Fussballverband Region Zürich

Den Samstagmorgen für die Weiterbildung der Leiter Junioren eingesetzt

85 regionale Nachwuchsfussball-Verantwortliche aller angeschriebenen FVRZ-Vereine mit Junioren nahmen am Samstagmorgen des 20. November im Seminarhaus «Bocken» in Horgen an einem nächsten Weiterbildungskurs teil.

(Text und Bilder: Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ)

Bildung, Bildung, (Weiter-)Bildung ist überall das A und O, um in sich zuweilen rasant ändernden Situationen «à jour» zu bleiben. Dies nicht nur in der Schule und in beruflichen Bereichen: Wer in einer Hobbyvereinigung Verantwortung trägt, muss – auf den Fussball bezogen – wortwörtlich «am Ball bleiben». Ansonsten rutscht eine der clubzentralen Positionen ins Abseits – mit nachhaltigen Auswirkungen auf die grössten Abteilungen der Vereine.
Ein sowohl gut vorbereiteter wie fokussiert gestalteter Weiterbildungsmorgen sah vom FVRZ fünf, vom SFV drei Referentinnen/Referenten beziehungsweise Gruppenleiter in Aktion. Im grossen Saal des Seminarhauses «Bocken» in Horgen sassen die Mitteilungs-Empfängerinnen und -empfänger – sie alle vorab hausintern zertifikatsgetestet – in vorsichts-genügendem Abstand.

Gegenseitige Auswirkungen
Raphael Kern vom SFV leitete die Versammlung mit den jüngsten Erfolgen des Herren-Nationalteams ein. Auch wenn zwischen den erfolgreichen Profis und dem Amateur-Breitenfussball grosse Distanzen sind, sah Kern Positivbewegungen von oben nach unten wie umgekehrt: «Diese Erfolge werden Auswirkungen bis weit hinab nach sich ziehen. Der SFV ist gleichsam wie die Regionalverbände gefordert, das erreichte Level zu halten und diese mit Anpassungen zusätzlich zu verbessern.»
Die Verbandsverantwortlichen gaben einige Änderungen bekannt. Auf Grund mehrerer nicht korrekter Vorgehen, die dem Fairplay-Gedanken und dem Vertrauensvorschuss betreffend Korrektheit teils widersprachen, hat der Verband beschlossen, dass Sonderbewilligungen nur noch aus medizinischen Gründen eingereicht werden können.

Noch spielfokussierter werden
In Gruppenarbeiten wurden zur neuen SFV-Turnierforum «play more football» sowohl informiert wie in Eigenverantwortung Umsetzungs-Szenarien besprochen und ausbearbeitet. Sinn ist, verschiedenste Spielformen im Kinderfussball noch fussball-fokussierter zu gestalten. Motto: Wer den Fussball erlernen will, muss ihn – möglichst variantenreich – spielen. Oder, abgewandelt: Mit theoretischem Trockenkurs am Bassinrand hat noch nie jemand schwimmen gelernt.
Mit dem gemeinsamen Mittagessen wurde die Tagung gegen 13.30 Uhr beendet. Sicher ist: im kommenden Jahr gilt «auf ein Neues».

Unter folgendem Link findet man alle Informationen zu play more football auf der SFV Homepage:
Schweizerischer Fussballverband - BRACK.CH play more football

Unter folgendem Link findet man alle Präsentationen der Referate und Workshops der vergangenen WBK 1 Tagung:
Fussballverband Region Zürich - Tagungen (fvrz.ch)

Referenten der Weiterbildung in Horgen
Vom FVRZ: Benjamin Benz, Theo Widmer, Claudia Gfeller, Pascal Humbel, Carmine Trupo.
Vom SFV: Raphael Kern, Dominik Müller, Marco Bernet.

Impressionen

Eingangskontrolle: das Namenstäfeli abholen.

Erste Gespräche beim Apéro.

Eine angeregte Diskussion.

Gut gefüllter grosser Saal im Seminarhaus «Bocken».

Referats-Personen:

Carmine Trupo, FVRZ.

Claudia Gfeller, FVRZ.

Dominik Müller, SFV.

Raphael Kern, SFV und Theo Widmer, FVRZ.

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Abstriche bei den Ansprüchen

von Bruno Füchslin, Medienberichterstatter FVRZ,
bfoxli@bluewin.ch  

Gibts Schöneres im Sport, als in einem Team Gemeinsames zu erleben? Miteinander trainieren, spielen, fokussieren, eins oder zwei oder drei trinken, diskutieren, mutmassen, realisieren – und was da sonst noch im Zusammen anfällt. Wenn Menschen mit all ihren Individualitäten und Charakteren eine möglichst funktionierende Einheit bilden soll(t)en, ist allein dies schon eine Herausforderung. Im Sport lassen sich Ziele deklarieren und während einer Saison daran arbeiten, sie lebendig-permanent anzupeilen oder aber mit geringfügigen bis starken Korrekturen zu versehen.

Die Saisons in den Regionalverbänden neigen sich in Richtung deren Ende. Vieles wurde oder wird noch erreicht, mindestens in der Summe ähnlich wird oder wurde verpasst. Oft tun sich kleine oder grössere Kluften auf zwischen Ansprüchen und Abstrichen. Gerade diese «Gräben» gehören mit zur Herausforderung Teamsport. Der faszinierende Fehlersport Fussball zeigt seine Stärke auf dem Feld in möglichst vielen gewonnenen Spielen. Umgekehrt wird ein Team dann gefordert, wenns Enttäuschungen gibt, Spiele verloren gehen, obwohl man sie eigentlich hätte gewinnen müssen. Wenns in der Rangliste abwärts geht, hat niemand was zu lachen.

Dann zählt Menschliches. Komisch ist: Obwohl jedes Individuum ein Leben lang einen Menschen kennen sollte – sich selbst – scheint eine objektive Selbsteinschätzung etwas vom Schwierigsten. Auf eine Mannschaft summiert, kommt eher selten vor, dass ein Team einen zu Saisonbeginn prognostizierten Rang erreicht. In der Mehrheit der Fälle dürfte die Voraussage zu hoch gegriffen worden sein.

Na und? Doch nicht so gut wie gedacht? Abstiegsplatz statt «sicheres Mittelfeld»? Kennt jemand einen Alpinisten, der immer nur die Berge hochklettert und nie einen symbolischen wie konkreten Abstieg macht? Er weiss, dass beides dazu gehört. Nirgendwo gehts immer nur «obsi»; kein Team kommt während einer Saison ohne kürzere oder längere Flauten aus. Wer im Breiten-/Amateurfussball daraus ein Problem macht – der hat ein Problem.

Auch wenn dies in der allgemeinen Wahrnehmung zwischen unbekannt bis fast widersinnig erscheint: Der Fussball spielt Menschen. Es war noch nie umgekehrt.