Fussballverband Region Zürich

Clubmanagement SFV (Teil 15): Finanzen

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) lancierte im Februar 2020 das Webportal „Clubmanagement“. Das neue Portal auf football.ch bietet den Vereinen praxisnahe Unterstützung.

Welche Mittelbeschaffungen ausgenommen Club-Lotto und Benefizabend gibt es?

Es gibt keinen Fussballclub, der nicht auf Mittel in Form von Finanzen, unentgeltlichen Materiallieferungen, Dienstleistungen, Arbeitsleistungen, Rechten und Informationen angewiesen ist. Der Bereich Mittelbeschaffung schliesst alle diese Ressourcen ein, wobei die grösste Bedeutung den finanziellen Mitteln zukommt.
Die Mittelbeschaffung sollte nie isoliert von den Ausgaben bzw. einzelnen Leistungen betrachtet werden. Je genauer man deklarieren kann, wofür die Mittel verwendet werden, desto einfacher ist es, auf potenzielle Geldgeber bzw. Nutzniesser zuzugehen.

Mögliche Mittebeschaffungen:
- Subventionen für die Beschaffung von Sportgeräten
- Sponsoringgelder für die Jugend-/Nachwuchsförderung
- Spenden für die Durchführung von Trainingslagern
- Vermächtnisse zur Finanzierung von Sonderprojekten (z. B. Kauf eines eigenen Clublokals)
- Einnahmen aus den Inseraten zur Mitfinanzierung des Clubheftes

Mehr zur Mittelbeschaffung findet man hier auf football.ch.

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Die fast vergessene Intuition

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Also einfach mal angenommen: Ich wäre viel, viel, viel jünger und würde der Gilde der gesuchten Profifussballer angehören. Meine Referenzen wären: physisch stark, technisch hervorragend, Koryphäe im Kopfball, überall einsetzbar und mit weit überdurchschnittlicher Spielintelligenz ausgestattet. Einfach so ähnlich wie Luca Modric oder Andrés Iniesta. Dass ich all diese Vorzüge einst in der dritten und vierten Liga nicht wie erwähnt ausspielen konnte, muss ehrlicherweise beigefügt sein.

Aber zurück zur Annahme: Es käme ein Angebot von Atlético Madrid. Wär ja möglich. Dann müsste ich mich hinsetzen und überlegen, ob die Rojiblancos eine Adresse wären. Tönte interessant. Dann aber das Aber: Brauch ich das – den Diego Simeone draussen an der Linie? Diesen Zappelphilipp-Zampano, immer zwischen Kult, Unterhaltung und einfach nur nervend? Keine (Vor-)Urteile: Mag ja sein, dass der 52-jährige Argentinier privat ein mehr als angenehmer Zeitgenosse ist und von dem ich fussballerisch noch einiges hinzu lernen könnte.

Aber jeder macht sein Image selbst. Wenns mich schon ab und zu auf regionalen Fussballplätzen stört, dass Trainer – subjektiv wahrgenommen – viel zu viel aufs Feld rufen, fast unaufhörlich auf Fehler hinweisen, Spieler von da nach dort beordern – nein danke. Niemand hat etwas gegen punktuellen Fokus, der auch verbal kund getan werden soll. Aber zu oft werden Engagement und Temperament so ausgelebt, dass Verantwortliche teilweise fast wie süchtig erscheinen.

«Geh nach dahin, lauf nach dorthin, mach dies, mach jenes, weshalb so und nicht richtig». Richtig? Ach Trainer – sei einfach still. Fussball ist und bleibt ein Fehlersport, und kein Spieler hat je jemals etwas absichtlich «falsch» gemacht. Und dein Hinweis, dass das im Training doch alles geübt wurde und jetzt dennoch nicht klappt – na und? ICH spiele und nicht du. Von draussen ist alles Theorie. Und dein Tipp, dass man doch in dieser Szene hätte SO stehen müssen und nicht anders – die Szene ist längst vorbei. Und wenn ich nächstes Mal so stehe, wie du forderst, kommt situationsbedingt eventuell genau das Falsche heraus.

Trainer: Schau zu, was gespielt wird. Du kriegst in jedem Match Anschauungsunterricht, woran im nächsten Training gearbeitet werden müsste. Und eines noch: lass uns mehr spielen. Ja, einfach spielen. Die individuelle Intuition ist und bleibt das A und O. Fast schon tragisch, dass in so gut wie keinem Lehrgang, in so gut wie keinem Lehrbuch auf diese Komponente eingegangen wird. Und so ist und bleibt die Eigenerfahrung der unangefochten beste Lehrmeister.