Fussballverband Region Zürich

Fokussiert auf den neuesten Stand gebracht

Obligatorischer Lehrabend und Infoanlass in Einem: Die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter des FVRZ wurden in den Wochen 11 und 12 erstmals via Online-Meeting über Neuerungen und Aktuelles informiert.

 

(Text und Bilder Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Auch wenns persönliche Sitzungen und deren zwischenmenschlichen Wert nie ersetzen wird: Praktisch, via «Zoom» dennoch möglichst alle Unparteiischen erreichen zu können. An vier Abenden informierte die Abteilung Schiedsrichter beziehungsweise deren Exponenten in je einer Stunde Digitaltreff darüber, was nicht zuletzt auf Grund der weiterhin aktuellen Situation umzusetzen und wo weiterer Informationsbedarf ansteht.

Alle warten, alle hoffen, dass sich möglichst bald wieder ein normaler Spielbetrieb einstellt und auch bei Aktiven/Senioren der Amateurfussball zu seinen Wettspielbetrieb-Wurzeln zurück kehren kann. Sitzungseinleitend gab Giacomo Possamai bekannt, welche Umsetzungsvarianten in den nächsten Wochen möglich sein könnten; deren vier sind ausgearbeitet.

Als «sehr gut» bilanziert
Andreas Baumann (Abteilungsleiter Schiedsrichter) zog ein «sehr-gut»-Fazit über diese erste digitale Sitzung: «90 Prozent der 730 FVRZ-Unparteiischen haben mitgemacht. Viele von ihnen loggten sich erstmals für diese ‹Corona-Sitzungsform› ein und kriegten damit gar eine kostenlose Weiterbildung. Wir bleiben guten Glaubens auf Veränderungen, so dass dieser unpersönliche Treff auch der letzte gewesen sein möge …».

 

Diese Themen wurden besprochen (Auszug):

  • neu finden für alle Unparteiischen/Stufen Konditionstests statt (wird in andern Verbänden bereits praktiziert); der 5.-Liga-Status wird durch den A+-Status ersetzt
  • die Firma Brack wird sich inskünftig auch im Amateur- beziehungsweise Juniorenbereich als Sponsor engagieren
  • das Rahmenreglement (letzter Stand aus dem Jahr 2021) wird überarbeitet und sollte im Sommer als aktualisierte Version parat stehen
  • über Sinn und Zweck der Notfall-App wurde nochmals eingehend informiert 
  • ab der neuen Saison tritt das Unparteiischen-Trio beim Einlaufen optisch einheitlich auf (2. Liga inter, 2. Liga regional)
  • Bora Boczelikex (Promotion League), Antonio Fonzoex (3. Liga & Footeco), Leroy Hartmann (Challenge-League-Assistent) und Roger Studer (2. Liga interregional) wurden vom FVRZ als Instruktorenanwärter gemeldet
  • die Durchführung weiterer geplanten Jahresanlässe ist vom jeweiligen aktuellen Status an Corona-Massnahmen abhängig

 

Erster digitaler Lehrabend FVRZ-Schiedsrichter

  • 16., 18., 23. und 25. März
  • Pro Abend waren durchschnittlich rund 150 Unparteiische zugeschaltet
  • Die FVRZ-Instruktoren: Andreas Baumann, Philipp Stomeo, Florian Rohrer, Enrico Vanzetta, Giacomo Possamai

 

Digital konnten 620 Unparteiische erreicht werden.

Die 2021-Termine sind fixiert – und alle hoffen, dass der Status (dritte Kolonne) bestehen bleibt.

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Der Gang nach Canossa

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Die Titelzeilen haben ihren Ursprung im berühmten Gang nach Canossa (in Italien bei Reggio) Heinrichs IV. (1077), um den Papst durch Busse zu bewegen, seinen Bann gegen ihn zurückzunehmen. Die heutige Bedeutung: Einen erniedrigenden Bittgang machen; ein schwieriges, Bereitschaft zur Unterordnung signalisierendes Gespräch führen. So meinen zumindest verschiedene Internet-Auskünfte.

Dass Fussballer beziehungsweise Vereine 950 Jahre später Ähnliches erleben, konnten weder Heinrich der Vierte noch Papst der Siebte mit Namen Gregor erahnen. Ein Phänomen neueren Datums hat eingezogen: «Fans» sind so ab und an nicht mehr zufrieden mit dem, was gezeigt wird. Man blockiert Ausgänge, hindert Mannschaftsbusse am Wegfahren, wartet auf die eigenen Helden, die keine (mehr) sind. Man will Erklärungen, weshalb man tabellenmässig im Keller hockt oder «Goldene Zeiten» offenbar Passé sind. Und verweist darauf, dass man dies nicht weiter akzeptiere. Vereinsfunktionäre kriegen in den (a-?)sozialen Medien ihr Fett weg.

Nein, Vereinsmitglieder sind sie nicht. Ist ein «alter Zopf». Hardcorefans lassen sich nicht mit demokratischen Weichei-Reglementen abspeisen. Auf welch intellektueller Ebene sich Diskussionen abspielen, lässt sich nur erahnen. Wenn das Herzblut aus der emotionalen Schlagader tropft, ist nicht mehr zu spassen. Weshalb du dort so und nicht anders. Weshalb dort anders und nicht so. Einer meint, man hätte viel defensiver anfangen müssen. Der nebenan sagt, das einzige Heil sei die Offensive. Man stellt einmal mehr fest: Im Fussball sind auch die Laien Experten. Vor allem aber gilt: mehr Einsatz. Die Füsse müssen rauchen nach dem Spiel. Sich zerreissen für den Verein. Der Summe summarum: Wer Erwartungen nicht erfüllt, wird halbwegs bis zur Gänze schuldig. Immerhin: Man muss nicht mehr die rund 450 km von Zürich nach Canossa reisen. Bis zur Fankurve sinds geschätzte 80 Meter.

Als ob die Gescholtenen nicht selber wüssten, was es geschlagen hat. Als ob sie sich nicht anstrengten, das Blatt zu wenden. Als ob sie nicht noch so gerne mit einem Dreier statt dem Nuller vom Feld gezogen wären. Aber manchmal gibts Gegner, die besser sind. Manchmal springen Abpraller immer vor die Füsse der andern. Und manchmal ist der Pfosten des gegnerischen Teams bester Verteidiger. Solche Phasen erhalten den Namen «Negativspirale». Diese möglichst wieder auf eine Gerade zu glätten, ist eine der faszinierenden Herausforderungen der Mannschaftssport-Dynamik. Und obwohl alle daran arbeiten, wissen die gescheitesten (Fussball-)Köpfe nicht, wie man das am besten (gleich erfolgreichsten) macht.