Fussballverband Region Zürich

Coronakrise

Aktuelle Informationen des Schweizerischen Fussballverbandes und diverse Links für ergänzende Informationen.

 
Schweizerischer Fussballverband: Auszug aus Vereinsschreiben vom 18. Januar 2021
 
Die neuen nationalen Massnahmen des Bundesrates vom vergangenen Mittwoch haben verdeutlicht, dass bis Ende Februar 2021 kein Fussball im normalen Rahmen (Spiel und Training) stattfinden kann. Ausnahmen bestehen lediglich für Teams überwiegend professioneller Ligen (Raiffeisen Super League, Brack.ch Challenge League, Axa Women’s Super League) sowie für alle Nationalteams (Männer und Frauen) und Teams der überwiegend professionellen Nachwuchsförderung auf den Stufen U-21, U-18 und U-17 der Männer.
 
Zusammenfassend folgt ein Überblick über die aktuell gültigen Massnahmen für alle übrigen Kategorien und Ligen (Stand 15. Januar 2021):
  • Offizielle Spiele und Freundschaftsspiele sind für alle untersagt.
  • Fussballtrainings von Kindern und Jugendlichen bis zum 16. Geburtstag im Innen- und Aussenraum dürfen durchgeführt werden.
  • Ab dem 16. Geburtstag können im Fussball nur Konditions- oder Techniktrainings ohne Körperkontakt in Gruppen bis maximal 5 Personen (inkl. Trainerin/Trainer) im Freien durchgeführt werden.
  • Alle Sportanlagen sind für Trainings von Spielerinnen/Spieler ab 16 Jahren geschlossen.
Achtung: Es könnten strengere kantonale Richtlinien bestehen.
 
Der weitere Verlauf der Pandemie ist nach wie vor sehr ungewiss und viele Faktoren (z.B. Impfung und Virusmutation) haben einen unbekannten Einfluss. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint allerdings wenig wahrscheinlich, dass ein halbwegs normaler Spiel- und Trainingsbetrieb vor Anfang April möglich sein wird. Der SFV, die Abteilungen und die Regionalverbände arbeiten deshalb mit Hochdruck an verschiedenen Szenarien für die Wiederaufnahme des Betriebs und für den Rest der Saison 2020/21, je nach Zeitpunkt des Re-Starts.
 
In dieser fussballlosen Zeit wächst bei vielen Vereinen sicherlich auch die Sorge, dass sich Spielerinnen und Spieler vom Fussball und von ihrem Club abwenden könnten. Deshalb lanciert der SFV eine Aktion, die dazu beitragen soll, dass bei allen die Leidenschaft und das Feuer für den Fussball weiter brennen.
 
Die neuen Massnahmen des Bundesrates vom Mittwoch (Home-office-Pflicht) haben auch direkte Auswirkungen auf den Betrieb des SFV. Sie haben den SFV veranlasst, das Haus des Fussballs in Muri bei Bern ab Montag 18. Januar 2021 bis Ende Februar zu schliessen und für zahlreiche Mitarbeitende des Verbands erneut Kurzarbeit einzuführen. Der SFV ist weiterhin per Email (info@football.ch oder persönliche Adressen) oder über das Kontaktformular der Webseite erreichbar. Auf Briefpost ist soweit als möglich zu verzichten. Der SFV ersucht um Verständnis für allfällige Einschränkungen der gewohnten Servicequalität (v.a. längere Bearbeitungszeit von Anfragen).
 
 
Nützliche Informationen von diversen Organisationen (Links)
 
 

Hilfsgelder der Kantone

  • Kanton Zürich
    Auch in der zweiten Welle unterstützt der Kanton die Sportvereine (detaillierte Informationen). Eingabefrist ist der 31. März 2021.
     
