Fussballverband Region Zürich

Corona (Beschlüsse SFV) - Trainings-/Spielbetrieb

Heutige Informationen des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV).

Wie am 15. April 2021 angekündigt, hat sich der Zentralvorstand des SFV an seiner heutigen Sitzung mit der aktuellen Situation rund um Covid-19 befasst, dies insbesondere auch unter Berücksichtigung des Drei-Phasen-Modells, das der Bundesrat am 21. April 2021 bekannt gegeben hat. Der Zentralvorstand hat dabei insbesondere diskutiert, wie es mit dem Spielbetrieb derjenigen Kategorien/Ligen weitergehen soll, die aktuell nicht spielen und nur mit Einschränkungen trainieren dürfen. Es handelt sich dabei um die Männer Aktive 1. Liga Classic bis 5. Liga, Frauen Aktive 2. Liga bis 4. Liga, alle Senioren-Kategorien/Ligen sowie alle Futsal-Ligen. Der Zentralvorstand hat dabei nach Konsultation der Regionalverbände, in Anwendung der Statuten und des nach dem letztjährigen Abbruch angepassten Wettspielreglements sowie gestützt auf ein juristisches Gutachten Folgendes beschlossen:

  • Falls die bundesrätlichen Corona-Massnahmen bis am 31. Mai 2021 dahingehend gelockert werden, dass auch in den oben erwähnten Kategorien/Ligen normal (d.h. mit Körperkontakt und ohne Maske) trainiert und gespielt werden kann, wird die Saison auch in diesen Kategorien/Ligen nach einer kurzen Vorbereitungszeit wieder aufgenommen. Sie dauert in diesem Fall wie bereits früher kommuniziert bis längstens am 4. Juli 2021. Das genaue Start- und Enddatum wird von der für die einzelnen Wettbewerbe zuständigen Organisation definiert (Erste Liga, Amateur Liga, Regionalverbände). Ziel im Falle der Wiederaufnahme ist es, mindestens die Hälfte der regulären Runden (allenfalls in einem verkürzten oder angepassten Format) zu absolvieren, sodass die Saison in Anwendung von Art. 8bis Wettspielreglement auch in diesen Kategorien/Ligen gewertet werden kann, d.h. dass es Meister und Cupsieger sowie Auf- und Absteiger gibt. Der SFV bittet die Vereine, die aktuelle Möglichkeit zu Trainings in 15er-Gruppen (ohne Körperkontakt oder mit Maske) zu nutzen, um im Falle eines Re-Starts rasch bereit zu sein.
     
  • Erfolgt bis am 31. Mai 2021 keine derartige Lockerung, wird die Saison in den erwähnten Kategorien/Ligen abgebrochen. In diesem Fall wird die Saison in den abgebrochenen Kategorien/Ligen nicht gewertet (keine Meister und keine Auf- und Absteiger), da über all diese Kategorien/Ligen gerechnet insgesamt noch nicht die Hälfte der regulären Runden vollständig gespielt wurde. Der Entscheid, ob auch Cup-Wettbewerbe abgebrochen werden, obliegt den zuständigen Abteilungen bzw. Regionalverbänden. Cup-Wettbewerbe werden in Anwendung von Art. 8bis Wettspielreglement nur dann gewertet, wenn diese zu Ende gespielt werden. Im Fall des Abbruchs von Cup-Wettbewerben werden die Teilnehmer am Schweizer Cup 2021/22 aus den Abteilungen Erste Liga, Amateur Liga sowie aus den Regionalverbänden soweit erforderlich per Los aus den für eine Teilnahme in Frage kommenden bzw. aus den in den jeweiligen Qualifikationswettbewerben verbliebenen Teams bestimmt. Die ausgesprochenen Strafen (inkl. Bussen) und die noch offenen Suspensionen bzw. Funktionssperren (auch aus Verwarnungen) bleiben bestehen bzw. werden gemäss den anwendbaren Regeln auf den nächsten offiziellen Wettbewerb derselben Kategorie übertragen.
     
  • In den Kategorien, in denen aktuell gespielt wird (Promotion League, Women’s Super League, Frauen 1. Liga, Juniorinnen/Junioren), wird die Saison auch dann gewertet, wenn gegenüber dem ursprünglichen Modus (nur) ein verkürztes oder angepasstes Format ausgetragen wird.

 

An dieser Stelle erinnert der SFV nochmals an die aktuell gültigen Bedingungen:

  • Jugendliche mit Jahrgang 2001 und jünger (also alle Kategorien der Juniorinnen/Junioren) können als komplette Teams und mit Körperkontakt trainieren und spielen (Meisterschaft, Cup und Freundschaftsspiele). Es sind keine Zuschauerinnen/Zuschauer zugelassen, ausser bei den nationalen Nachwuchsligen der U-18 der Männer und der U-19 der Frauen. Bei diesen sind maximal 100 Zuschauerinnen/Zuschauer bzw. 1/3 der Sitzplatzkapazität der Anlage erlaubt.
     
