@fcrf.ch
Stadt Zürich, Limmattal und Region Unterland: Peter Kies – peter.kies@bluewin.ch
Stadt Zürich, Limmattal und Region Unterland: Barbara Gubler – bmgubler@hispeed.ch

Impressionen (Fotos: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Einlaufen macht Spass.

Drei gegen Eine.

«Da gehts lang»: Handzeichen statt Worte.

Zuschauer hielten sich an die Maskenpflicht.

Auf zu Fussballtaten: zwei mit Mütze.

Auswurf statt Auskick – auch so gehts.

«s Redli mache»: Fussball erfordert Beweglichkeit.

Intensiv geführtes Duell.

Abschluss wortwörtlich «mit links».

Gut eingepackt gegen die Morgenkälte.

Gleich zu dritt gegen eine.

Sicher gehalten.

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Besänftigende Absolution

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,

bfoxli@bluewin.ch  

Ist lange her seit dem vorletzten Mal, aber ich habe gewusst: irgendwann taucht es wieder auf. Irgendwann wird dies wieder zum Floskelspruch. Zu dieser – suggeriert – gleichermassen tief erklärenden wie völlig nichtssagenden verbalen Nullnummer. Ausgangslage: zugegebenermassen einige diskutable (= Diskussionen auslösende) Entscheide eines Unparteiischen. Dass die eine Partei dieselbe Szene völlig anders bewertet als die andere, liegt nicht zwingend, aber irgendwie doch in der so genannten «Natur der Sache». Hätte der Ref diese und jene Szene genau umgekehrt bewertet, würden auch umgekehrt die Meinungen der Beteiligten wieder ins Gegenteil wechseln. So flexibel sind Fussballer und deren Fans nun mal. Dies war immer so und dürfte auch so bleiben.

Lange nach dem Abpfiff wird noch immer diskutiert, doch nach und nach legen sich die Aufregungen. Da und dort geschehenes eigenes Unvermögen wird höchstens marginal erwähnt. Ob der Trainer in den anstehenden Übungseinheiten tiefer analysiert und konkret an Fehlern arbeitet, sei dahin gestellt. Als sich die ersten zum Aufbruch bewegen, sagt einer am Tisch: «Was willst du – Schiedsrichter sind auch nur Menschen.»

Hoppla. Da ist es wieder. Welches der acht Wörter ist aus diesem Spruch das Wichtigste? Es ist das «nur». Es will heissen: Holen wir den Übermächtigen auf den Boden zurück. Machen wir diese allmächtige Regelinstanz-Person – zumindest verbal – zu einem «zu uns Zugehörigen». Dieses «nur» radiert fast alle so interpretierten Fehlentscheide weg. Die drei Buchstaben in dieser Reihenfolge sind irgendwie so etwas wie eine Pauschalabsolution. Er hat zwar gesündigt, aber ist ein Mensch! Also weder Tier noch einer aus extraterrestrischen Zivilisationen Stammender. Ein mit Fleisch und Blut Gesegneter. Hat zwar ab und zu keine Ahnung, aber gibt sich Mühe.

Ich muss dann auch irgendwann die Szenerie verlassen. Zu Hause vor den Compi sitzen und Bilder bearbeiten. Auf der Heimfahrt saust mir in einer Innerorts-Zone – keine Ahnung, woher! – dieser Spruch ins Hirn: Fussballer (und deren Umfeld) sind auch nur Menschen. Ob dasselbe auf der Autobahn geschehen wäre, entzieht sich allgemeinen Erkenntnissen …