Fussballverband Region Zürich

Ein Männchen für (fast) alles

Gewiss: Auch ohne Ronny Harsch würde beim FC Fehraltorf Fussball gespielt. Einfach nicht so wie mit dem anbei Porträtierten, der seit nunmehr 15 Jahren auch im Verband tätig ist.

(Text und Bilder von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Der FC Fehraltorf, 1930 gegründet und in den SFV aufgenommen, erhielt die Clubnummer 11018 zugeteilt. Wer diese Ziffern erst addiert und dann dividiert, kommt zwangsläufig auf die Quersumme 2. In diesem «Zwei am Rugge» ist eine Person, welche so etwas wie zumindest eine symbolische Nummer eins mehr als verdient: Der 48-jährige Ronny Harsch wurde im August 2005 mit der Ehrenmitgliedschaft bedacht und ist trotz (oder gerade wegen?) dieser höchsten Vereinsauszeichnung weiterhin voll aktiv tätig. Seine vielfältigen Arbeiten und Positionen machten und machen ihn zum «Männchen für alles».
Wer die Aufgabenliste im FC Fehraltorf im Schnelldurchlauf erfahren will, fragt besser nach Funktionen/Positionen, die Harsch nicht besetzt hat. Das wären zum Beispiel das Amt des Kassiers («da hatten wir einen ausgewiesenen Fachmann») oder der Einsatz als Vereinsschiedsrichter («hab ich mir vor Jahren mal überlegt, aber es wäre zu viel geworden. Ich leite immerhin äusserst gern mal da und dort ein Junioren-E- oder D-Spiel»).

Seit 1998 ununterbrochen Leiter Spiko
Die längere Liste liest sich als Beweis dafür, dass ihm sowohl der FCF wie der Amateur-/Breitenfussball nicht nur ans Herz gewachsen, sondern ihn erfüllende Freizeittätigkeit war und ist. Im 1996 als Vereinssekretär begonnen, stiegen die Anforderungen mit den Übernahmen als Juniorenobmann, Präsident und Leiter Spielbetrieb. Aktuell ist Ronny Harsch Vizepräsident und nach wie vor Leiter Spielbetrieb/Schiedsrichter-Verantwortlicher.
Obwohl die eigene Fussballkarriere nur wenige Jahre dauerte, stand Harsch auch auf dem Feld in verantwortungsvollen Aufgaben: Im Lauf der Jahre trainierte er nach und nach alle Juniorenkategorien (A bis G) sowie auch die Aktiven 4. Liga und war beim Aufbau der Frauenabteilung eine fördernde und fordernde Kraft.

Angefragt und zugesagt
So viel an Engagement und Qualität blieb auch Verbandspersonen nicht verborgen. «An einem Informationsabend in Volketswil sprach mich Willy Scramoncini an, ob ich mir vorstellen könnte, zusätzlich im Verband tätig sein zu können. Ja, ich konnte … Dies war im Sommer 2005. Die Arbeit als Junioren-C-Koordinator übte ich bis Ende Juni 2019 aus. Danach reizte mich, mit einem Wechsel zu den Aktiven eine neue Aufgabe anzugehen. So wurde mir per 1. Juli 2019 die Position des 4.-Liga-Koordinators übergeben. Obwohl Koordinationsarbeiten da wie dort sehr ähnlich sind, gabs doch wieder einiges zu lernen», bilanziert Ronny Harsch seine Verbandsaufgaben.
Und wie lange dürfen sowohl der FVRZ wie der FC Fehraltorf weiter auf die Qualitätsdienste seines «Männchens» zählen? «So lange ich Freude habe, stellt sich für mich die Frage eines Rücktritts nicht. Es ist doch toll, in positiver Weise ‹gebraucht› zu werden, Kontakte pflegen und Ideen einbringen zu können. Mags auch abgedroschen klingen, weil so viele Male schon gehört und gelesen: Der Fussball hat mir so viel gegeben, dass ich permanent dran bin, zurückzugeben. Nicht etwa aus einem ‹Schuldgefühl› heraus, sondern vielmehr als gesunden Ausgleich zwischen Nehmen und Geben.»

Steckbrief Ronny Harsch
Geboren
am 26. April 1973
Aufgewachsen in Möhlin AG und Wetzikon
Beruf: AVOR-Mitarbeiter im Maschinenbau
Zivilstand: ledig
Wohnort: Fehraltorf
Hobbies: Fussball, fotografieren, kochen
Stärke(n): hilfsbereit, Organisationstalent, zuverlässig
Schwäche(n): chaotisch/Pünktlichkeit
Lieblingsvereine: Bayern München, Liverpool, Servette Genf
Lebensmotto: «Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat bereits verloren»

 

Ronny Harsch und «der Fussball» sind seit Jahrzehnten ein eingespieltes Duo.

Der Vielbeschäftigte gönnt sich ab und zu ein verdientes Päuschen.

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Anmeldeschluss: Dienstag, 22. Juni 2021!
Dokumente:
- Eingabe Spieltag (Aktive Herren)

«Immer dann, wenns drauf an kommt …»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Diesen Spruch schon mal vernommen und ihm eventuell gar zugestimmt? Bei den grösseren Turnieren fällt er schon mal. Immer dann, wenn ein Schweizer Team – seis im Fussball oder Eishockey, Unihockey oder Handball – nicht Welt- oder Europameister wird, sondern in einer K.-o.-Phase entweder auf einen wirklich stärkeren oder an diesem Tag besseren oder glücklicheren Gegner die Segel streichen muss. Dann eben ist Zeit für diese intelligente Aussage: «Immer dann, wenns drauf an kommt, verlieren ‹die Schweizer›».

So rein oberflächlich könnte man beim Griff in die Emotionenkiste noch zustimmen. Spätestens dann jedoch, wenns nüchterner wird, lässt sich demnach dies ableiten: Wenn «die Schweiz» gewinnt, kams nicht «drauf an». Erst dann, wenn sie verliert, kams eben «drauf an». Oder auch: wenn sie gewinnt, wars sicher ein schwacher Gegner. Wenn sie verliert, hätte «man» gewinnen können und ist durch Eigenverschulden ausgeschieden.

Viele Reaktionen auf (vor allem) Negativergebnisse entspringen nicht zwingend einer möglichst objektiven Analyse. Bekannt ist, dass – in welcher Sportart auch immer – die so genannt «Kleinen» immer mehr aufholen und die Kluften zwischen «schwach», «mittelmässig» und «sackstark» zusehends minimer werden. Vorab der erwähnten K.-o.-Partien ist vielfach – für die Endabrechnung – jedes Gruppenspiel schon entscheidend darüber, obs zum ersten oder einem zusätzlich qualifikationsberechtigten zweiten Rang reicht. Exakt in diesen Spielen gehts auch um «drauf an kommen». Gibts vorab schon zu viele Punktverluste, ist «man» nicht mal für das angestrebte Turnier qualifiziert.

Aber bei vielen «Experten» sind genau diese Qualifikationen eines Schweizer Teams offenbar längst selbstverständlich. Partien gewonnen? Logo. Spiele verloren? Physisch und/oder mental nicht auf der Höhe. So einfach fallen Reaktionen aus. Als obs auch so einfach wäre …