  • Ebenso trainieren und spielen dürfen Teams von Ligen mit professionellem und semiprofessionellem Spielbetrieb (Männer: Raiffeisen Super League, Brack.ch Challenge League, Cerutti il Caffè Promotion League; Frauen: Axa Women’s Super League, NLB und 1. Liga; maximal 100 Zuschauerinnen/Zuschauer bzw. 1/3 der Sitzplatzkapazität der Anlage).
     
  • Spielerinnen/Spieler mit Jahrgang 2000 und älter können in Gruppen von maximal 15 Personen entweder ohne Körperkontakt oder mit Maske und Körperkontakt trainieren. Wettkämpfe sind für diese Kategorien faktisch weiterhin verboten (Obergrenze von 15 Personen).
     
  • Für alle Aktivitäten sind die bekannten Schutzkonzepte einzuhalten. Ein Muster hierfür und ein Katalog häufiger Fragen findet man auf der Website football.ch. Diese Dokumente werden laufend aktualisiert.

 

Der SFV setzt sich weiterhin mit Nachdruck für Lockerungen ein und bittet, Geduld zu wahren. Für einen sofortigen Abbruch jedenfalls sei es noch zu früh, dies auch aufgrund der Erfahrungen aus dem Vorjahr.

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Der Gang nach Canossa

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Die Titelzeilen haben ihren Ursprung im berühmten Gang nach Canossa (in Italien bei Reggio) Heinrichs IV. (1077), um den Papst durch Busse zu bewegen, seinen Bann gegen ihn zurückzunehmen. Die heutige Bedeutung: Einen erniedrigenden Bittgang machen; ein schwieriges, Bereitschaft zur Unterordnung signalisierendes Gespräch führen. So meinen zumindest verschiedene Internet-Auskünfte.

Dass Fussballer beziehungsweise Vereine 950 Jahre später Ähnliches erleben, konnten weder Heinrich der Vierte noch Papst der Siebte mit Namen Gregor erahnen. Ein Phänomen neueren Datums hat eingezogen: «Fans» sind so ab und an nicht mehr zufrieden mit dem, was gezeigt wird. Man blockiert Ausgänge, hindert Mannschaftsbusse am Wegfahren, wartet auf die eigenen Helden, die keine (mehr) sind. Man will Erklärungen, weshalb man tabellenmässig im Keller hockt oder «Goldene Zeiten» offenbar Passé sind. Und verweist darauf, dass man dies nicht weiter akzeptiere. Vereinsfunktionäre kriegen in den (a-?)sozialen Medien ihr Fett weg.

Nein, Vereinsmitglieder sind sie nicht. Ist ein «alter Zopf». Hardcorefans lassen sich nicht mit demokratischen Weichei-Reglementen abspeisen. Auf welch intellektueller Ebene sich Diskussionen abspielen, lässt sich nur erahnen. Wenn das Herzblut aus der emotionalen Schlagader tropft, ist nicht mehr zu spassen. Weshalb du dort so und nicht anders. Weshalb dort anders und nicht so. Einer meint, man hätte viel defensiver anfangen müssen. Der nebenan sagt, das einzige Heil sei die Offensive. Man stellt einmal mehr fest: Im Fussball sind auch die Laien Experten. Vor allem aber gilt: mehr Einsatz. Die Füsse müssen rauchen nach dem Spiel. Sich zerreissen für den Verein. Der Summe summarum: Wer Erwartungen nicht erfüllt, wird halbwegs bis zur Gänze schuldig. Immerhin: Man muss nicht mehr die rund 450 km von Zürich nach Canossa reisen. Bis zur Fankurve sinds geschätzte 80 Meter.

Als ob die Gescholtenen nicht selber wüssten, was es geschlagen hat. Als ob sie sich nicht anstrengten, das Blatt zu wenden. Als ob sie nicht noch so gerne mit einem Dreier statt dem Nuller vom Feld gezogen wären. Aber manchmal gibts Gegner, die besser sind. Manchmal springen Abpraller immer vor die Füsse der andern. Und manchmal ist der Pfosten des gegnerischen Teams bester Verteidiger. Solche Phasen erhalten den Namen «Negativspirale». Diese möglichst wieder auf eine Gerade zu glätten, ist eine der faszinierenden Herausforderungen der Mannschaftssport-Dynamik. Und obwohl alle daran arbeiten, wissen die gescheitesten (Fussball-)Köpfe nicht, wie man das am besten (gleich erfolgreichsten) macht.