Fussballverband Region Zürich

Spielbetrieb Rückrunde 2020/21 (mögliche Varianten)

Die Abteilung Spielbetrieb des Fussballverbandes Region Zürich (FVRZ) hat sich zu verschiedenen Szenarien (Varianten) Gedanken gemacht und den Vereinen eine Übersicht mit den momentan möglichen Varianten (inkl. Rundenkalender) übermittelt, wie der Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könnte.

Alle möglichen Varianten wurden mit dem Vorbehalt erstellt, dass sich der FVRZ an die übergeordneten Vorgaben des Bundes, Schweizerischen Fussallverbandes respektive der Amateur Liga halten muss und diese zu Anpassungen bei den Varianten führen könnten.

Die Variante 1 basiert auf dem bereits bekannten Rundenkalender. Sollten die Behörden anders lautende Entscheide treffen, sprich eine längere Dauer der ausserordentlichen Massnahmen verordnen, kommt Variante 2 oder 3 zum Tragen.

Es ist zu beachten, dass mit der Variante 2 und 3 keine Freiwünsche mehr berücksichtigt werden können. Allenfalls kann ein Platzabtausch vorgenommen werden. In der Variante 2 entfällt der Cup-Wettbewerb bei den Aktiven Herren, Frauen und Senioren. Die Juniorinnen und Junioren spielen den Cup-Wettbewerb aus. In den nicht zu Ende gespielten Cup-Wettbewerben entscheidet über eine Teilnahme am nationalen Cup das Los unter den im Wettbewerb verbliebenen Vereinen.

Varianten - Übersicht
Rundenkalender für Variante 1
Rundenkalender für Variante 2
Rundenkalender für Variante 3

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Offene Fragen ohne definitive Antworten

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Die ungeschriebenen Gesetze unterscheiden sich von den geschriebenen dadurch, dass sie – logisch! – nicht geschrieben sind. Sie haben einen anderen Status: Sie zielen auf den «gesunden Menschenverstand» hin, auf allgemeines gesellschaftlich akzeptiertes Okay-Verhalten, auf Ethik- und Moralvorstellungen, die – je nach Ländern und Kulturen – durchaus unterschiedlich sind. Motto: ein durchschnittlich «gesunder» Mensch macht dies und jenes oder eben – das Kontra – jenes und dies nicht. Der interpretierbare Grauzonenbereich ist so gross, dass dessen Endpunkte schwarz und weiss unberührt bleiben.

Immer wieder tauchen – je nach Vorkommnis – diese Fragen auf: Inwieweit sollen sich Sportlerinnen und Sportler politisch äussern, Stellung beziehen, «klare Kante» zeigen? Man hat den permanenten Vorbildern einer möglichst heilen Sportwelt in vergangenen Jahrzehnten tief moralisch nahe gelegt, dass sie sich bitteschön aus politischen Debatten heraus halten sollen. Welch Aufschrei damals an den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko, als die US-Sprinter John Carlos und Tommie Smith anlässlich der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs ihre in einen schwarzen Handschuh gehüllte Faust in den dunklen Himmel streckten. Den Blick zum Boden gesenkt, trugen sie als Zeichen der Armut schwarze Socken. Ein markantes Zeichen der damaligen Black-Power-Bewegung.

Sie durften dafür büssen. Smith resümierte Jahre später so: «Ich habe damals übelste Verwünschungen und ungezählte Morddrohungen erhalten, aber das alles war es wert. Weil ich an die Menschenrechte glaubte, sah ich es als meine moralische Verpflichtung an, diesen Moment zu nutzen. In meinem Land herrschten Rassismus und Ungerechtigkeit. Und ich stand auf einer weltweiten Bühne, im Trainingsanzug der USA.»

So dramatisch muss und kann sich politische Willensäusserung nicht erkennbar zeigen. Was ist bei Abstimmungen in der Schweiz? Sollen sich Vereine/Personen daraus öffentlich äussern? Was ist bei lokalen Abstimmungen? Dürfen Vereine dann, wenn ihre missliche Sportplatz-Infrastruktur Renovationen und Erweiterungen bedürfen, Werbung für ihre Anliegen machen? Oder weiter: Gibts irgend etwas auf dieser Welt, was offensichtlich oder in tiefer hintergründigen Recherchen nicht politisch ist?

Die so genannten sozialen Medien machen Plattformen auf, die althergebrachte Strukturen längst beiseite geschwemmt haben. Die Moralkeule indes zeigt auch heute noch Wirkungen. Nicht vergessen sind die Doppeladler von Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka an der WM 2018 in Russland und das Foto von Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Natürlich höchst diskutable Vorfälle.

Dennoch: Dass der «heile Sport» in der global vernetzten Welt weiterhin den Status «Sportler treiben Sport und haben sich aus politischen Fragen herauszuhalten» noch lange Bestand hat, ist zu bezweifeln – mit allen Vor- und Nachteilen, welche die fliessende Lockerung nach sich zieht. Aber sich den (politischen) Mund verbieten lassen, nur weil man Sportlerin/Sportler ist? Das ist eine nicht hinnehmbare Ausgrenzung. Dies ausgerechnet im Sport, der weltweit in Sachen Integration und Akzeptanz beispiellos so viel leistet wie nichts anderes.