Das Basispapier durchforstet, diskutiert und angepasst

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15.12.2022

Das Basispapier durchforstet, diskutiert und angepasst

Das Ressort Wettspiele der Abteilung Spielbetrieb lud auf Samstag des 10. Dezember nach Winterthur. Am traditionellen Seminar brauchten die eingeladenen Koordinatorinnen/ Koordinatoren keine Zusatzaufforderung zum Mitmachen: Ihre Praxisbeispiele setzten Diskussionen fast von allein in Gang.

Von Bruno Füchslin / Medienberichterstatter FVRZ

«Die im Verband»: was machen die eigentlich mit all den (über 2000) Teams, die in der Region Zürich zum Fussball spielen (Wettspielbetrieb) gemeldet sind? Die müssen ja alle irgendwie erfasst, eingeteilt und weiter administrativ bearbeitet werden. Die 40’000 Fussballerinnen und Fussballer können sich eines Gewiss sein: Da wird seriös gearbeitet, sind sowohl teils Jahrzehnte lang tätige wie neu hinzu gekommene Ehrenamtliche bemüht, ihre Arbeit sowohl für die Vereine wie die einzelnen Teams so gewissenhaft wie möglich zu erledigen. Denn «die im Verband» wird auch dann zitiert, wenn da mal was nicht so rund liefe wie der Ball.
Die «Oberaufsicht» über das Ressort Wettspiele liegt bei Abteilungsleiter und Regionalvorstands-mitglied Willy Scramoncini. Durch den Arbeitstag im «Bocciodromo» an der Flüelistrasse in Winterthur führte Ressortleiter Martin Müllhaupt, seit 1. August 2021 in diesem Amt tätig. Nach dem Willkomm mit Kaffee und Gipfeli stand die eineinhalb Stunden dauernde Morgenarbeit an. Deren Inhalt: Überarbeitung/Anpassung des bestehenden Pflichtenhefts. Das fünfseitige Basispapier wurde in zwei Gruppen Punkt für Punkt «gestrählt» und anschliessend betreffend definitiver Ergänzung/Korrektur dem Gremium zur Diskussion gestellt. Der Ressortleiter wird die genehmigten Neuerungen entsprechend ins Definitive übertragen.

Arbeit in Hülle und Fülle
Es könnte ja die stadt- und landläufige Meinung sein, dass Koordinatorinnen/Koordinatoren – jede Kategorie hat eine eigens zuständige Person – mit dem Erstellen der Spielpläne ihre Schuldigkeit getan hätten. Was bleibt denn sonst noch zu tun? Erreichbar sein, ja. Konflikte lösen, Vereinswünsche möglichst erfüllen ebenso. Aber sonst? Eine Saison lang Däumchen drehen? Ach ja, der Cup muss auch organisiert sein. An Ressortsitzungen teilnehmen. Pikettdienste übernehmen. Meldungen von Versäumnissen an die Geschäftsleitung. Besuch von Spielen innert der zugeteilten Kategorie. Bearbeiten von Vereinskorrespondenzen/Vereinstelefonaten. Die lange Liste an zu erledigenden Aufgaben ist mit diesen Beispielen nicht mal ansatzweise angerissen ...

Eine längere Diskussion setzte der Punkt «Spielverschiebungen» in Gang. Eine «einheitliche Regelung für alle» stand auf der einen, «wenige individuelle Ausnahmen möglich» auf der andern Seite. Neu-Geschäftsführer Benjamin Benz attestierte dem FVRZ «eine äusserst kulante Umsetzung im Vergleich mit anderen Regionen.»

Eine «ruhige Kugel» geschoben

Nach der Mittagspause – feine, frisch zubereitete Pizze halfen, eventuell gefühlte Löcher im Magentrakt zu füllen – folgten ab 13.30 Uhr weitere Arbeits-Schwerpunkte: «Arbeitsweisen im Ressort Wettspiele», «Schriftlichkeit in unserer Arbeit» sowie der «Umgang mit Share Point und NIS» erforderten nochmals die ganze Aufmerksamkeit der Ehrenamtlichen. So fiel die Tagesbilanz gemäss  Martin Müllhaupt positiv aus: «Wichtig, dass wir uns haben Zeit nehmen können für den Austausch. Auch die Präsenz der Geschäftsstellen-Personen war nur förderlich. Unsere monatlichen Sitzungen während der Saison – so deren acht bis zehn – sind halt doch immer sehr speziell aufs aktuelle Geschehen fokussiert und finden selten auch nur einen annähernd persönlichen Rahmen wie heute.»