  • Kanton Schwyz
    Das Sportamt hat ein neues Formular für betroffene Vereine zur Verfügung gestellt: Corona und Sport (sz.ch)
     
  • Kanton Schaffhausen
    Betroffene Vereine können sich wie bis anhin direkt beim Sportamt melden, jedoch nur, wenn die Aufrechterhaltung des Betriebs nicht mehr möglich respektive gefährdet ist.
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Offene Fragen ohne definitive Antworten

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Die ungeschriebenen Gesetze unterscheiden sich von den geschriebenen dadurch, dass sie – logisch! – nicht geschrieben sind. Sie haben einen anderen Status: Sie zielen auf den «gesunden Menschenverstand» hin, auf allgemeines gesellschaftlich akzeptiertes Okay-Verhalten, auf Ethik- und Moralvorstellungen, die – je nach Ländern und Kulturen – durchaus unterschiedlich sind. Motto: ein durchschnittlich «gesunder» Mensch macht dies und jenes oder eben – das Kontra – jenes und dies nicht. Der interpretierbare Grauzonenbereich ist so gross, dass dessen Endpunkte schwarz und weiss unberührt bleiben.

Immer wieder tauchen – je nach Vorkommnis – diese Fragen auf: Inwieweit sollen sich Sportlerinnen und Sportler politisch äussern, Stellung beziehen, «klare Kante» zeigen? Man hat den permanenten Vorbildern einer möglichst heilen Sportwelt in vergangenen Jahrzehnten tief moralisch nahe gelegt, dass sie sich bitteschön aus politischen Debatten heraus halten sollen. Welch Aufschrei damals an den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko, als die US-Sprinter John Carlos und Tommie Smith anlässlich der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs ihre in einen schwarzen Handschuh gehüllte Faust in den dunklen Himmel streckten. Den Blick zum Boden gesenkt, trugen sie als Zeichen der Armut schwarze Socken. Ein markantes Zeichen der damaligen Black-Power-Bewegung.

Sie durften dafür büssen. Smith resümierte Jahre später so: «Ich habe damals übelste Verwünschungen und ungezählte Morddrohungen erhalten, aber das alles war es wert. Weil ich an die Menschenrechte glaubte, sah ich es als meine moralische Verpflichtung an, diesen Moment zu nutzen. In meinem Land herrschten Rassismus und Ungerechtigkeit. Und ich stand auf einer weltweiten Bühne, im Trainingsanzug der USA.»

So dramatisch muss und kann sich politische Willensäusserung nicht erkennbar zeigen. Was ist bei Abstimmungen in der Schweiz? Sollen sich Vereine/Personen daraus öffentlich äussern? Was ist bei lokalen Abstimmungen? Dürfen Vereine dann, wenn ihre missliche Sportplatz-Infrastruktur Renovationen und Erweiterungen bedürfen, Werbung für ihre Anliegen machen? Oder weiter: Gibts irgend etwas auf dieser Welt, was offensichtlich oder in tiefer hintergründigen Recherchen nicht politisch ist?

Die so genannten sozialen Medien machen Plattformen auf, die althergebrachte Strukturen längst beiseite geschwemmt haben. Die Moralkeule indes zeigt auch heute noch Wirkungen. Nicht vergessen sind die Doppeladler von Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka an der WM 2018 in Russland und das Foto von Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Natürlich höchst diskutable Vorfälle.

Dennoch: Dass der «heile Sport» in der global vernetzten Welt weiterhin den Status «Sportler treiben Sport und haben sich aus politischen Fragen herauszuhalten» noch lange Bestand hat, ist zu bezweifeln – mit allen Vor- und Nachteilen, welche die fliessende Lockerung nach sich zieht. Aber sich den (politischen) Mund verbieten lassen, nur weil man Sportlerin/Sportler ist? Das ist eine nicht hinnehmbare Ausgrenzung. Dies ausgerechnet im Sport, der weltweit in Sachen Integration und Akzeptanz beispiellos so viel leistet wie nichts anderes.