Fussballverband Region Zürich

Attraktive Auftaktpartien zum Cupfinal-Wochenende

Gestern Donnerstagabend starteten die Cup-Endspiele der Saison 2021/22 auf dem Klotener Sportgelände «Stighag» mit vier Juniorenpartien. An die 1500 Zuschauer wohnten den umkämpften Begegnungen bei; sie sahen ein Total von 20 Toren. Zum einen punktuell starker Regen wie verwerfliche Vorkommnisse nach dem Junioren-A-Spiel trübten einen insgesamt dennoch positiven Eindruck.

 

Junioren A+: Cupsieg mit bitterem Nachgeschmack

Ein früher Treffer durch Tomic eröffnete in der Partie der ältesten männlichen Junioren eine interessante Ausgangslage. Ein verwandelter Foulpenalty nach 73 Minuten gereichte dem nachmaligen Sieger für die Schlussminuten zu einem Vorsprung, der von Küsnacht – trotz eines Pfostentreffers sechs Minuten vor Schluss und eines in der Nachspielzeit verwerteten Foulpenaltys – nicht mehr angekratzt werden konnte und somit alle vier Cuppartien des ersten Tages in der normalen Spielzeit (ohne Penaltyschiessen) entschieden wurden. Bedenklich das Verhalten einiger Glattbrugg-«Fans» nach Schlusspfiff: Pyros, Feuerwerk, Sachbeschädigungen von zuweilen Vermummten machten hinter den auf dem Spielfeld erreichten Cupsieg mehr als ein grosses Fragezeichen. Der Verband wird sich über zweifelsohne auszusprechende Sanktionen beraten.

Küsnacht – Glattbrugg 1:2 (0:1)
520 Zuschauer. Schiedsrichter: Matthias Suter. Assistenten: Mike Schumacher, Irfan Ademi.
Tore: 12. Tomic 0:1. 73. Apostolovic (Foulpenalty) 0:2. 92. Pelosi (Foulpenalty) 1:2.
Küsnacht: Zim; Kerler, Darbre, Frey, Back, Dütschler, Seupke, Joos, Vazquez, Olah, Lewis. – Einwechselspieler: Fierz, Rupp, Levysohn, Frei, Kretschmar, Togni, Pelosi.
Glattbrugg: Göktas, Gayle, Nardolillo, Kaya, Tomic, Ibrahimi, Vulicevic, Faragalla, Sefedini, Sakarya, Senic. Einwechselspieler: Koc, Mustafa, Sanchez Garcia, Arifi, Apostolovic, Imamov, Sejmenovic.
Bemerkungen: Küsnacht ohne Bleuler, Holenweger, Stork und Wettstein (verletzt) sowie Fluck, Reif und Truffer (alle abwesend). Glattbrugg ohne Kaya (gesperrt) sowie Acquah, Krasniqi, Kurjacki und Sinani (alle verletzt).

 

Junioren B: eine eindeutige Angelegenheit

Eine frühe Führung Dietikons wurde trotz mehreren mittel- bis hochkarätigen Möglichkeiten Herrlibergs erst nach 30 Minuten egalisiert. Mit weiteren Treffern erhöhte das Team vom Zürichsee bis zur Pause auf 3:1 und liess sich im zweiten Abschnitt diesen vorentscheidenden Vorsprung nicht mehr nehmen. Weitere drei Tore führten zu einem hohen und auch verdienten Endspielerfolg.

Dietikon – Herrliberg 1:6 (1:3)
390 Zuschauer. Schiedsrichter: Klaus Rogalla. Assistenten: Andrin Borra, Patrick Rogalla.
Tore: 4. Rrafshi 1:0. 30. Gaube 1:1. 35. Kalambokis 1:2. 43. Scot 1:3. 51. Gaube 1:4. 53. Müller 1:5. 76. Sanchez 1:6.
Dietikon: Kurowski, Laza, Bllaca, Rrafshi, Ramirez, Tchotto, Hoti, Tahiri, Krasniqi, Ramandani, Korbi. – Einwechselspieler: Paermo, Bixhaku, Hazrolli, Bekaj, Mustafi, Abdulai.
Herrliberg: Kramers, Rakene, Gaspert, Cavaliere, Scot, Müller, Bellmas, Gaube, Busenhart, Wijchmann, Kalambokis. – Einwechselspieler: Stiffler, Spillmann, Schatzmann, Panse, Gianesi, Sanchez, Bazzi.
Bemerkungen: Dietikon keine Angaben über Abwesende. Herrliberg ohne Eggenberger (abwesend).