Nach Sitzungsschluss – ab 16.30 Uhr – galt ein «Ruhige-Kugel-Schieben»: Zwei Instruktoren führten die Lernwilligen ins Boccia-Spiel ein und liessen den diesbezüglichen «Azubis» danach deren freien Spielraum. Wer sich eher der WM zugetan fühlte, guckte Fussball. Zum abschliessenden Spaghetti-Plausch sassen die während des Tages Geforderten wortwörtlich wie symbolisch wieder an einem Tisch und sprachen es nicht aus, aber gaben dennoch irgendwie zum Ausdruck: Die Verbandsarbeit soll ja auch mithelfen, dass Wettspiele da und dort auch als Nettspiele stattfinden können.

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Seminartag Ressort Wettspiele
Samstag, 10. Dezember, ab 09 Uhr im «Bocciodromo», Winterthur
Vom Verband:
Willy Scramoncini / Abteilungsleiter Spielbetrieb
Martin Müllhaupt / Ressortleiter Wettspiele
Theo Widmer / Leiter Abteilung Technik
Hans Schoch / Leiter Abteilung Senioren
Benjamin Benz / Geschäftsführer FVRZ
Susanne Kaufmann / Verbandssekretärin
und die eingeladenen Koordinatorinnen/Koordinatoren aller Kategorien


Mit Kaffee und Gipfeli lässt sich gut starten.


Der kleine Saal im Bocciodromo Winterthur hatte die ideale Grösse.


Ressortleiter und Referent Martin Müllhaupt führte durch den interessanten Tag.


Die Gruppenarbeit erforderte entsprechende Konzentration.


Neu-Geschäftsführer Benjamin Benz liess sich die Beteiligung am Anlass nicht nehmen.


Der Junioren-B-Koordinator Sebastian Meyer präsentiert die Ergebnisse der Gruppenarbeit.


Junioren-E-Koordinator Roger Mehr (links) und Spielbetrieb-Abteilungsleiter Willy Scramoncini haben zu lachen.


Christian Frei fasst die Arbeit der Gruppe 1 zusammen.


Zum Zmittag gabs «Pizza per tutti». 

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Kommentar (27.01.2023)

Am Anfang stand ein einfaches 1-1-8

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Wohin gehen die Systeme noch – sie als Ausdruck einer möglichst erfolgreichen Organisation? Mit diesen komischen Zahlen, die Nicht-Eingeweihten vorkommen wie seltsam gezogene Lottozahlen? Hat der Fussball von seiner «Raumplanung» her keine Optimierungsmöglichkeiten mehr, ist am Plafond angelangt? Oder fällt irgendwem wieder eine noch nie umgesetzte Variante ein?

Begonnen hats einst mit 1-1-8. Ja, so verrückt war das mal. Die ersten Wettbewerbe im englischen Fussball waren vom Rugby abgeleitet: Vorwärtspässe waren nicht erlaubt. Nur nach vorn rennen mit dem Ball am Fuss, dann Rück- oder maximal Querpässe. 1863 beschloss die Football Association (FA) ein erstes grösseres Regelwerk. Ein Punkt der 14 Absätze umfassende Version besagte, dass jeder Spieler, der vor dem Ball – also zwischen Ball und gegnerischem Tor – stand, abseits steht. Diese Version dauerte jedoch nicht lang; mehr und mehr wurden Varianten ausprobiert: 1-2-7 (wohl schon deutlich «defensiver» als das 1-1-8!?), 2-3-5, dann zum 3-3-4, zum 4-4-2, 4-3-3 und 3-5-1, und Experimentierfreudige schieben innerhalb dessen noch einen Doppelsechser ein, einen Dreiviertelneuner, einen Achtelzweier oder kicken gar ganz ohne nominellen Angreifer. Klar: es geht ums Grundmuster. Der Fussball lebt in seiner Beweglichkeit von Verschiebungen, sowohl horizontal wie vertikal. Wer noch den Libero im Kopf hat – die Erklärung für Laien: es ist dies keine Glacésorte.

Wohin bewegen sich die systemischen Verschiebungen noch? Ist an Varianten ausgeschöpft? Kommt gar wieder eine Zeit, in der die Offensive mehr personelles Gewicht erhält und dadurch dem Grundgedanken des Gewinnens – mindestens ein Tor mehr erzielen als das Gegenüber – fokussierter Rechnung getragen wird?

So bleibt am Schluss der Fragen nach weiteren Fussball-Entwicklungen nur diese Antwort: Das einzige funktionierende System ist jenes, mit dem man Spiele gewinnt. Je nach Partie hat dieses bereits am nächsten Wochenende keinen Bestand, weil der Gegner stärker war und/oder Fortuna ihre Gunst anderweitig verschenkte.