Bilanzen, gegenwärtig Aktuelles und Projekte

Der FVRZ lud letzte Woche zu den traditionellen Präsidentenkonferenzen ein. Von den eingeladenen 175 FVRZ-Vereinen waren deren 143 präsent.

Text und Bilder Bruno Füchslin / Medienberichterstatter FVRZ

Der FC Glattbrugg (Gruppe 1), der FC Horgen (2), der FC Phönix Seen (3) und Benfica Clube de Zurique (4) waren in dieser Reihenfolge von Montag bis Donnerstag die gastgebenden Clubs der  jährlichen Treffen. Die Vorsitzenden/Verantwortlichen wurden hinsichtlich Geschehenem, Aktuellem und Künftigen auf den gegenwärtigen Stand gebracht.

«Respekt als Basis»

Präsidentin Rita Zbinden blieb vorbehalten, die Konferenzen zu eröffnen. Sie plädierte für ein eigentlich «logisches» Miteinander, wenn sie von allen Seiten «Respekt in der gegenseitigen Kommunikation» einforderte: «Auch wenn ‹unser› Fussball von Emotionen lebt, diese ein Bestandteil des Sports waren, sind und bleiben, müssen Anstand und Respekt die Basis bleiben. Dies soll auf und neben dem Spielfeld genauso gelten wie im administrativen Austausch.» 

In der Folge standen weitere sechs Traktanden an. Geschäftsführer Benjamin Benz informierte über eine Überarbeitung der traditionellen Wettbewerbe: «An der Gala 2023 dürfte der Part ‹Auszeichnungen› da und dort anders daher kommen als wie gehabt. Nicht nur, aber auch auf Grund der 20-Jahre-Jubiläumsgala sollen Anpassungen möglichst noch gewichtiger würdigen, was da an Ehrenamtlichem Tag für Tag und Jahr für Jahr geleistet wird.» Benz verwies auch auf die Cupfinals, die am 22./23./24. Juni wieder in Kloten ausgetragen werden. Zwar herrsche zwischen dem FCK und dem Verband ein tolles, bewährtes Miteinander, doch stünde die Veranstaltung auch anderen Vereinen offen: «Wer Interesse hat und den Drei-Tage-Anlass personell wie infrastrukturell zu bewältigen imstande schätzt, kann sein Interesse entsprechend deponieren.»  

Frauen: Antrag auf eigene Abteilung

Weitere Traktanden beanspruchten deutlich mehr Zeit. Vorstandsmitglied Tanja Citherlet informierte über das Projekt «Frauen- und Juniorinnenfussball». Zu Handen der Delegiertenversammlung vom 18. August in Wallisellen wird der Antrag gestellt, die Frauen/Juniorinnen innerhalb des Ressorts Technik/Spielbetrieb in einer eigenen Abteilung zu führen. Ziel dessen ist, hinsichtlich Frauen/Juniorinnen deutlich fokussierter arbeiten zu können und den in der Saison 2018/19 begonnenen Projektstart mit einem neuen «Quantensprung» noch weiter zu festigen. «Vieles ist schon erreicht, aber genauso Vieles ist noch zu tun», meinte Citherlet. Aktuell werden zur Unterstützung zwei Personen gesucht (Ressorts Leitung Frauen und Juniorinnen). Allgemein ist eine Erhöhung der Anzahl Frauen gewünscht, was Funktionärinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen betrifft.

Schiedsrichterproblematik immer akuter

Keine erfreulichen Zahlen musste Schiedsrichter-Obmann Andreas Baumann präsentieren: Während die Anzahl an Vereinen, Ligen und Mannschaften kontinuierlich am Steigen sind, bewegt sich die Zahl an Spielleitern seit Längerem in einem mehr als kritischen Bereich. Standen im 2019 noch 745 Unparteiische zur Verfügung, ist die aktuelle Zahl von 694 eigentlich inakzeptabel. Es sind ja «nur» 50 Schiedsrichter weniger – und dies macht Probleme? «Wir müssen den Bestand unbedingt wieder erhöhen können – deren 750 ist das Limit, mit dem der Verband normal arbeiten und einteilen kann. Inklusive Testspiele stehen in einer Saison 26'000 Partien zu leiten an. Viele Schiedsrichter bewältigen weit mehr als das Limit; nicht zwingend aus Freude, sondern um zu helfen», meinte Baumann. Per Stand Juli 2022 erreichten 49 Vereine den Koeffizienten nicht. Ein Bonus-/Malus-System soll helfen, diesbezüglich mehr Ausgeglichenheit zu erreichen. In Sachen Hilfe bei Schiedsrichter-Suche bietet der Verband nach wie vor umfangreiche und nochmals verbesserte Hilfen an.