 

Junioren C: einem frühen Treffer folgten keine mehr

Nach elf Minuten traf Seefeld durch Hamu zum ersten Treffer der 2022-Endspiele. In der Folge entwickelte sich im ersten Abschnitt eine mehr oder minder ausgeglichene Partie. Je näher der Schlusspfiff rückte, desto intensiver wurden die Zweikämpfe im Mittelfeld, so dass sich vor den Toren doch eher selten prickelnde Szenen abspielten. Auch ein 18-Meter-Freistoss in den Schlussminuten brachte für Töss den erhofften Ausgleich nicht mehr.

Töss – Seefeld 0:1 (0:1)
360 Zuschauer. Schiedsrichter: Frantisek Pristac. Assistenten: Xhyljan Mahmuti, Marcel Lauber.
Tore: 11. Hamu 0:1.
Töss: Grenci, Antoniadis, Selmani, Almeida Ferreira, Jonas, Dzaferi, Basha, Bytyqi, Begzati, Kellenberger, Isaki. – Einwechselspieler: Novak; Brönnimann Müller, Lenjani und Abukar.
Seefeld: Furustol, Kolmnuss, Lapidoth, Schurr, Bosshardt, Schulter, Fleischer, Moomen, Hamu, Levckovits, Landau. – Einwechselspieler: Pérronet, Lotti, Antener, Fischer.
Bemerkungen: Töss ohne Ngouoko (gesperrt), Selmani, Ramadani und Ammenda (alle verletzt) sowie Ermyas und Mangano (beide abwesend). Seefeld ohne à Porta, Blattner, Zuberbühler und Jäger (alle verletzt).

 

Junioren D: FR Soccer mit Kantersieg

Die D-Partie entwickelte sich trotz stets gutem Einsatz und Nie-Aufgeben Seuzachs zu einer einseitigen Angelegenheit. FR Soccer führte nach dem ersten Drittel schon fast uneinholbar und erzielte letztlich sieben Treffer. Immerhin konnte Seuzach dennoch zwei Bälle im Netz der überlegenen Sieger unterbringen.

Seuzach – FR Soccer 2:7 (0:3, 1:2, 1:2)
190 Zuschauer. Schiedsrichter: Florian Fuss.
Tore: 5. Chimezie 0:1. 21. Chimezie 0:2. 24. Chimezie 0:3. 27. Chimezie 0:4. 31. Chimezie 0:5. 45. Iff 1:5. 56. Ristovic 1:6. 58. Haxhiu 1:7. 72. Kicaj 2:7.  
Seuzach: Projer, Ada, Haxhiu, Ehigiatornk, Adler, Altorfer, Russo, Pult, Schoder, Schweiwiller, Kicaj. – Einwechselspieler: Quan, Iff, Maksimovic, Vallelonga, Ventrici.
FR Soccer: Neziri, Gaspar, Andrade, Büter, Haxhiu, Ehigiator, Chimezie, Ristovic, Schultze. – Einwechselspieler: Künzi, Lagger, Ytik, Kessler, Haziri.
Bemerkungen: Seuzach ohne Ciernoch, Calabresi und Marty (alle gesperrt). FR Soccer keine Angaben über Abwesende).

