Fussballverband Region Zürich

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«Immer dann, wenns drauf an kommt …»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Diesen Spruch schon mal vernommen und ihm eventuell gar zugestimmt? Bei den grösseren Turnieren fällt er schon mal. Immer dann, wenn ein Schweizer Team – seis im Fussball oder Eishockey, Unihockey oder Handball – nicht Welt- oder Europameister wird, sondern in einer K.-o.-Phase entweder auf einen wirklich stärkeren oder an diesem Tag besseren oder glücklicheren Gegner die Segel streichen muss. Dann eben ist Zeit für diese intelligente Aussage: «Immer dann, wenns drauf an kommt, verlieren ‹die Schweizer›».

So rein oberflächlich könnte man beim Griff in die Emotionenkiste noch zustimmen. Spätestens dann jedoch, wenns nüchterner wird, lässt sich demnach dies ableiten: Wenn «die Schweiz» gewinnt, kams nicht «drauf an». Erst dann, wenn sie verliert, kams eben «drauf an». Oder auch: wenn sie gewinnt, wars sicher ein schwacher Gegner. Wenn sie verliert, hätte «man» gewinnen können und ist durch Eigenverschulden ausgeschieden.

Viele Reaktionen auf (vor allem) Negativergebnisse entspringen nicht zwingend einer möglichst objektiven Analyse. Bekannt ist, dass – in welcher Sportart auch immer – die so genannt «Kleinen» immer mehr aufholen und die Kluften zwischen «schwach», «mittelmässig» und «sackstark» zusehends minimer werden. Vorab der erwähnten K.-o.-Partien ist vielfach – für die Endabrechnung – jedes Gruppenspiel schon entscheidend darüber, obs zum ersten oder einem zusätzlich qualifikationsberechtigten zweiten Rang reicht. Exakt in diesen Spielen gehts auch um «drauf an kommen». Gibts vorab schon zu viele Punktverluste, ist «man» nicht mal für das angestrebte Turnier qualifiziert.

Aber bei vielen «Experten» sind genau diese Qualifikationen eines Schweizer Teams offenbar längst selbstverständlich. Partien gewonnen? Logo. Spiele verloren? Physisch und/oder mental nicht auf der Höhe. So einfach fallen Reaktionen aus. Als obs auch so einfach wäre …