Fussballverband Region Zürich

Mini-Schiedsrichter - Herbst-Kurse 2021

Ausschreibung für die Kurse im September/Oktober/November

Wie schon im letzten Jahr führt der FVRZ einige Kurse für Mini-Schiedsrichter durch. Ziel ist es, die Qualität der Spielleitungen zu erhöhen, potentielle Neuschiedsrichter vorzubereiten und die Vereine zu entlasten.

Anmeldeschluss: 1 Woche vor dem stattfindenden Kurs

Anmeldung an: Fussballverband Region Zürich, Postfach, 8952 Schlieren oder per E-Mail an fvrz-sr@football.ch

Ausschreibung
Anmeldeformular: Word (Formular zum Ausfüllen)

zurück

Vom «gefühlten Penalty»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Ich hocke im TV-Sessel und guck, wie sie kicken. Immer mit der nötigen Distanz zum Apparat, damit ich reagieren kann, wenn da einer unverhofft den Ball in meine Stube drischt. Für diesen Fall hab ich auch immer einen frisch gepumpten Ersatzball bereit liegen, damit ich das Original als Souvenir behalten und die Reserve gleich wieder ins Feld zurückschmeissen kann. Es soll ja keine künstliche Pause geben wegen mir.

«Ooh, diese Szene möchte ich nochmals sehen», sagt ein emotional leicht angeschubster Kommentator. Das «klare Foul» im Strafraum wurde wider Erwarten nicht sanktioniert. Des Sprechenden Wunsch wird erfüllt – beim nächsten Unterbruch fahren die Zeitlupen ein. Die Führungskamera gibt nichts Definitives preis. Die Hintertorkamera lässt vermuten, dass. Von der Seite links: eine klare Sache – zu hundert Prozent nie den Ball, nur das Bein berührt. Die andere Seite klärt dann auf: zu hundert Prozent den Ball gespielt; es fand gar kein Körperkontakt statt. Es war Schwalbenwetter.

Da sitzt er nun, der arme Tor, ist trotz «nochmals sehen» nix gescheiter wie zuvor. Lässt zu jeder Einstellung seine Interpretation verlauten und kann sichs nicht verkneifen, den Satz «das war ein gefühlter Penalty» von sich zu geben. So kann man sich aus der Rosa-Brille-Interpretation doch noch irgendwie rausschmuggeln.

Da ertappe ich mich beim Kopfschütteln. Lieber Kollege von der sprechenden Zunft: lass es doch einfach bleiben. Entschieden ist entschieden, ob so oder so. Nach subjektiven Wahrnehmungen aus geschätzten 70 Metern Distanz irgendwas ins Mikrophon plaudern, was dennoch – trotz viermal «nochmals sehen» – Vermutung bleibt, gehört nicht ins Kapitel einer seriösen Berichterstattung. Lass die Schiedsrichter ihren Job machen und konzentriere du dich darauf, dass du keine Versprecher machst und Fakten korrekt wiedergibst. So ist die Aufgabenteilung, und so soll sie bleiben.