 

Die Ergebnisse vom Donnerstag:

Junioren A: Küsnacht – Glattbrugg 1:2
Junioren B: Dietikon – Herrliberg 1:6
Junioren C: Töss – Seefeld 0:1
Junioren D: Seuzach – FR Soccer 2:7

 

Die Spiele von heute Freitag:

Heute Freitagabend findet die zweite Tranche der Cupfinals 2021/22 statt. Traditionell gehören diese vier Partien ausschliesslich der Seniorenabteilung.
18.45 Uhr: Senioren 50+(11-er) ♦ Albisrieden – Altstetten
19.00 Uhr: Senioren 50+(7er) ♦ Wettswil-Bonstetten – Oetwil am See
20.00 Uhr: Senioren 30+ ♦ Wald – Red Star
20.30 Uhr: Senioren 40+ ♦ Rümlang – Srbija

 

Die Spiele von morgen Samstag:

10.00 Uhr: Juniorinnen D ♦ Albisrieden – Zürich City   
10.30 Uhr: Juniorinnen C ♦ Albisrieden/Zürich City – FFC Südost Zürich
13.00 Uhr: Juniorinnen B ♦ Horgen – Stäfa
15.30 Uhr: Aktive Frauen ♦ Wädenswil – Team Furttal Zürich
18.00 Uhr: Aktive Herren ♦ Wiedikon – Wiesendangen 

 

Alle Partien der FVRZ-Cupfinals finden auf dem Klotener Stighag statt. Der Eintritt ist frei; der umfangreiche kulinarische Part liegt in den Händen des bewährten Organisators FC Kloten.

 

Fotos: Bruno Füchslin (Medienberichterstatter FVRZ)

Cupsieger Junioren A: FC Glattbrugg

Cupsieger Junioren B: FC Herrliberg

Cupsieger Junioren C: FC Seefeld

Cupsieger Junioren D: FR Soccer

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Sascha darf nicht Sascha sein

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

«Spiele wie Neuer, ein bisschen offensiv», ruft der Trainer aufs Feld. Gemeint ist Sascha, Torhüter einer D2-Mannschaft. Ihn so im Spiel betrachtend, scheint sein Herzblut nicht zwingend auf diese Position fokussiert. Einer, der wegen Torhütermangels dahin verpflanzt wurde? Einer, der ausbaden darf, weil andere nicht wollen? Ausrüstungsmässig ist Sascha zwar tipp-topp eingedeckt, trägt jene modernen (und sauteuren) Handschuhe, die Ledermagnete eingenäht haben. Aber nicht immer machen Kleider auch Leute, nicht immer machen «Händsche» automatisch wortwörtliche erfolgreiche Ballfänger.

Es liegt nicht an Sascha, dass die Partie mit 3:9 verloren ging. Seine Feldspieler haben nicht die Klasse, dass er – wie vom Trainer gewünscht und gefordert – «Neuer» spielen kann. Sascha will Sascha spielen und nicht Neuer. Aber der Trainer hats im Fernsehen gesehen, wie ein moderner Torhüter im aktuellen Fussball agiert. Und scheint sich zu denken: Was Hänschen nicht lernt …

Sascha weiss nicht mehr, was er machen soll. Sein Bauchgefühl, wie man am besten interveniert, ist ihm vom Trainer abgesprochen worden. Einmal ging «Neuer spielen» knapp auf, ein zweites Mal verschätzte sich Sascha um zweieinhalb Meter, ein andermal kickte er über den Ball und offerierte dem Gegner so einen höchst billigen Treffer. Von den Mitspielern durfte er sich anhören, nicht «sonen Seich» zu machen und schön brav im Tor zu bleiben. Er sei schliesslich Torhüter und nicht Feldspieler.

Eine Viertelstunde nach Abpfiff sitzen die Jungs zusammen, trinken Cola, mampfen ein Hot-Dog. Die Hälfte töggelt auf dem i-Phone herum, andere habens sonst irgendwie lustig. Einer ist nicht dabei: Sascha. Ob er je wieder kommt, weiss er noch nicht. Je nach Gemütslage war dies sein letztes Fussballspiel. Vielleicht hat er genug, dass er nicht Sascha sein kann und Neuer sein muss.