«Kreativität» im Pyro-Verstecken

Als Gastreferent zog Dominique Huber (Verantwortlicher Sicherheit Swiss Football League) im vorletzten Traktandum die Aufmerksamkeit auf sich. Er liess Einblicke zu in die Problematik, die sich im Spitzenfussball nicht nur eingeschlichen, sondern offenbar etabliert haben. Ausschreitungen, Pöbeleien, Gewaltexzesse, Pyro- und Böllerperversionen sind punktuelle wie fast permanente Herausforderungen an jene, die zur Eindämmung dessen verantwortlich zeichnen. «Schon vielfach gehört: die tun ja nichts. Leider eine weit verbreitete Meinung: Verband und Vereine lassen alle gewähren, denen diese Vergehen zum Spass, vielleicht gar zum Inhalt aufgestiegen sind. Dabei ist richtig: Unsere Arbeit ist zwar nicht spektakulär, sondern eine zeitaufwändige, minutiöse Aufarbeitung der Vorkommnisse mit dem Ziel, Straftäter zu eruieren und wo nötig der Justiz zuzuführen», führte Huber aus. Allein die Beispiele, mit welcher «Kreativität» die so genannten «Fans» Pyros und Böller in die Stadien schmuggeln, gaben zu denken. Dennoch liess Huber durchblicken, dass sich hinter der Fassade viel Menschliches abspiele: «Für Hunderte von Jugendlichen bedeutet die Zugehörigkeit zu einer ‹Fan›-Gruppe etwas Wichtiges im Leben. Sie finden eine neue, für sie interessante und erlebenswichtige Form von ‹Familie›.»
Ein Blick in die (Fussball-)Welt eröffnet, dass sich bezüglich dessen in anderen Ländern – in weit grösserem Mass – Ähnliches wie dasselbe abspielt. Jugendliche in der Phase des Ausbrechens aus der engen Familie finden Gleichgesinnte und sind meist (noch) nicht fähig, das eigene Verhalten möglichst objektiv zu reflektieren. Auf der Suche nach einer starken eigenen Identität scheint Vielen eine Gruppendynamik ein gangbarer Weg. Ob dieser allerdings – in welcher Art auch immer – zielführend ist, darf mit Fragezeichen versehen werden.

Zum Finale Kulinarisches

Das die Konferenzen traditionell abschliessende Nachtessen vertiefte diesen Fakt: Auf dem Feld zwar zuweilen «Gegner», sind in der Hintergrund-Vereinsarbeit jedoch mehr oder minder alle mit ähnlichen oder gar denselben Herausforderungen konfrontiert.

Weitere Informationen

  • Die Cupfinalspiele sind aufs Wochenende 22./23./24. Juni in Kloten terminiert.
  • Die 101. Delegiertenversammlung von Freitag, 18. August, sieht den FC Wallisellen als Gastgeber.
  • Die FVRZ-Gala 2023 findet am Freitag des 1. Dezember im Kongresshaus Zürich statt.

Die Referenten
Vom Verband:

Rita Zbinden (Präsidentin)
Benjamin Benz (Geschäftsführer)
Bruno Früh (Finanzchef)
Tanja Citherlet (zusammen mit Claudia Gfeller Projektverantwortliche Frauen-/Juniorinnenfussball)
Andreas Baumann (Schiedsrichter-Obmann)
Vom SFV:
Dominique Huber (Verantwortlicher Sicherheit SFL)

 

Begrüssungsworte von FVRZ-Präsidentin Rita Zbinden.

Am zweiten Konferenz-Abend war der FC Horgen Gastgeber.

Kassier Bruno Früh erläutert die Rechnung. 

Andreas Baumann berichtet vom Schiedsrichterwesen.   

Tanja Citherlet mit Frauen/Juniorinnen als Thema.      

Auch für beteiligte Vorstandsmitglieder interessant. 

Geschäftsführer Benjamin Benz orientierte über Anpassungen.

Das Menu in Horgen, mit Pasta als Hauptgang.   

Genug gehört und gesprochen: jetzt gilt «Salat fassen».

Sie waren in Horgen Gastgeber: (v. l.) Markus Keller, Marcella Keller, Geminiano Virgilio. 

 

 

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Offizielle Mitteilungen (12.06.2024)

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8400 Winterthur

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Kommentar (14.06.2024)

Vater als Vorbild (?)

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
[email protected]  

2.-Liga-Inter-Kick auf dem Hauptfeld. Nebenan, etwas tiefer gelegt, ein kleinerer Trainingsplatz. Papa (geschätzte 40) und Sohn (geschätzte zehn Jahre alt) spielen darauf ihren eigenen Fussball. Passen, aufs Tor schiessen – richtig so, wies sein soll. Den Sonntagnachmittag für Spass und Fitness eingesetzt.

Zwischendurch machen sie Pause und gucken ein paar Minuten Inter-Fussball. Es steht unentschieden, ist entsprechend spannend. Dann pfeift der Schiedsrichter etwas, was Papa nicht gefällt. So ruft er halt ins Feld, was ihm gerade einfällt. Er sei ein Arschloch, lässt er ihn und zuhörendes Umfeld wissen. Sohn hörts und sagt nichts. Stillschweigend wird er ihm zustimmen. Dann gehen sie wieder hinunter zum Privatkick.

Nach einer Viertelstunde tauchen sie wieder auf. Papa sagt bei einem weiteren diskutablen Entscheid überraschenderweise nichts. Dafür trompetet der Kleine ins Feld, dass der Schiri «ein blöder Glatzkopf» sei. Papa hörts und sagt nichts. Stillschweigend wird er ihm zustimmen.

Und die Moral von der Geschicht?
«Arschloch» ruft ein Junger nicht
Dies ist, wenn schon, vorbehalten
der Vorbildfunktion des Alten

Dafür darf er «Glatzkopf» rufen
und Weiteres, diverse Stufen
möglichst primitive Sachen
die dem Papa Freude machen