Fussballverband Region Zürich

Im FVRZ eine Arbeitsplatz-Heimat gefunden

Susanne Kaufmann begeht am heutigen 1. September ihr 25-Jahre-Jubiläum auf der FVRZ-Geschäftsstelle in Schlieren. Die Sachbearbeiterin Spielbetrieb gewährt einen Einblick in ihre Geschichte.

Text und Bilder Bruno Füchslin (Medienberichterstatter FVRZ)

«Gespannt darauf, was mich erwartet», sagt Susanne Kaufmann auf die Frage, wie jener Morgen am 1. September 1996 in Erinnerung geblieben ist. Dass daraus 25 Jahre oder 300 Monate würden – ja, wer hätte das gedacht? Vielleicht nicht mal sie selbst? «Nach meiner erfolgreich absolvierten Lehre als kaufmännische Angestellte verlief die berufliche Laufbahn äusserlich vielleicht unstet, innerlich jedoch suchend. In fast notorischem Rhythmus von eineinhalb Jahren wechselte die Arbeitsstelle von da nach dort – es war nie das, was ich mir vorgestellt hatte». Vielleicht zu hohe Erwartungen? «Genau in einem wieder höchst zweifelnden Moment fand via eines Kollegen ein erster Treff mit dem FVRZ-Geschäftsführer Patrick Meier statt. Als er mir eröffnete, auf der Geschäftsstelle in Schlieren arbeiten zu können, nahm ich die Offerte an. Fussball – weshalb nicht eine Leidenschaft mit dem Beruf verbinden?», resümiert Kaufmann die Vorgeschichte zu jener Stelle, die ihr seit jetzt 25 Jahren zur beruflichen Heimat geworden ist. Auch beim FC Bassersdorf erhielt sie mit der Mithilfe beim Organisieren von Anlässen wie Grümpi oder Sponsorenlauf sowie einem Vorstandsengagement als Aktuarin einen Einblick ins Vereinsleben.

Die Kündigung war schon geschrieben …
Indes wucherte der erwähnte Eineinhalb-Jahre-Rhythmus auch beim FVRZ in ihrem Innern. Heute darüber lachend, eröffnet Kaufmann, dass sie einst «die Kündigung schon geschrieben» hatte. Weshalb? «Irgendwie stagniert. Mit Erika Temperli und Guido Schär hatte ich tolle Arbeitskompagnons. Ich lernte durch sie die Arbeitsabläufe kennen und konnte bald Stellvertreteraufgaben wahrnehmen. Aber irgend etwas fehlte – die Herausforderung. Das ‹bestimmte Etwas›, das einen Beruf spannend macht und einen mit Freude zur Arbeit fahren lässt. Stundenlang SR-Rapporte auspacken oder Strafen und Spielpläne einpacken und per Post versenden gehörte definitiv nicht dazu», erinnert sich die Jubilarin.

«Rechte Hand» der Abteilung Spielbetrieb
Ein klärendes Gespräch mit Patrick Meier öffnete die Tür zum Gesuchten. Die Neuorganisation des Spielbetriebs und auch der sukzessive Übergang zu digitaler Verarbeitung gab Susanne Kaufmann neuen Schwung. Sie wurde nach und nach die «rechte Hand» der Abteilung Spielbetrieb und erfüllt ihren Job sowohl mit Routine als auch Flexibilität dann, wenn diese gefordert ist. «Susanne Kaufmanns Erfahrung ist für den Verband Gold wert. Sie hat ihren Bereich so gut im Griff, dass man sich voll auf sie verlassen kann», stellt der Geschäftsführer als «Zwischenzeugnis» aus.
Ist diese Perspektive abwegig, dass ein nächstes Kaufmann-Porträt in 14 (eventuell 15) Jahren vom Erreichen des Pensionsalters – demzufolge dem Übertritt ins Rentnerdasein – berichtet? «Wer weiss schon, was sich sowohl beim Verband wie nicht zuletzt beim SFV in Sachen Arbeitsstrukturen weiter entwickelt. Aktuell gefällts mir nach wie vor, hier zu arbeiten, auch wenn …». Auch wenn was? «Na ja – Corona hat mir Gefallen an Home-Office schmackhaft gemacht. Der Arbeitsweg von Bassersdorf nach Schlieren ist zwar mit 25 Kilometern Luftlinie nicht zwingend weit, aber ich brauche dafür pro Weg rund 40 Minuten, die ich besser nutzen könnte – und mit dem öV gings noch länger. On verra …».

Steckbrief
Susanne Kaufmann
geboren am 5. Mai 1971
aufgewachsen und wohnhaft in Bassersdorf
Beruf: kaufmännische Angestellte
Zivilstand: ledig
Hobby: Aerobic
Stärke: praktisch denkend
Schwäche: ungeduldig
Lebensmotto: «mach s Beschtä druus»

«Ihre Erfahrung ist Gold wert», sagt Geschäftsführer Patrick Meier von Susanne Kaufmann.

Seit 25 Jahren stellt Susanne Kaufmann ihre Arbeitskraft dem FVRZ zur Verfügung.

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Vom «gefühlten Penalty»

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Ich hocke im TV-Sessel und guck, wie sie kicken. Immer mit der nötigen Distanz zum Apparat, damit ich reagieren kann, wenn da einer unverhofft den Ball in meine Stube drischt. Für diesen Fall hab ich auch immer einen frisch gepumpten Ersatzball bereit liegen, damit ich das Original als Souvenir behalten und die Reserve gleich wieder ins Feld zurückschmeissen kann. Es soll ja keine künstliche Pause geben wegen mir.

«Ooh, diese Szene möchte ich nochmals sehen», sagt ein emotional leicht angeschubster Kommentator. Das «klare Foul» im Strafraum wurde wider Erwarten nicht sanktioniert. Des Sprechenden Wunsch wird erfüllt – beim nächsten Unterbruch fahren die Zeitlupen ein. Die Führungskamera gibt nichts Definitives preis. Die Hintertorkamera lässt vermuten, dass. Von der Seite links: eine klare Sache – zu hundert Prozent nie den Ball, nur das Bein berührt. Die andere Seite klärt dann auf: zu hundert Prozent den Ball gespielt; es fand gar kein Körperkontakt statt. Es war Schwalbenwetter.

Da sitzt er nun, der arme Tor, ist trotz «nochmals sehen» nix gescheiter wie zuvor. Lässt zu jeder Einstellung seine Interpretation verlauten und kann sichs nicht verkneifen, den Satz «das war ein gefühlter Penalty» von sich zu geben. So kann man sich aus der Rosa-Brille-Interpretation doch noch irgendwie rausschmuggeln.

Da ertappe ich mich beim Kopfschütteln. Lieber Kollege von der sprechenden Zunft: lass es doch einfach bleiben. Entschieden ist entschieden, ob so oder so. Nach subjektiven Wahrnehmungen aus geschätzten 70 Metern Distanz irgendwas ins Mikrophon plaudern, was dennoch – trotz viermal «nochmals sehen» – Vermutung bleibt, gehört nicht ins Kapitel einer seriösen Berichterstattung. Lass die Schiedsrichter ihren Job machen und konzentriere du dich darauf, dass du keine Versprecher machst und Fakten korrekt wiedergibst. So ist die Aufgabenteilung, und so soll sie bleiben.